wandpilz am 11.06.2008 um 12:58 Uhr
De Frage von gerade eben hat mich ein wenig nachdenken lassen. Angenommen mein Vater stirbt (ich rede kein Wort mehr mit ihm, meine Schwester aber schon) und meine Schwester ist staatlich geprüfte Hartz IV Empfängerin, so wie sie im Buche steht (mit allen Klischees, die es da so gibt....) ich dagegen bin in einem - einigermaßen - gut bezahlten Job. Kann meine Schwester dann einfach ohne meine Absprache eine Art Staatbegräbnis organisieren und mir im Anschluß - da ich ja zahlen darf - die Rechnung in die Hand drücken? Oder entscheidet nur die zahlende Partei, inwieweit der Verstorbene geehrt wird?
Der Auftraggeber zahlt oder der Zahler beauftragt. Ansonsten plastinieren lassen.

Du must unterscheiden zwischen den Bestattungsgebühren der Gemeinde (Leichenhalle, Träger, Grabstelle), für die die Angehörigen nach Leistungsfähigkeit haften, und dem weiteren Brimborium wie Kapelle, Blumenschmuck, Grabanlage, für die der Besteller haftet.
wandpilz am 11. Juni 2008 13:21 die bestattungsgebühren fallen aber sicherlich nicht allzu hoch aus. das plus verbrennung...knapp 750 euro. geht eigentlich.

Der den Auftrag gibt , bekommt auch die Rechnungen. Das ist bei einer Beerdigung nicht anders. Wenn deine Schwester die Organisation in die Hand nimmt, dann bekommt sie auch die Rechnungen für den Redner, die Blumen, das Grab etc.
wandpilz am 11. Juni 2008 13:01 dann bin ich ja beruhigt...
Ostrichfan am 11. Juni 2008 13:02 Wandpilz, ich denke wer die Musik bestellt der bezahlt sie auch. Ostrichfan.

Nachdem du in der Zahlungspflicht bist unterschreibst du auch für eine etwaige Bestellung der Beerdigung.
Würde nun deine Schwester unterschreiben, dann würde sie sich selbst auch in die Zahlungspflicht nehmen.
Nie und nimmer kann jemand, ohne Auftrag, für einen anderen einen, für den dann, rechtsgültigen Vertrag eingehen.
So blöd sich das nun anhört, aber auch der Auftrag an ein Beerdigungsunternehmen ist eine Bestellung.
ich würde ertsmal sowieso nichts unterschreiben . ich bin nicht gewillt die beerdigung zu organisieren
wenn sich niemand um die Beerdigung kümmert (weil es vielleicht keine Angehörigen mehr gibt oder sie nicht ausfindig zu machen sind) wird die Bestattung von Amts wegen in die Wege geleitet. Und dann wird im Nachhinein das Amt versuchen, diese Kosten bei den nächsten Angehörigen wieder reinzuholen. Das ist dann aber die kostengünstigste Beerdigung - aber immerhin, sie kostet....

Ihn zu überreden, seinen Körper der Wissenschaft zu überlassen, wäre zuviel der Kontaktaufnahme, oder? Denn wenn er seinen Körper einem pathologischem Institut hinterlässt, würden alle Kosten wegfallen (würd das nicht auch als Lösung für Dich gut in Dein Weltbild passen?).
wandpilz am 11. Juni 2008 13:51 ironischerweise habe ich diesen Gedanken für mich selbst schon längst in Betracht gezogen, aber meinen Vater werde ich deswegen nicht kontaktieren. Da gönn ich ihm doch glatt das Sparpaket...

Zur ganz genauen Klärung wären die betroffenen Bundesländer notwendig, da auch in Deutschland Bestattungsrecht Ländersache ist. Grundsätzlich gilt aber, daß die nächsten Angehörigen unter Umständen für die STANDESGEMÄSSE Bestattung aufkommen müssen, wenn die Kosten aus dem Nachlaß nicht gedeckt sind. Sollte Deine Schwester die Bestattung in Auftrag geben, haftet Sie als Auftraggeberin für die Kosten. Und zwar auch im Falle eines Luxusbegräbnisses. Für jenen Teil der Kosten, die der STANDESGEMÄSSEN Bestattung entsprechen, haftest unter Umständen aber auch Du paralell (aus einem anderen Rechtsgrund). Praktisch könnte sich der Bestatter (oder der einspringende Staat) zumindest einen Teil der Kosten bei Dir zurückholen. Du hättest dann einen - vielleicht nicht durchsetzbaren - Regreßanspruch gegen die Schwester. Den Luxusteil der Bestattung muß immer Sie als Auftraggeberin bezahlen (oder schuldig bleiben, wenn Sie kein Geld hat - Bestatterpech).

