Erfahrungen mit Abtreibung?

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10 Antworten

KONKRET ZU DEINER FRAGE 

  • Du machst dir Gedanken darüber, ob du eine ungewollte Schwangerschaft abbrechen sollst oder nicht. Das ist gut! Du solltest voll hinter der Entscheidung stehen und mit besten Wissen und Gewissen treffen, egal in welche Richtung du dich entscheidest.
  • Die überwältigende Mehrheit aller Frauen fühlt sich kurz nach dem Abbruch vor allem erleichtert und es stellt sich fast immer die volle Normalität wieder ein. Wer noch nicht Mutter werden will, wer sich eine Schwangerschaft in der aktuellen Situation nicht vorstellen kann, der reagiert fast immer nach einem Abbruch erleichtert und als ob ihm eine große Last genommen wurde. 
  • Würde unsere Gesellschaft, vornehmlich aus religiösen Gründen, Schwangerschaftsabbrüche nicht so kontrovers diskutieren, könnten sie ganz harmlose, unbelastende Eingriffe sein. Ob eine Frau einen Abbruch bereut oder nicht, hängt ganz entscheidend davon ab, wie sie selbst zum Thema steht und welche Moralvorstellungen sie selbst hat. In Ländern mit einer libertären Einstellung haben so gut wie keine Frauen nachträglich Probleme, sondern Erleichterung und Normalität kehren schnell wieder ein. In Ländern, in denen die Moralapostel ach-so-viel Schuld einreden, haben die Frauen entsprechend öfter psychische Probleme. Interessanterweise stellt kaum jemand die Frage, ob viele Mütter, die eine ungewollte Schwangerschaft ausgetragen haben, dies bereuen oder dadurch Probleme haben. Dies dürfte sehr oft der Fall sein, weil viele sich ihr ganzes Leben verpfuscht haben und viele Lebensziele nun nie mehr erreichen werden. Darüber wird selten berichtet und dieser Aspekt viel zu wenig diskutiert.
  • Gehe in dich, ob du jetzt Mutter werden willst und wenn nicht, dann ziehe den Abbruch durch. Steigere dich nicht in die pseudo-moralischen Argumentationen hinein, sondern entscheide nach deinen eigenen Bedürfnisse, deinen Wünschen und Plänen fürs Leben, nach deinen eigenen Moralvorstellungen. Es ist dein Leben. 

ALLGEMEIN

  • Ganz entscheidend ist, die Schwangerschaft unverzüglich von einem Frauenarzt bestätigen (oder ausschließen) zu lassen. Nur wenn die Schwangerschaft ärztlich festgestellt ist, hat es Zweck, weiter darüber nachzudenken. Als Minderjährige kannst Du jederzeit ohne Termin als Notfall zu einem Frauenarzt gehen und kommst mit Sicherheit ran, wenn Du sagst, dass Du ungewollt schwanger bist.
  • Falls Du wirklich schwanger bist, solltest Du Dir UNVERZÜGLICH einen Termin für eine dringliche SCHWANGERSCHAFTSKONFLIKTBERATUNG geben lassen. ProFamilia berät neutral, professionell und umfassend. Auf profamilia.de findest Du rechts-oben "Angebote vor Ort" und kannst dort eine nahegelegene Filiale kontaktieren. Nach der Beratung hast Du immer noch ALLE Optionen und kannst Dich fundiert entscheiden.
  • In Deutschland hat jede Frau die freie Wahl, eine Schwangerschaft auszutragen oder abzubrechen. Diese freie Wahl sollte sie nutzen und dabei ihre Lebensziele und Lebensplanung, ihre eigenen Ansichten und Wertvorstellungen, ihre wirtschaftliche Lage und die eventuelle familiäre Zukunft und Partnerschaft berücksichtigen. Schwangerschaftsabbrüche sind immer eilig. In Deutschland gilt die strenge Fristenlösung, nach der Abbrüche nur bis zur 12. Woche nach Empfängnis erlaubt sind. 
  • Bis zur 12. Woche hat ein Embryo mit Sicherheit KEIN Bewusstsein, keinerlei Gefühle wie Angst und kein Schmerzempfinden. Anhaltspunkte nach Entwicklung: erste Motorik (16. SSW), Schmerzreizweiterleitung (ab 24-28, SSW), Bewusstsein (nicht vor 30. SSW) und Schmerzempfinden (35.-37. SSW): http://www.svss-uspda.ch/de/facts/embryo.htm
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Hallo Sharly,

