Erfahrungen in der Wirtschaftsinformatik?

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2 Antworten

Ich hatte Wirtschaftsinformatik in Zürich studiert, im Alter von 21 Jahren damit begonnen und mit 26 Jahren abgeschlossen. Ich würde das Studium wieder machen, es gibt einen guten Ausgleich zwischen technischen und wirtschaftlichen Themen.. Am Schluss muss man von allem etwas wissen und ist nicht ein "Fachidiot", der nicht über den Tellerrand hinausschaut.

Die Arbeitszeiten in der Berufswelt nach dem WI-Studium hängen gar nicht mit dem Studium oder dem Beruf zusammen, sondern das ist von Firma zu Firma sehr unterschiedlich. Am meisten verdienst Du bei den Banken und Versicherungen, allerdings sind dort auch die Arbeitszeiten am höchsten und es ist generell eher stressig. Mit 8.5 Stunden oder mehr pro Tag musst Du also rechnen. Einige Firmen geben ihren Mitarbeitern auch nach wie vor nur das gesetzliche Minimum (Schweiz) von 4 Wochen Urlaub.

Einkommen variieren für Normalangestellte (also ohne Kaderfunktion, aber auch keine Lernenden etc.) zwischen 60'000 und 130'000 CHF, was je nach Alter, Ausbildung, Branche, Firma, Berufserfahrung, Stellenkonkurrenzdruck, Verantwortungsbreite und allgemeiner Wichtigkeit der Funktion hinsichtlich Betriebsergebnis stark variieren kann. Ich würde sagen, aktuelle Durchschnittslöhne für Einsteiger mit universitärem Abschluss auf dem Gebiet bewegen sich so zwischen 60'000 und 75'000 CHF. Saläre über 100'000 CHF werden aufgrund des steigenden Lohndrucks durch massenhaft günstigere Arbeitskräfte aus dem EU-Ausland meines Wissens bei Neueinstellungen immer seltener noch bezahlt; die "goldenen Zeiten" für Informatiker jeder Art sind längst vorbei, währenddessen gleichzeitig die Arbeitsbelastung steigt und viele Firmen wegen des Kostendrucks ihre IT-Tasks in Billiglohnländer outsourcen und gleichzeitig Informatiker reihenweise entlassen. Trotzdem hat man als Wirtschaftsinformatiker immer noch gute Berufschancen. Probleme bei der Stellensuche fangen allerdings bereits nach dem 40. Altersjahr an, weil man dann schon für viele, vor allem kleinere Firmen, zu teuer ist.

Wirtschaftsinformatiker ist auch kein Beruf an sich, sondern die Spannweite ist sehr breit, von techniklastigen Berufen (z.B. Programmierung von Bankensoftware) bis zu Business-Analysten und Projektleitern ist alles möglich. Man sollte in seinem Studium schon früh überlegen, ob man eher einen technischen oder einen wirtschaftlich-orientierten WI-Beruf später ausüben möchte.

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Ich weiß nicht wie es in der Schweiz ist, aber allgemein kann man sagen, das Verhältnis Informatik:Wirtschaft liegt in etwas bei 70:30, oder sogar 80:20.

Wenn man keine Freude am Coden von SQL oder Java hat, ist das eine ziemliche Qual. Außerdem zielt das Studium darauf ab im Berufsleben ein Bindeglied zwischen kaufm. und Informatik-Bereichen zu sein und eignet sich daher für Projektarbeit/-management. Man muss die Fachsprache der Ökonomen und Informatiker beherschen und das eigenet sich in erster Linie für größere Unternhemen. Kleine bis mittelständische Unternehmen werden diese Leistungen wohl extern beziehen.

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