Also quasi eine wo man sagen kann"hartzIV empfangen ist okay, aber man muss es nicht sehen" .. Oh man.. Nein Wandpilz kann sie nicht, denn der der den Auftrag gibt, zahlt auch.. Also keine Bange..
wandpilz am 11. Juni 2008 13:03 nein, ich zitiere sie wörtlich: "ich mach doch keine ausbildung oder geh arbeiten! in diesem land gibt es hartz iv also warum die mühe? wenn die idioten zahlen, bin ich die letzte, die einen finger krumm macht". diese art von hartz iv empfängerin. Ich habe nichts gegen Hartz IV - es ist eine besondere Leistung unseres Staates Menschen in Not finanziell helfen zu können. Meine Schwester ist aber eher so wie der Floh im Hundepelz. Ein wahrer Schmarotzer.
wandpilz am 11. Juni 2008 13:04 und bevor gefragt wird: ja, das hat die wirklich so gesagt.
moon73 am 11. Juni 2008 13:06 @wandpilz: wie kann sie das denn durchziehen? Man bekommt doch ständig irgendwelche Auflagen? Termine, Bewerbungen, 1 Euro-Jobs? HartzIV wird doch gekürzt, wenn man dem nicht nachkommt?
wandpilz am 11. Juni 2008 13:12 ich habe keine ahnung. ehrlich nicht. aber ich rede auch schon seit jahren nicht mehr mit ihr. aber ich weiss, dass sie immer noch hartz IV bezieht. wie sie das anstellt...ich habe wirklich keinen blassen schimmer.
angelela am 11. Juni 2008 13:05 Na sie ist ja vom feinsten.. Jeder kann mal in eine Notsituation geraten, aber die Einstellung ist der Oberhammer.. Da schwillt einem ja der Hals.. Kann Deine Einstelung zu ihr in dem Punkt verstehen.. Wie dreist..
also genau weiß ich sowas nicht...aber ich denke mal sie kann ja nicht einfach alles planen und dann die rechnung an dich schicken... ich glaube die zahlende partei muss da unterschreiben sonst geht da snicht oder?wäre ja fies und sehr unfair!!!
wandpilz am 11. Juni 2008 13:19 nach all den Antworten blicke ich gelassen in die Zukunft. Ich habe es eben gegoogelt. Ich zahle - wenn überhaupt - so 750 euro. das ist aber wirklich die radikale schmucklose tour.
Baiana am 11. Juni 2008 13:37 Wenn Verbrennung ausfällt, dann rate ich zur Peace Box aus Presspappe - wird zwar von den Bestattern nicht sonderlich gern verkauft, ist aber billig und ökologisch unbedenklich. - Kostet aber immer noch 200 Tacken.
der Bestatter wird mit irgendjemandem einen Vertrag machen und eine Unterschrift dazu - der/diejenige ist dann "Kunde" des Unternehmens und zahlt die in Auftrag gegebenen Leistungen. Aber vielleicht hat dein Vater ja etwas vorgesorgt und eine Versicherung, die diese Kosten trägt oder zumindest einen kleinen "Sparstrumpf" dafür.
wenn er vorgesorgt hätte würde ich mir nicht so den kopf zerbrechen
wandpilz am 11. Juni 2008 13:20 bei mir ist es ähnlich. das einzige, was mein vater in seinem leben geschaffen hat, ist ein berg aus schulden.

Wie wäre es, wenn Ihr doch mal redet?
Vielleicht hat der Vater schon was im Testament geregelt.
von Hagens nimmt zwar noch Körperspenden an, aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Köper zu einem Ganzkörperplastinat verarbeitet wird, ist verschwindend gering. Normalerweise wird der Körper bei "Normalos" zu Scheibenplastinaten verarbeitet, welche dann an Institutionen verkauft werden - aber warum sollte das störend sein.
Der entsorgt den Fleischrest aber kostengünstig. IMHO braucht man Den gar nichts zu zahlen und der holt sogar ab. Was dann passiert scheint ja dem Auftraggeber ziemlich egal soweit es kostengünstig ist.