ich habe auch eine Abtreibung hinter mir, allerdings nicht unbedingt freiwilliger Natur.

Ich war gewollt schwanger und super happy bis in der 15. SSW festgestellt wurde, dass das Baby nicht lebensfähig ist. Für mich brach eine Welt zusammen. Wir haben 3 verschiedene Pränatalspezialisten aufgesucht, die uns bestätigt haben, dass unser Baby einen so gravierenden Herzfehler hat, dass es auf gar keinen Fall lebensfähig ist. Ich hätte das Baby bis zum Ende austragen können. Das konnte und wollte ich jedoch nicht.

Ich habe mich dann für einen Abbruch entschieden. Bei mir wurden in der 16. SSW mit Medikamenten die Wehen eingeleitet und ich habe das Baby tot zur Welt gebracht (es war bei Einweisung ins KH bereits tot). Danach hatte ich eine Ausschabung. Das war vor 3 Monaten.

Ich leide immernoch sehr darunter, was aber natürlich daran liegt, dass ich das Baby natürlich gern behalten wollte.

Leider kann dir niemand diese Entscheidung abnehmen. Lass dich sachlich und wertfrei beraten.
Als Mutter, die ihr Kind verloren hat kann ich dir mir persönlich eine Abtreibung eines gesunden Babys natürlich nicht vorstellen. Ich kenne deine Beweggründe aber auch nicht.

Alles Gute für dich.

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Viele authentische Erlebnisbericht von Frauen sowie sachliche Infos über die verschiedenen Methoden des Schwangerschaftsabbruchs usw. findest du auf www.svss-uspda.ch

Für mich persönlich war der Albtraum VOR dem Abbruch, die ungewollte Schwangerschaft. Danach einzig Erleichterung. Aber das ist für jede Frau anders, je nach Situation, Gründen für den Abbruch, Weltanschauung, persönlichem Umfeld. Die wenigsten Frauen, die sich überlegt zu diesem Schritt entscheiden, bereuen dies nachher.

Wenn du ambivalent bist, such dir eine gute, wertneutrale Beratung. Das ist in Deutschland ohnehin obligatorisch. Aber lass dich nicht durch Fehlinformationen und moralisierende Postings beeinflussen.

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Hallo

Bei einem medimentösen Abbruch nimmst Du 1-3 Tabletten Mifegyne in einer Arztpraxis/Spital ein. 2 Tage danach musst Du weitere Tabletten einnehmen. Machst Du einen Abbruch in einer Privatpraxis, was ich Dir empfehle, kannst Du oft die zweiten Tabletten/Zäpfchen zuhause einnehmen. Ca. 3 Stunden später beginnen die Blutungen. Am besten machst Du den Termin an einem Mittwoch, damit die zweiten Tabletten/Zäpfchen am Freitag genommen werden, dann hast Du das Wochenende vor Dir. Die Mehrheit der Frauen schätzt diese Methode, sie ist aber nur bis zur 9. Woche möglich.

Bei einer Absaugung gibt es entweder eine solche mit Kurzschlaf oder mit örtlicher Betäubung, wobei letztere nicht jeder anbietet. Der Vorteil ist, dass es schnell geht und länger möglich ist (bis zur 14. Woche).

Die meisten Frauen erleben eine Abtreibung als eine Erleichterung und ist der Entscheid mal gefällt, möchten sie nicht noch lange warten.

