Frage von niitaa29, 121

Erfahrungen mit Zeitung austragen?

Hey!

Ich wollte mal fragen, ob irgendjemand Erfahrungen mit Zeitungen austragen hat. Also ob es seehhr anstrengend ist, wieviel ihr so ca. verdient, wie lange das Austragen dauert, wie wieviele Zeitungen man bekommt zum Austragen und ob man mit dem Fahrrad oder so fahren sollte? Außerdem interessiert mich ob es sich die ganze Arbeit lohnt. Bedanke mich schonmal im Voraus!

Antwort
von Savix, 56

Hallo niitaa29,

alle Antworten auf deine Fragen, hängen vom jeweiligen Verlag ab, für den du arbeitest. Schüler arbeiten häufig für die Lokalredaktion ihrer Stadt, welche die Wochenendzeitung herstellt. In meinen Ausführungen gehe ich von daher auf dieses Beispiel näher ein.

Wie anstrengend die Arbeit ist.

Wie anstrengend das Austragen der Zeitung ist, hängt von den Gegebenheiten in deinem Zustellbereich ab, der dir vor Antritt der Arbeit zugeteilt wird. Selbstverständlich ist das Gebiet so aufgeteilt, dass jeder in der Lage ist die Zeitung komplett im vorgegebenen Zeitraum verteilen zu können.

Anstrengend ist die Arbeit in erster Linie in extremen Wettersituationen. Denn, vergiss nicht: die Zeitung muss auch bei Wind und Wetter verteilt werden. Im Sommer bei 30° Celsius, als auch im Winter wenn es bitterkalt ist und eine hohe Schneedecke liegt. Wenn du aber Ausdauer und keine Angst davor hast, dir die Hände mal schmutzig zu machen, dürftes du der Aufgabe gewachsen sein :-)

Nun zum wohl interessantesten Punkt: der Verdienst. 

Der Verdienst hängt nicht unbedingt von der Menge der Zeitungen ab, die du austrägst. Auch die Wegzeit und die zurückgelegte Kilometerzahl kann ausschlaggebend für deinen Verdienst sein. In der Regel verdient man mit dieser Tätigkeit zwischen 90 und 150€.

Aber Achtung! Solltest du minderjährig und deine Eltern Empfänger von Arbeitslosengeld II sein, hast du nur einen Freibetrag von 100€ im Monat. Von allem Geld, dass die 100-Euro-Grenze übersteigt, zieht das Jobcenter 80% ab. (Bei 150€ hättest du also nach dem Abzug vom JC 124€ übrig).

Zum Transportmittel.

Je nach Verlag wird dir entweder ein Wagen zur Verfügung gestellt, oder du musst dich selbst um einen kümmern. Leider kann man das nicht pauschal sagen, da musst du dich schlichtweg beim Verlag informieren - solche Fragen solltest du aber in jedem Fall vorher klären!

Wenn du einen Wagen (bekommen) hast, kannst du den selbstverständlich an dein Fahrrad koppeln. Dies ist ggfl. sogar notwendig, wenn du längere Wege zurücklegen musst.

Lohnt sich die Arbeit?

Wenn du Schüler, beziehunsweise Geringverdiener bist - auf jeden Fall! Zwar ist die Arbeit des öfteren anstrengend und kostet auch mal ein paar Stunden, jedoch erhältst du immerhin für vier Tage Arbeit (1x pro Woche), bis zu 150€! Für einen Schüler optimal, leichter kannst du dir dein Geld nicht verdienen. Und genau da ist der Punkt: du hast dir das Geld durch hartes Arbeiten verdient.

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Ich find's klasse wenn jemand so motiviert ist und bereit ist etwas für sein Geld zu tun - Hut ab!

Ich hoffe ich konnte dir helfen. Wenn du weitere Fragen hast, beantworte ich dir diese gerne!

Liebe Grüße, Savix

Kommentar von niitaa29 ,

Danke :)!

Kommentar von Savix ,

Kein Problem :-)

Antwort
von Kuro48, 63

Das kommt eindeutig auch auf den Verlag an, um deine Fragen mal einzeln zu beantworten:

Also ob es seehhr anstrengend ist

Kommt auf die Menge, die größe des Gebietes und das Wetter an und natürlich von deiner persönlichen Kondition. Im Winter bei Schneetreiben ist es nicht witzig. Dem Verlagshaus ist das Wetter egal, die Zeitungen sollen über kommen und das in einem vernünftigen Zustand.

