Erkämpfte Bismarck Kolonien aus Not?

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4 Antworten

Etzliche Foristen meinen, eine bloße Klügelei und spezielle Moral im Kopp einzelner Menschen führe entweder zu Kolonialismus oder auch nicht. Dass wirtschaftliche Interessen hinter dem K. stehen, wird dabei geflissentlich übersehen. Wo aber wirtschaftl. Interessen eine maßgebliche Rolle spielen, sind auch ganz bestimmte Kräfte, nämlich die Wirtschaftsvertreter, sprich das Kapital am Werk, deren Einfluss, Macht und Bedürfnisse ein bürgerlicher Kanzler nicht einfach übergeht. Im Gegenteil er bedient sie.

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Bismarck war ja eher für die Friedliche Innenpolitik statt wie Wilhelm der II sein reich zu vergrößern und Deutschland "ein Platz an er Sonne" zu geben.

Da schau her.

Nun, Bismarck wurde 1862 Ministerpräsident von Preußen. Preußen führte und gewann unter Bismarck folgende Kriege:

- 1864 Krieg gegen das Königreich Dänemark;

- 1866 Krieg gegen das Kaiserreich Österreich-Ungarn, die Königreiche Sachsen, Bayern, Württemberg und Hannover, die Großherzogtümer Hessen und Baden, das Herzogtum Sachsen-Meiningen, das Kurfürstentum Hessen, das Herzogtum Nassau und die Freie Stadt Frankfurt; das Königreich Hannover, das Kurfürstentum Hessen, das Herzogtum Nassau und die Stadt Frankfurt wurden von Preußen annektiert;

- 1870/71 Krieg gegen Frankreich, Bismarck regiert das um Elsaß und Lothringen erweiterte, von Preußen beherrschte neue deutsche Kaiserreich als Reichskanzler.

Wilhelm II. wollte ohne Frage das deutsche Kaiserreich zu einer Weltmacht machen. Er übersah dabei, dass sein Reich bereits eine Weltmacht war, als Militärmacht, aber besonders als Wirtschaftsmacht. Um sein Ziel zu erreichen, führte und gewann er folgende, das Reichsgebiet erweiternde Kriege:

- ...

Wie es aussieht, hat Wilhelm II. keine Kriege zur Erweiterung des Reichsgebietes geführt. Die wichtigsten deutschen Kolonien hatte bereits Bismarck dem Reich angegliedert, und die wenigen Kolonieerweiterungen in der Zeit Wilhelms II. waren ebenfalls auf friedlichem Wege erfolgt.

Nun mag der Einwand kommen, was denn mit dem WK I sei? Diesen Krieg hat die Reichsleitung nicht langfristig zu Zwecken der Eroberung geplant, sondern als Bündnishilfe für Österreich-Ungarn kurzfristig unternommen.

Bismarck "friedlich", Wilhelm II. "kriegerisch"? - Nein!  :-)

MfG

Arnold

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Kommentar von benni12321
11.12.2015, 02:04

Hihi... lief wohl schon damals genauso wie heute "versprach sich von seinem Engagement für deutsche Kolonien einen Wahlerfolg bei den bevorstehenden Reichstagswahlen"
Klingt für mich auf jeden Fall einleuchtend, erinnert mich stark an die opportunistischen Meinungsumschwünge unserer Kanzlerin.

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Die "friedliche Innenpolitik" von dem Herrn hat zum Krönung des ersten Wilhelm in Versailles geführt und damit quasi 2 Weltkriege danach ausgelößt.

Er war vor allem besorgt um seine Karrière.

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