Wichtig ist einmal, die Schwangerschaft durch einen Frauenarzt bestätigen zu lassen und danach einen Beratungstermin z. B. bei Pro Familia abzumachen. Eine Abtreibung ist mit einer Bedenkzeit von 3 Tagen danach möglich.

Die meisten Frauen bereuen eine Abtreibung nicht. Wenn Du Dich dazu frei entscheidet und von normaler psychischer Gesundheit bist, wirst Du damit klarkommen.

Für eine Abtreibung gibt es viele Gründe. Was wären denn Deine? Mögliche Gründe sind Alter, noch in Schule/Ausbildung/Studium, alleinstehend, arbeitslos, Familienplanung abgeschlossen, Überforderung, finanzielle Situation etc.

Ich denke, Du wirst schon richtig entscheiden und wünsche Dir, dass Du diesen bevorstehenden Entscheid mit beruhigtem Gewissen fällen kannst.

Alles Gute Dir.

Freundlichen Gruss

tm

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abtreiben kannst du bis zur 12. woche. vorher musst du zur schwangerenkonfliktberatung und dort einfach nur sagen, dass du nicht austragen willst. dann dauert es keine zwei minuten, du bekommst deinen zettel und kannst gehen. den bringst du zur krankenkasse und die berechnen was dich eine schwangerschaft kostet. auch das dauert nicht sehr lange.

diese dinge müssen 48 h vor der abtreibung spätestens erledigt werden. bei dem medikament bekommst du erst eine und am nächsten tag zwei weitere. du gehst nach hause, wenn der arzt nicht weit weg ist und wartest bis es vorbei ist. is ähnlich wie wenn deine tage stärker kommen. das ist möglich bis zur 7. woche.

darüber hinaus gibts dann nur noch die ausschabung, procedere mit dem papierkram ist das gleiche.

wenn du der meinung bist das du garnicht willst und absolut aus welchen gründen kein kind willst, dann beeinträchtigt dich das vorher und nachher überhaupt nicht. ich habe mich entschieden gegen ein kind als ich mitten in meiner ausbildung war. ich hatte schon zwei kinder und ich hätte alles unterbrechen müssen. das war nicht möglich. eine wirkliche beziehung hatte ich damals auch nicht und der mann war mitten in seiner abschlussarbeit an der uni. darum habe ich mich dagegen entschieden und es hat mich in keiner weise beeinträchtigt und auch danach in keiner weise bewegt. das sagte damals auch die dame von der schwangerenberatung. 99% der frauen die freiwillig abtreiben, haben danach weder irgendwelche schuldgefühle, noch bereuen sie es.

nur musst du das für dich ganz allein entscheiden. abnehmen kann es dir keiner. es gibt sehr viele hilfen: bildung und teilhabe, elterngeld, alg2, stiftung für mutter und kind, unterhaltsvorschuss. das sind auch alles hilfen die du dir bei profamilia holen kannst. du entscheidest nicht falsch, da du weißt ob du das stemmen kannst, stemmen willst und auch unter dem aspekt wenn du es allein machen musst. es sind 18 jahre deines lebens mindestens die dich das beschäftigt. also entscheide für dich was DU willst und nicht dein freund, deine familie oder deine kumpels. nur DU entscheidest über deinen körper: dafür oder dagegen.

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Kommentar von Sharly2704
04.12.2015, 08:18

Ich verbessere mal das es mit den Medikamenten bis ende der 9ten woche möglich ist.

ich kenne den ganzen ablauf usw. Aber ich wollte eben persönliche Erfahrungen.  Das ist immernoch andefs.

hast du damals nicht mal gezweifelt? Ob du es nicht doch bereuen könntest?  Mir geht dss thema leider sehr nahe

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Ich stand selbst vor 2 Jahren an diesem Punkt, ich war zu einem völlig ungünstigen Zeitpunkt schwanger geworden. Ich entschied mich damals für das Kind, da ich ahnte, an einer Abtreibung seelisch kaputt zu gehen. Heute weiß ich, dass es so gewesen wäre.