wieviel ihr so ca. verdient

Es sollten um die 150 Euro werden. Gemerkt habe ich aber schnell, dass die Angabe sehr positiv gerechnet war und der Stundenlohn unter einem Euro lag. Bei einer Bezahlung pro Zeitung ist jeder Hausaufgang, jeder schlecht angebrachte Briefkasten etc. verlorene Zeit.

wie lange das Austragen dauert

Ein paar Stunden bist du je nach Gebiet schon unterwegs.

wie wieviele Zeitungen man bekommt zum Austragen

Der Verlag teilt das Ganze in Gebiete ein, davon hängt ab wie viele Haushalte, wie groß und natürlich auch wie viele Zeitungen.

man mit dem Fahrrad oder so fahren sollte

Würde ich nicht empfehlen oder nur mit Bollerwagen. Ich nutzte damals diese Fahrradtaschen, welche mir auch zur Verfügung gestellt wurden und es war ein Drama. Der Ständer konnte das Gewicht nicht tragen, ergo musste man es überall anlehnen wobei es trotzdem gernen umkippte und nahm man weniger mit, so fuhr man eben immer von zu Hause wieder ins Austragegebiet hin und zurück. Da man nicht immer ein Gebiet neben dem eigenen Wohnhaus bekommt ist das bescheiden. Das Ergebnis war bereits nach dem ersten Austragen ein zerkratztes Rad.

Außerdem interessiert mich ob es sich die ganze Arbeit lohnt.

Meiner Meinung nach nicht, da bekommt man für viele andere Arbeiten bei weitem mehr. Nachhilfe geben etc. sollte den geldbeutel bei weitem einfacher wachsen lassen, wenn das Alter stimmt bietet sich auch der Supermarkt an als Arbeitsplatz oder als Servicekraft in einem Restaurant/Imbiss etc. da weiß man nach der Schicht auch was man getan hat, aber der Verdienst ist deutlich besser und man muss nicht bei Wind und Wetter über Stunden ungeschützt unterwegs sein. Davon ab, beim Zeitungen austragen wird oft verlangt, dass man auf jeden fall diese verteilt. Kann man es selbst nicht, muss man für einen Ersatz suchen. Ergebnis ist, eine Grippe reicht und man muss Familie oder Freunde organisieren, die den Job machen.


Kommentar von Savix ,

Würde ich nicht empfehlen oder nur mit Bollerwagen. Ich nutzte damals diese Fahrradtaschen, welche mir auch zur Verfügung gestellt wurden und es war ein Drama.

Es gibt auch Handwagen, die an das Fahrrad gekoppelt werden können. Es passen mehr Zeitungen rein und er ist einfach praktischer. Nur so als Tipp.

Kommentar von Kuro48 ,

Bollerwagen, Handwagen, das Prinzip ist ja gleich. Ein Wägelchen das man selbst oder das Fahrrad zieht.

Problem ist, die meisten Verlagshäusern werden sicher nicht die Wägelchen finanzieren, auch nicht um sie als Leihgabe zu verteilen. Das Ergebnis ist, für den eh schon bescheidenen Lohn (wie die das mit einem Mindestlohn schaffen wollen ist mir noch immer ein Rätsel) gehen erst einmal noch um die 40-50 Euro eigene Kosten drauf (weniger wenn man ihn gebraucht erwischt), um so ein Wägelchen zu kaufen.

Das ist jetzt meine Persönliche Meinung, aber für diesen doch sehr bescheidenen Job würde ich nicht auch noch eigenes Geld investieren. Man geht ja genau dort arbeiten um es zu verdienen. Wer es machen möchte soll es tun, aber wer sich einen regelmäßigen Nachhilfeschüler organisiert oder öfters Babysitten kann, der wird sehr wahrscheinlich besser wegkommen.

Wenn man austragen will, so sollte man vielleicht eher mal Anfragen wegen Werbung. Natürlich muss man hier wieder auf den Verdienst achten, aber man hat nur von Firma X ein Prospekt was bei weitem simpler zu verteilen ist als eine dicke, schwere Zeitung.

Kommentar von niitaa29 ,

Ok, Danke für die Antwort :)!

Antwort
von littlebiscuit, 56

Also eine Freundin von mir macht es und sie hasst den Job:D

Denn du musst ja wirklich bei jedem Wetter raus auch wenn du krank bist und es kein anderer für dich machen kann

Kommentar von niitaa29 ,

Ok, Danke :D!

Antwort
von mrspecial88, 67

Fahrrad nein weils extrem schwer ist geht nur mit nem rolli oder so.

Anstrengend aufjedenfall und lohnt vielleicht 8-10 cent pro stück

Also recht wenig aber f+r manche netter zeit vertreib

Kommentar von niitaa29 ,

Ok, Danke :)!

