Frage von wurstbemmchen, 25

Erfahrung mit gesplitteter betriebskostenabrechnung?

Kann man übliche Betriebskosten (1.1.-31.1. anteilmäßig) in Rechnung stellen und zeitversetzt (abrechnungsperiode 1.6.-31.5.) die Kosten für Heizung, warmwasser, Kaltwasser (nach Verbrauch)? Was muss dabei beachtet werden, außer Verjährungsfrist? Gibt es dazu irgendwelche Gerichtsurteile? Habe leider dazu nichts im Internet gefunden. Oder gibt es dafür einen speziellen Begriff?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von anitari, 9

Es ist zulässig für unterschiedliche Betriebskostenarten verschiedene Abrechnungszeiträume zu wählen.

Theoretisch könnte man das für jede einzelne BK-Art. Praktisch wäre das aber viel zu umständlich, darum macht das kein Vermieter.

Was aber viele Vermieter machen ist einen Abrechnungszeitraum für die Heizkosten, meist dem des Heizenergieversorgers angepaßt, und einen für die übrigen BK-Arten zu wählen.

Wichtig ist lediglich das der Abrechnungszeitraum 12 Monate, das kann jeder x-belibige Zeitraum von 12 Monaten sein, beträgt und die Vorauszahlungen des Mieters berücksichtigt werden.

Kann man übliche Betriebskosten (1.1.-31.1. anteilmäßig) in Rechnung
stellen und zeitversetzt (abrechnungsperiode 1.6.-31.5.) die Kosten für
Heizung, warmwasser, Kaltwasser (nach Verbrauch)?

1.1. - 31.12. meinst Du sicher.

Das kann üblich sein und ist auch zulässig.

Heiz- und WW-Kosten müssen, bis auf ganz wenige Ausnahmen, gemäß Heizkostenverordnung abgerechnet werden. Das heißt ein Teil, meist 30 %, der Gesamtkosten nach der Wohnfläche und der Rest nach Verbrauch.

Kaltwasser muß, sofern alle Wohnungen mit Zwischenzählern ausgestattet sind, nach Verbrauch abgerechnet werden. Ansonsten, wenn vertraglich nicht anders vereinbart, nach der Wohnfläche.

Oft wird Kaltwasser zusammen mit den Heiz- und WW-Kosten abgerechnet.

Was muss dabei beachtet werden, außer Verjährungsfrist?

Die Verfristung.

Betriebskosten müssen innerhalb einer bestimmten Frist, 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraumes, abgerechnet und die Abrechnung dem dem Mieter zugestellt  werden, wenn der Vermieter eine Nachzahlung geltend machen will.

Gibt es dazu irgendwelche Gerichtsurteile?

Es gibt den § 556 des BGB

https://dejure.org/gesetze/BGB/556.html

Zum Schluß muß der Vermieter beide Abrechnungen zu einer "zusammen setzen", die gesamten Vorauszahlungen des Mieters im Abrechnungszeitraum gegenrechnen und die Abrechnung dem Mieter fristgerecht zustellen.

Oder jede Abrechnung separat. Dann muß er aber auch die Jeweiligen Vorauszahlungen entsprechend berücksichtigen.

Kommentar von wurstbemmchen ,

Kann ich das Kaltwasser auch anteilmäßig in den Betriebskosten abrechnen (nach Wohnfläche) und bei Heizung/WW (nur energiekosten zum erwärmen) Wasser weglassen? Oder muss kaltwasser nach Verbrauch abgerechnet werden?

Kommentar von anitari ,

Kann ich das Kaltwasser auch anteilmäßig in den Betriebskosten abrechnen (nach Wohnfläche) 

Natürlich. Nach Wohnfläche aber nur wenn nach Verbrauch nicht möglich und vertraglich nicht anders vereinbart.

und bei Heizung/WW (nur energiekosten zum erwärmen)

Zu den Kosten für Heizung und WW-Aufbereitung gehört aber mehr als nur Heizenergiekosten. Unter anderem auch die Kosten der Wartung, der Emissionsmessung und des Betriebsstroms. Um nur die wichtigsten Heiznebenkosten zu nennen.

Erst jetzt bemerke ich das Du nicht als Mieter fragst;-)

Ich rate dir dringend, zumindest für den Anfang, die Abrechnungen unter fachlicher Anleitung zu machen oder von Fachleuten machen zu lassen.

Abrechnung Heiz- und WW-Kosten ist für Laien/Anfänger ziemlich schwierig. Außer es ist ein 2FH in dem Mieter und Vermieter gemeinsam wohnen. Hier darf die Heizkostenverordnung außer acht und einfach nach der Wohnfläche abgerechnet werden oder einem anderen, vertraglich vereinbarten, Umlageschlüssel.

Hier noch etwas Lesestoff zum Thema

http://www.nebenkostenabrechnung.com/

Noch mal zur Überschrift, ich splitte lieber die Rechnung des Heizenergieversorgers;-)

Kommentar von wurstbemmchen ,

Ok, danke erstmal. Die Kosten für Heizung und WW wird vom Profi berechnet. Ich hab nur die anderen Kostenpunkte kalkuliert.

Kommentar von anitari ,

Kluge Entscheidung. Aber bedenke auch Profis können Fehler machen. Der Prellbock des Mieters ist immer der Vermieter, nicht sein Erfüllungsgehilfe.

Kommentar von wurstbemmchen ,

Ich hab noch eine Frage. Sorry ☺️
Kann ich bei den kalten Betriebskosten als Überschrift Betriebskosten schreiben? Oder muss ich das irgendwie deutlich machen, dass da noch Heiz und WW kosten separat kommen.

Kommentar von anitari ,

"Überschrift" Betriebskostenabrechnung, darunter Abrechnungszeitraum vom 01.01.20xx - 31.12.20xx

dann

die Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten für den Zeitraum 01.xx.20xx - xx.xx.201xx erfolgt separat durch Firma XYZ

oder

Betriebskostenabrechnung ohne Heiz- und Warmwasserkosten

Abrechnungszeitraum ...

Kommentar von wurstbemmchen ,

Dankeschön

Antwort
von konstanze85, 11

Klar kann man. Wird das nicht immer so gemacht, wenn man irgendwo mitten im jahr eingezogen ist? Die differenz wird dann noch dem vormieter in rechnung gestellt.

Kommentar von wurstbemmchen ,

Es geht nicht um ein- oder Auszug. Sondern um eine geteilte Nebenkostenabrechnung

Kommentar von konstanze85 ,

Für ein und denselben mieter? Warum sollte man das tun? Abrechnungszeiträume und ablesungen sind immer für ein kalenderjahr.

Kommentar von anitari ,

Abrechnungszeiträume und ablesungen sind immer für ein kalenderjahr.

Falsch. Abrechnungszeitraum immer 12 Monate. Ob nun die Monate Januar - Dezember oder z. B. Juni eines Jahres bis Mai des Folgejahres, ist völlig egal.

Warum sollte man das tun? 

Weil das z. B. bei den Heizkosten mit dem Abrechnungszeitraum des Heizenergieversorgers übereinstimmt.

Antwort
von albatros, 4

Das ist so grundsätzlich korrekt. anitari hat dazu hervorragend und umfänglich geantwortet. Da gibt es nichts dran zu deuteln, verlass dich drauf.

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