Frage von Klappstuhl2kDe, 55

Erfahrungen mit Pflegekindern?

Unsere Familie (22-jährige Schwester, Ich (16-jähriger Junge), 41-jähriger Vater, 51-jährige Mutter) nimmt demnächst vermutlich zwei Pflegekinder (10-jähriger Junge, 14-jähriges Mädchen) auf. Vom Platz in unserem Haus sollte das definitiv kein Problem sein, wir haben genug frei Zimmer. Ich wollte aber mal nach möglichen Problemen fragen, die vielleicht jemand von euch kennt, der schon Erfahrungen mit Pflegekindern hatte?

Antwort
von mexp123, 37

Das einzige Problem das auftreten kann ist, dass die Kinder halt schon ihre Gewohnheiten und Manieren haben, die eventuell nicht komplett zu euren passen. Je älter die Kinder sind, desto schwerer ist es, denen diese wieder abzugewöhnen und sie an eure Lebensweise zu gewöhnen. Aber ansonsten ist das eine gute Sache

Antwort
von Sanja2, 7

Schade, dass du gleich nach Problemen fragst. Ja die wird es sicher geben, aber um so mehr ihr den beiden eine echte Chance gebt, nicht jedes Fehlverhalten oder zu eurer Familie nicht 100% passendes Verhalten gleich zu einem Riesenproblem werden lasst, um so mehr kann das richtig gut werden. Ihr müsst wissen, dass eure Familie sich sehr ändern wird. Wenn euch das was ihr bisher habt absolut wichtig ist und ihr auf keinen Fall etwas ändern wollt, dann nehmt keine Pflegekinder. Pflegekinder verändern etwas und ihr seit nicht mehr die gleiche Familie wie vorher. Aber das heißt nicht schlechter oder besser, nur sicher anders. Das wird sicher auch mit schwierigen Situationen verbunden sein. Die leiblichen Kinder müssen ihre Eltern plötzlich mit 2 Fremden teilen, die aber auch Bedürfnisse haben. Sie müssen sich alle Familienressourcen mit mehr Personen teilen und vielleicht auch mal gegenüber den Pflegekindern zurück stecken. Die Pflegekinder müssen aushalten, dass sie eben "nur" die Pflegekinder sind und irgendwie immer nicht 100% dazu gehören. Nehmt es als Chance euch als Familie weiter zu entwickeln, dann wird es richtig gut. Nehmt es als Chance als Familie auch schwierige Situationen zu meistern, dann wird es richtig gut. Ihr lernt alle daraus, wenn ihr es wollt.

Antwort
von precursor, 11

Folgendes sollte beachtet werden -->

1.) Die Pflegekinder nicht wegen dem Geld aufnehmen.

2.) Nicht immer mehr und mehr und mehr Pflegekinder aufnehmen.

3.) Die Pflegekinder nicht um ihr Bekleidungsgeld und anderes betrügen.

4.) Die Pflegekinder nicht extra streng erziehen, sondern so erziehen wie es allgemein üblich ist, und ihnen auch ein Taschengeld geben.

5.) Gemeinsam Urlaub machen und nicht getrennt.

6.) Alle Kinder gleich behandeln.

7.) Den Kindern das Gefühl von Geborgenheit, Liebe, Rückhalt und Hilfsbereitschaft geben, und dass sie bei Problemen nicht alleine sind.

8.) Die leiblichen Eltern nicht verurteilen und schlecht machen und nicht schlecht daher reden.

9.) Zu den Pflegekindern nicht sagen, dass sie der Müll der Gesellschaft sind.

10.) Die Pflegekinder nicht belügen.

11.) Nicht versuchen sich bei Mitarbeitern vom Jugendamt einzuschleimen um zu manipulieren.

12.) Die Pflegekinder nicht schlagen.

13.) Keine extrem autoritäre Erziehung, sondern normale Erziehung.