Antwort
von bikerin99, 46

Ich kenne die Situation in Deutschland nicht. In Österreich kenne ich 1 Person. Extrem früh aufstehen, bei jedem Wind und Wetter, Stockwerke hinauf laufen,.... anstrengend, aber du wirst richtig fit. Über den Verdienst weiß ich nichts.

Antwort
von maryberry97, 37

Also ich habe jahrelang Zeitungen ausgetragen und kann dir sagen, dass es auf verschiedene Sachen drauf ankommt. 

1. Die Zeitung: ich habe zuerst ein normales Wochenblatt ausgeteilt. Da habe ich im Monat maximal 30 Euro für ca. 200 Zeitungen bekommen. Reine Ausbeutung und der Aufwand war viel zu hoch, da man jedes Wochenende so 3-4 Stunden unterwegs war. Später habe ich dann noch Werbeblättchen dazu bekommen. Die musste man noch zusammenlegen und sortieren. Die wurden stapelweise vor die Tür geschmissen und vor den Feiertagen haben die uns richtig eingemauert, so viele Blättchen waren das. Da war der Aufwand wesentlich höher. Am Freitag musste ich den ganzen Tag und Abend (so 5 Stunden) sortieren. Das Austragen war das Gleiche. Nur, dass man vorher mit einem Rucksack gehen konnte und die Blättchen müsste ich mit einem Karren austragen. 

2. Das Gebiet: Ich hatte zuerst ca ein Viertel vom Dorf auszuteilen. Unser Dorf hat einige Berge und dadurch hat sich alles immer gezogen. Mit dem Fahrrad konnte man da auf keinen Fall fahren. Mit den Werbeblättchen musste ich dann über die Hälfte vom Dorf austeilen (ca. 500 Häuser). Da war ich immer das ganze Wochenende unterwegs. Der Gehalt war dementsprechend natürlich auch höher. Da habe ich im Monat bis zu 350 Euro bekommen. Dafür hat man aber kaum Freizeit mehr. Weil es hier einen sehr steilen Berg gibt, wo man mit dem Karren gar nicht hoch kommt, musste ich auch immer meine Eltern fragen, ob sie mich hoch fahren. 

Zusätzlich kommt es auch noch auf die Leute in dem Gebiet an. Es gibt echt dumme Leute die beim Verlag anrufen, sobald die Zeitung nicht pünktlich um 15:00 im Briefkasten liegt. Andere Leute geben dir hingegen auch noch (Grade um Feiertage rum) viel Trinkgeld, dass du an einem Wochenende bis zu 30 Euro zusätzlich bekommst. 

Wenn ich heute darauf zurück gucke, finde ich es totale Ausbeute. Entweder hast du wenig Geld oder wenig Zeit. Aber wenn du so 13-15 Jahre alt bist, ist es ein guter Nebenverdienst. 

Falls du älter sein solltest, geh lieber in die Gastronomie oder zum Bäcker aushelfen. Da verdient man bis zu 400 Euro im Monat (manchmal auch mehr). 

Kommentar von Savix ,

30€ in einem Monat? Da bist du aber wirklich nicht gut bei weggekommen, denn das verdiene ich an einem Wochenende mit dem Zeitungaustragen...

Kommentar von maryberry97 ,

Eben...  Noch dazu wurde man angemotzt, wenn man nur einmal im Jahr eine Vertretung braucht und das auch noch 2 Monate vorher anmeldet. Damals hat mich das nicht gestört, aber heute merke ich erst, was das für eine Ausbeute ist.

Kommentar von Kuro48 ,

Dir wurde wenigstens dann eine Vertretung gestellt. Der Verlag den ich kenne, der machte das nur über private Aushilfen. Entweder man bequatscht seine Familie/Freunde oder man muss selber ran, egal was der Grund des Ausfalls war. Hier fallen die Zusteller wie die Fliegen. Trotz Jahresvertrag sieht man kaum einen Zusteller mehr als 2-3 Monate.

Antwort
von teddylein28, 40

Es ist tot anstrengend -Leben am Limit :D

Antwort
von robi187, 45

über mindestlohn könnte man es sich ja überlegen?

oder wenn man es als frühsport sieht

Kommentar von Kuro48 ,

Der Mindestlohn für Zusteller kommt/kam in letzter Zeit schrittweise. Ich denke aber mal das eben dieser auch bedeutet, dass Gebiete vergrößert werden etc. irgendwo muss man dann ja die Mehrkosten wieder reinholen und, da will ich nicht für alle Zeitungen sprechen, aber für einige dürfte das eine herbe Mehrausgabe sein.

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