Frage von NoNameMe, 74

Erfahrungen mit dem Ausschleichen von seroquel?

Hallo
Ja ich weiß ich sollte sowas mit meinem arzt besprechen aber ich komm mit dem nicht klar..
Nehme seit einiger zeit (über 2 Jahre)
Venlafab, Wellbutrin und Seroquel (hatte davor unzählige andere Medikamente.. Fühlte mich wie ne laborratte)
Das seroquel hilft mir nicht wirklich.. Trotz medikation höchstens 3 Stunden schlaf ist nicht grade ein erfolg .. Da dieses Medikament fett macht (habe unter anderem anorexie) würde mein arzt es nicht ausschleichen...
Hatte eine Dosis von 500mg (nahm manchmal auch 1000-2500mg um richtig durchschlafen zu können)
Hab nun langsam die dosis gesenkt..
Natürlich geht es mir damit nicht so gut aber da muss ich wohl durch
Nur hab ich diese Woche maximal 12h geschlafen .. Obwohl ich hundemüde bin.. Mein Körper muss doch irgendwann mal schlafen oder? Denn die nächte sind lang und nervenaufreibend.. Außerdem bin ich echt müde..
Hat wer einen tipp?
Danke im Voraus

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 39

Quetiapin (Seroquel) ist bekannt für seine relativ starken Absetzsymptome. Besonders Schlaflosigkeit ist sehr häufig ein Nebeneffekt des Absetzens. Ich persönlich war ca. 3 Wochen fast ohne Schlaf als ich Quetiapin abgesetzt habe.

Man denkt sich: Mann oh Mann, irgendwann muss mein Körper sich den Schlaf einfach holen. Doch so gehts leider nicht. Schlaf ist die Folge chemischer Reaktionen im Gehrin. Wie jedes Psychopharmakon greift Quetiapin in den Hirnstoffwechsel ein. Bis sich das ganze bei mir (und anderen die ich von der Klinik her kenne) normalisierte dauerte es 2-3 Wochen.

Machen dagegen kannste nicht viel. Du hast folgende Möglichkeiten:

  1. Du machst das Ganze kalt. Also mit dem Kopf durch die Wand. Das ist am schnellsten doch psychisch wie physisch aufgrund des Schlafmangels stark aufreibend.
  2. Du gönnst dir ab und zu ein Benzodiazepin (z.B. Lorazepam) oder eine Z-Drug (z.B. Zopiclon) damit du wieder mal richtig durchschlafen kannst. Dies sollten jedoch nur Notfallmedikamente sein bzw. max 1-2x die Woche konsumiert werden, da sie bei längerem (nach ca. 4-8 Wochen) und regelmässigem Gebrauch abhängig machen. Mit der Zeit fährst du die Frequenz und die Dosis langsam wieder runter. Muss natürlich alles ärztlich eng überwacht werden.
  3. Du substituierst (auswechseln) das Seroquel durch ein anderes Präparat, welches nicht abhängig macht. Z.B. durch ein sedierendes Antidepressiva wie Mirtazapin (http://deprimed.de/mirtazapin/), welches dir entweder hilft oder du nach einigen Wochen wieder absetzt. Es gibt theoretisch auch Neuroleptika die einem völlig weghauen (z.B. Levomepromazin), das Problem ist einfach dass diese nicht antidepressiv wirken und man zwar schlafen kann, doch am nächsten Tag noch benebelt ist.

Sprich deine Medikation immer zuerst mit dem Arzt ab!

Ich persönlich habs zunächst kalt versucht. Nach 3-4 Tagen habe ich aufgegeben. Ich war zwar nicht abhängig, hatte also kein Verlangen nach der Substanz, doch die Schlaflosigkeit machte mich völlig fertig.

Ich wurde dann von Seroquel auf Mirtazapin umgestellt. Durch Mirtazapin nahm ich auch zu, aber nicht so stark wie beim Seroquel. Schlafen konnte ich mit dem Mirtazapin relativ gut. In der Umstellungsphase nahm ich ab und zu Zopiclon, aber nur 2-3 Mal.

Neben dem ganzen Medikamenten-Zeug musst du auch schauen, dass du tagsüber genug aktiv bist (falls möglich) und dein Bett nur zum Schlafen brauchst.

Gruss von einer Labormaus zur Anderen...

Kommentar von NoNameMe ,

Mir wird keine bedarfsmedikation mehr verschrieben (suizidversuche)
Außerdem haben einige keine bis wenig Wirkung.. Davon abgesehen darfs nicht zu sehr aufs herz gehen .. Hatte mal n herzstillstand ..
Die schlaflosigkeit macht mich auch wahnsinnig.. Vorallem weil ich ja müde bin.. Bin aktiv .. Also mehr mals täglich mit dem Hund  draußen usw ..

Kommentar von NoNameMe ,

Aber danke für deine ausführliche Antwort

Antwort
von Einstein2016, 38

Ich nehme auch dieses Medikament schon langjährig als rezidivierend stark depressiver Mensch ein. Dieses Medikament gibt es ja auch als "Quetiapin" mit dem genau gleichen Wirkstoff. Es hilft bei mir relativ gut beruhigend.

Ich nehme derzeit bis zu 200 mg. (in "Spitzenzeiten" auch schon bis zu 400 mg / Tag).

Es ist im Prinzip in der Medikamentenbeschreibung in Extremfällen eine tägliche Dosis von bis zu 800 mg angegeben. Wie gesagt - die Höchstdosis !

Möchtest Du evtl. hier die Leute etwas "veräppeln" ? Eine tägliche Dosis von bis zu 2500 mg reicht bestimmt um einen Elefanten erstmal für 1-2 Tage völlig ruhigzustellen !

Dein "Medikamentspiegel" / Blutwerte dürfte sämtlichen Rahmen sprengen !

Denk allein mal an die schädlichen Nebenwirkungen (z.B. Leber, Nieren etc.)!

Du solltest Dich dringendst nochmal von einem Facharzt/Psychiater ganz neu medikamentös einstellen lassen (und evtl. dazu nochmal akut therapieren) !

Kommentar von NoNameMe ,

2500mg nahm ich ja nicht täglich sondern nur manchmal um ordentlich schlafen zu können

Kommentar von Einstein2016 ,

Wie schon gesagt, nur ein Viertel oder Drittel davon sind schon verdammt viel ! Denk an die Nebenwirkungen und lass Deine Blutwerte hinsichtlich Deiner Organe am besten mal prüfen.

Das wird Dein Hausarzt machen können.

Ist nur ein gutgemeinter Vorschlag von Dir anhand auch meiner langjährigen Erfahrungen damit. 

Solche hohe Medikamentendosen haben nur den Effekt einer schädigenden "gewaltmäßigen" Betäubung des Körpers.

Deinen Schlafstörungen sollte natürlich mal genau auf den Grund gegangen werden für sicherlich mögliche sinnvollere Lösungen.

Es gibt das kurzzeitig wirkende QUETIAPIN, was mir eigentlich schon bei 150 mg relativ gut zur Nacht zum Einschlafen hilft, weil es nach ca. 1,5 Stunden müde macht (über diese Dosis wirst Du wahrscheinlich nur lächeln - derzeit).

Ich meine damit NICHT das "Retard"-Medikament, was ja eher eine Langzweitwirkung hat und welches ich zum Abend hin zusätzlich einnehme mit derzeit 100 mg. Dieses macht mich nicht so müde.   (gleicher Wirkstoff wie das SEROQUEL)


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community