14.) Die Arbeitskraft der Pflegekinder nicht ausbeuten um selber nichts tun zu müssen.

15.) Keine sexuellen Annäherungsversuche an die Pflegekinder unternehmen.

16.) Nicht sagen "Euch glaubt sowieso niemand auch nur ein einziges Wort !"

Antwort
von Joergi666, 24

Ich hab zwar selber keine Pflegekinder aufgenommen, hab aber einige Jahre als Mitarbeiter eines Jugendamtes solche Fälle betreut. Die möglichen Probleme kann man überhaupt nicht alle aufzählen, prinzipiell ist alles möglich- positiv wie negativ. Meine Erfahrung ist, dass die Probleme aber mit zunehmendem Alter steigen, so ab 11 bis 12 Jahren landen daher auch zumindest in unserer Region die meisten Kinder im Heim. Du musst dir einfach vorstellen, dass die Hürden für eine Fremdunterbringung in Deutschland extrem hoch sind, entsprechend haben diese Kinder extrem viel negatives erlebt, wie Gewalt , Verwahrlosung keine Regeln usw.. Nach meiner Erfahrung kommen solche Probleme dann auch erst mit der Zeit zum Vorschein. Aber genau dafür steht ja dann auch das Jugendamt beratend zur Seite. Schlimm ist auf jeden Fall, wenn es nach langer Zeit und guter Eingewöhnung wieder zu den leiblichen Eltern zurück geht.

Kommentar von Sanja2 ,

Du hast durchaus recht. Aber es gibt auch Fälle in denen auch ältere Kids in Pflegefamilien kommen ohne das schon massiv viel vorgefallen ist. Ich kenne z.B. einen Fall in dem die Mutter allein erziehend war und dann schwer erkrankt ist an einer Krankheit die definitiv zum Tod führt. Sie konnte dann nicht mehr für die Kids sorgen, Verwandschaft die dies alternativ könnte gab es nicht. Vollkommen normale gut erzogene Kids. Die können egal in welchem Alter in eine Pflegefamilie.

Kommentar von Joergi666 ,

ja klar, hab ich auch kennengelernt- ist aber statistisch die Ausnahme. Ich hab keine genauen Zahlen mehr im Kopf, Fremdunterbringung wegen Tod oder Krankheit der Eltern erfolgt auf alle Fälle gesehen im ganz niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Antwort
von Marianna93, 27

Das größte Problem mit Pflegekindern ist, dass sie kein offizieller Teil der Familie sind. Es sind eben keine Adoptivkinder. Das kann zum Problem werden wenn sie in eure Familie hinein gewachsen sind. denn das Jugendamt kann sie meines Wissens nach jeder Zeit wieder "heraus reißen". Bin selbst mit "Pflegegeschwistern" aufgewachsen und auch sie waren ein Teil meiner Familie und meine Geschwister. Wir hatten das Glück das sie nie "herausgenommen" wurden sondern sogar über das 18 Lebensjahr hinaus blieben und irgendwann regulär ausgezogen sind, mit 20 und 23! Aber das ist leider nicht immer der Fall. Wenn das Jugendamt zum Beispiel findet, dass sie in ihre "richtigen" Familien zurückkehren können dann habt weder ihr noch die Kinder selber da großes Mitspracherecht.
Bei uns war es so, dass 1. Mal im Jahr jemand vom Jugendamt vorbei kam, nach dem rechten sah und meine Geschwister fragte, ob sie sich in der Familie noch gut fühlen und bleiben wollen. Mittlerweile soll dies wohl sogar halbjährlich passieren. Aber auch das ist ja keine große Problematik. Ansonsten hatten wir nicht viel mit dem Jugendamt zutun und lebten einfach normal unser Leben.

Nehmt sie herzlich in eure Familie auf. Sie brauchen euch! Und eure Zuwendung. Je nachdem wo die Kinder herkommen, erleben sie eine Familie vielleicht zum ersten Mal.

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