Frage von Metza12, 96

Erfahrungen mit Reitböden im Winter?

Hallo allerseits liebe Reiter,

ich möchte demnächst einen eigenen Reitplatz bauen und bin mir noch nicht ganz im Klaren, was ich für einen Boden haben möchte. Wer von euch kann berichten über Bereitbarkeit vor allem bei Regen und Frost, Rutschfestigkeit, Pflege (ziehen...) und sowas? Vor allem interessieren mich Quarzsand-Böden von fairground, was habt ihr so? Lg und danke

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 68

Unserer ist mit sowas wie Teppichschnitzel belegt und der ist echt genial. Der liegt jetzt seit 3 Jahren und noch nie hatten wir den Fall, das man nicht drauf reiten konnte.

Pro: Rechen muß man nie. Bereitbar ist er immer. Rutschig ist er auch nie.

Contra: Material muß später mal sonderentsorgt werden. Wenn man Pferdeäppel aufsammelt, muß man den Teppich entfernen (nahezu unverrottbar, gehört deshalb nicht auf den Mist.)

Ich persönlich würde niemals einen Sandplatz bauen - viel zu aufwändig zur Pflege. Im Winter gefrohrene Pfützen drauf. Zu hoher Hufabrieb. Im Sommer staubig und muß gewässert werden.

Kommentar von Baroque ,

Siehst, da hat man Dir die guten Sandplätze bisher vorenthalten:

Pflegeaufwand, ja, gut, mal 5 min mitm Traktor drüber fahren alle paar Tage. Gefrorene Pfützen ... ja, wenn der Unterbau nicht passt oder die Leut ihren Mist nicht aus dem Sand abmisten und damit die Drainage zugesetzt wird. Hufabrieb? Wo? Das ist meist eher ein Bearbeitungsproblem. Unsere leben auf 60% Betonpflaster und haben nur Sand-Reitböden, draußen Schotter und Asphalt und Abrieb findet trotzdem nur in Maßen statt - exakt bei den Huforthopädiepferden. Die anderen haben gewaltigen Abrieb, aber eben weil die Lederhäute kein stabiles Horn produzieren, wenn sie unter Zwang stehen. Staubig? Ok, an zwei, drei Tagen im Jahr könnt er einen Schluck Wasser vertragen.

Aber das alles ist nichts im Vergleich zur Lungenbelastung durch die Textilböden. Nach all den Erfahrungen, die ich mit denen machen musste, sag ich inzwischen Kunden ab, verzichte auf einen Auftrag, wenn der auf einem Textilplatz stattfinden sollte, weil's mir da echt um meine Gesundheit ist. Ich, die noch nie Atemwegsprobleme hatte, hab immer eine Woche mindestens asthmatische Symptome wenn ich nur 5 min Dressurprüfung auf einem solchen Platz begleite.

Kommentar von Metza12 ,

Danke für deine Antwort, kannst du mir sagen, wie der Boden preislich so liegt?

Kommentar von friesennarr ,

http://www.asground.de/?gclid=CKGsub-lp8oCFSX4wgodrbsKIA

gibt aber noch viele andere Anbieter und auch günstigere.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 50

Ein guter, nicht wasseraufnahmefähiger Sandboden mit gutem Unterbau (Drainage, durchlässiger Aufbau, drauf die Reitplatzraster) ist noch das wetterbeste.

Bitte lass Dich nicht auf Textil ein, das ist sowas von fies zur Lunge der Pferde und Reiter, ich hab immer, wenn ich an solchen Reitplätzen auch nur eine einzige Dressusprüfung ansehe, eine Woche lang Atembeschwerden, obwohl ich ansonsten nie mit Atemwegserkrankungen zu tun habe. Man hat auch schon Pferdelungen bronchoskopisch untersucht und die Ergebnisse abhängig vom Reitboden zusammengestellt ... da war mal ein Artikel in einer der großen Pferdezeitschriften (2011), wo auf die wissenschaftliche Quelle hingewiesen wurde. Leider hatte mein Pferd da so viele andere Probleme, dass ich versäumt hatte, den Artikel zu kopieren oder mir wenigstens die Quelle rauszuschreiben.

Und wirklich besser zu bereiten ist Textil auch nicht. Gute Sandplätze können da auf alle Fälle mithalten. Was einen guten Sandplatz genauer ausmacht, kann ich Dir jetzt schlecht sagen, da ich zum Glück noch nicht einkaufen musste.

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