Du kannst nur die für dich richtige Entscheidung treffen. Höre in dich rein, spiele verschiedene Szenarien durch. Lass dich aber bloß nicht von außen beeinflussen.

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Kommentar von blumenkanne
03.12.2015, 17:08

das kannst du heute nicht sagen, weil du dich für ein kind entschieden hast u. dir heute eine andere entscheidung nicht mehr vorstellen kannst. es war deine entscheidung.

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Kommentar von MaggieSimpson91
03.12.2015, 18:19

Doch das kann ich. Aber danke für deinen Kommentar.

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Hallo!Ich stand auch vor dieser Entscheidung, habe in der 11 (!!!)Woche erst die Schwangerschaft bemerkt...gar nicht mehr viel Zeit nachzudenken.Da ich bei einer Freundin 1Jahr vorher eine Abtreibung miterlebt habe und sie lange zeit gebraucht hat damit fertig zu werden,war ich sozusagen schon vorgeprüft.Sie hatte viele gute gründe,trotzdem ging es ihr sehr schlecht.Heute sagt sie das es richtig war.Mein Sohn ist mittlerweile 9Jahre.Es war nicht immer einfach,es hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt, manche Ziele hab ich nicht erreicht aber:ich hab es nie bereut.Ich bin froh so entschieden zu haben und wünsche dir das du auch die für dich richtige Entscheidung triffst!!!Viel Glück! !!

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Liebe Sharly, ich denke die Expertenmeinung ist schon ganz richtig. Du musst für Dich ganz allein entscheiden! Deinem kleinen hilft es ja nicht, wenn Du am Ende nicht durchhalten kannst. Du bist in erster Linie DIR verpflichtet! Ohne Dich, wird es für das Kind schwieriger - Moral hin oder her. Du solltest dir schon sicher sein, dieses auch wirklich zu wollen. Es ist eine Entscheidung, die alles verändert und lange dein Leben bestimmen wird.

Viel Stärke und DEINE unabhängige Entscheidung wünsche ich Dir! L. G

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Hallo Sharly,

häufig liegt die Unsicherheit und Angst ja eher an der Entscheidung selber. Der Zeitraum für einen medikamentösen Abbruch ist ja auch deutlich geringer. Ich kenne deine Lebensumstände nicht... Bei einem med. Abbruch obliegt vieles in deiner Verantwortung. Einige FA geben die Tabletten sogar mit nach Hause und die muss dann selber eingeführt werden. Zudem bisst du bei der Abbruchblutung zu Hause. Entscheidend ist hierbei vielleicht auch die Frage, ob evtl. schon Kinder im Haushalt leben. Die körperl. Auswirkungen können doch etwas mehr sein, so dass sie (und du) mitbekommen, dass etwas ist.

Ein chir. Eingriff ist eben auch ein Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. Dadurch, dass er äztl. durchgeführt wird, ist er etwas "kontrollierter" und die Verantwortung durch den Arzt ist gegeben.

Hast du mit deinem Partner über die Situation und deine Sorgen gesprochen?

Die Entscheidung triffst letztendlich du alleine. Vielleicht kannst du sonst auch noch Rücksprache mit einer Schwangerenberatungsstelle hatlen!?

Ich wünsche dir viel Kraft und das du die für dich richtige Entscheidung triffst!

LG

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Kommentar von annemarie37
03.12.2015, 12:20

Kleine Bemerkung: der chirurgische Eingriff kann auch mit Lokalanästhesie oder dann mit einer kurzen intravenösen Narkose durchgeführt werden...

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Ich persönlich kann Dir weder den medikmenteusen Abbruch noch den Eingriff empfehlen. Denn Beides kann für Dich zu einer Verlusterfahrung werden, die Dich über Jahre hinweg körperlich und psychisch belasten kann.

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