Frage von paulilein97, 79

Erfolge bei posttraumatischem Belastungssyndrom?

Hallo, gibt es hier jemanden, der die Erkrankung losgeworden ist? Habe bisher keine Erfolgsberichte gefunden. Vielleicht sogar jemand mit komplexer Ptbs? Brauche einfach einen Hoffnungsschimmer, dass es nicht ganz aussichtslos ist :) LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, 52

ja.

hypnose. verhaltenstraining. ergo/kunsttherapie,  tiertherapie (pferd/hund), gesprächstherapie, gründlicher körperlicher check (traumata können zu stoffwechselveränderungen führen), neurologische  untersuchung, sport

entweder alles davon und/oder noch mehr. oder einzelnes davon.

ein normaler alltag mit guter lebensqualität wird wieder möglich.

gute besserung!

Antwort
von MacMac84, 12

Ich wurde als Kind meinem Vater missbraucht und habe sehr lange an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten. Heute bin ich 32 Jahr alt und habe erst vor 3 Jahren mit einer Behandlung angefangen, nachdem ich schon 5 Jahre lange schlimme Flashbacks hatte. Ich habe bis zu meinem 28 Lebensjahr mit keinem Menschen darüber sprechen können, erst mit meinem jetzigen Freund, der immer zu mir gestanden hat und mich bei allem unterstützt, konnte ich mich öffnen. Die Therapie ist ein langer und harter Weg, der viele schlimme Erinnerungen weckt. Oft ging es mir sehr schlecht, aber es hat sich für mich gelohnt. Das was mir passiert ist, werde ich nie vergessen können, und das ist ja auch nicht das Ziel eine Traumabehandlung, aber ich kann mittlerweile ganz locker darüber sprechen, als würde es mich nicht mehr berühren. Ich hatte viele Jahre vor der Therapie ein völlig gestörtes Sexualverhalten und einen großen Männerhass und viele psychosomatische Probleme, die aber jetzt fast völlig normal sind. Ich würde dir jederzeit dazu raten diese Traumatherapie durchzuführen. Über 2,5 Jahre ging das Ganze und erst nach 1,5 Jahren haben wir erst mit dem eigentlichen Trauma angefangen zu arbeiten. Davor hatte ich lange Zeit Vertrauen zu meiner Therapeutin aufzubauen. Mir geht es heute wirklich gut und ich fühle mich endlich so stabil, dass ich mein eigene Familie aufbauen kann. Zu meiner Familie habe ich fast keinen Kontakt mehr, weshalb ich mich oft sehr alleine und verlassen fühle, insbesondere, weil meine Mutter es früher mitbekommen hat und nichts dagegen getan hat. Deshalb ist ein intensiver Kontakt nicht denkbar. Aber ich hab jetzt eine neue Familie und die ist immer für mich da. Deshalb wage diesen Schritt, auch wenn der Weg steinig werden wird, zieh es durch und es wird dir besser gehen. Dabei ist sehr wichtig, dass du eine Therapeutin/Therapeuten hast, der/dem du vollkommen vertraust und dich wohlfühlst. Es gibt leider viel schwarze Schafe in der Branche. Alles gute für dich.

Antwort
von JohnnyLoe, 23

Ich leide selbst an einer und kann dir nur sagen das es ein langer weg sein wird, der hauptaugenmerk sollte allerdings auf die Bewältigung der Symptome liegen (flashbacks etc)... sprich wie verhalte ich mich bei bestimmten Situationen, wie kann ich gegensteuern. Ich hab mich damit abgefunden das ich bestimmte dinge nie vergessen werde, kann aber mittlerweile gut damit umgehen und verfalle nicht mehr in schockstarre... Eine gute Therapie ist dabei das a und o.

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