Frage von Isildur, 165

Erfahrung mit einem merothischen Ledergebiss?

Guten Tag,

als Alternative zur Einschannlung einer "normalen Trense" in den Kappzaum, ist mir die Idee gekommen ein merothisches Ledergebiss zu verwenden, da sich dort die "Ringproblematik" (siehe letzte Frage) nicht ergeben würde. Meine Fragen:

Stört der "Kinnriemen" die Pferde? Wie sieht es dort mit der seitlichen Einwirkung aus? Wie verhält es sich mit Stellung und Biegung? Muss man sich Gedanken um mögliche Gerbstoffe im Leder machen? Wie haltbar ist das Ganze? Verrutscht es? Ist es übrhaupt empfehelnswert?

Um einer Diskussion vorzubeugen die am Thema vorbeigeht, bitte ich darum mir persönlich zu schreiben, wenn man mit der vermutet Verwendung/Ausbildungsmethode oder sonst etwas nicht einverstanden ist. Alle anderen bitte ich inständig Antworten die am Thema vorbei gehen zu ignorieren. Vielen Dank.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 76

Ich reite jetzt seit 15 Jahren mit dem Ledergebiss. Meine Stuten und auch der Wallach haben sich niemals beschwert über den Kinnriemen oder irgendeinen anderen Teil des Gebisses.

Du wirkst damit genauso aufs Pferd ein wie mit einem Metallgebiss, bis auf das das es eben anschmiegsamer ist.

Gerbstoffe sind gerade bei Meroth nicht drin.

Haltbar ist es sehr lange - mein erstes hatte ich rund 10 Jahre mein zweites habe ich jetzt 5 Jahre, aber eine Naht ist aufgegangen, die muß ich erst mal wieder nähen lassen.

Verrutschen kann das gar nicht, du brauchst ja nicht mal ein Kopfstück, Gebiss und Zügel reichen.

Meine Stute hat nicht viel Kinn, weshalb ich es zu fest zu machen müsste um noch bequem zu sein, deshalb hat sie eine normale Einohrtrense dran.

Ich empfehle es sehr - finde es das beste was es auf dem Markt gibt.

Kommentar von Isildur ,

Vielen Dank - Kinn hat sie viel, dass müsste reichen^^. Wie ist das wenn das vollgesabbert ist, ist es dann anfangs nicht recht hart und fest?

Kommentar von friesennarr ,

Abwaschen vom Sabber, aber dann:

Doch ist es - nicht so hart wie ein Metallgebiss, aber doch schon getrocknetes Leder halt.

Wenn du es täglich benutzt, dann bleibt es relativ feucht über Nacht, wenn du es aber paar Tage im Spint hängen hast, dann ist es hart. In Öl lagern - ölgetränkten Lappen drumwickeln - oder 2 Minuten im Pferdemaul eingespeichelt und es ist wieder weich.

Kommentar von Isildur ,

Öl nimmt man wahrscheinlich normales Speisöl? Ich muss mich da noch mal schlau(er) machen. Muss es wahrscheinlich im Winer mit nach Hause nehmen da es sonst einfriert?!

Kommentar von friesennarr ,

Speiseöl z.b. das Salatöl vom Aldi. Mit nach Hause nehmen mußt du das nicht - oder habt ihre eure Ausrüstung außen gelagert? Eingefroren ist mir noch keines.

Meines hängt das ganze Jahr im Spint und wird genutzt, so wie es da hing. Ich mach mir nicht mal die Arbeit, das zu umwickeln.

Kommentar von Isildur ,

Nein, die lagert schon innen^^

Kommentar von friesennarr ,

Dann mach dir weniger Gedanken drum, sondern probier es einfach mal aus.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 93

ich habe das Merothische Gebiss verwendet, es dann aber wieder gelassen. Mein Pferd ging auf Metalltrense besser. Nur mit Kinnriemen, also wie ein Indianergebiss, würde ich es nicht versuchen. Mein Araber, der allerdings ein flaches, weiches Kinn hatte, hatte das Gebiss kurzerhand ausgespuckt. Ich habe es dann in einen normalen Trensenzaum ohne Kinnriemen eingeschnallt.

Aber eine Freundin von mir hat ihre Vollblutstute jahrelang mit dem Ledergebiss, normal in die Trense eingeschnallt, geritten. Das Pferd mochte das Gebiss.

Wie es mit Gerbstoffen aussieht, weiß ich nicht. Ich vertraue aber mal dem Hersteller, dass er Pferden kein Gift ins Maul tut. Man muss es vor dem ersten Gebrauch eine Zeitlang in Speiseöl einlegen und das auch hin und wieder wiederholen.

Kommentar von Isildur ,

Vielen Dank. Die Stute hat "viel" Kinn. Vllt. finde ich mal eins zum "ausprobieren".

Antwort
von CarosPferd, 57

ein  naher Verwandter von mir hatte ein Pferd, das kam mit einem normalen Gebiss nicht zurecht, gebisslos auch nicht.

Dann hat er ein ledergebiss ausprobiert und damit war das Pferd sehr zufrieden, also auch einfach sehr individuell wie jedes Pferd darauf reagiert. Für unseren war es die perfekte Alternative :) und er lief bis zu seiner Rente sehr gut damit.

Ich würde nicht versuchen dieses Gebiss selbst zu basteln sonder Kauf eins, dann denke ich musst du dir keine Gedanken um schädliche Stoffe machen, da es ja dafür hergestellt wurde um ins Maul zu kommen.

Kommentar von Isildur ,

Nein,

vom selbstbasteln von wichtigen Ausrüstungsgegegnständen nehme ich Abstand ;-) Das würde dann schon ein gekauftes werden. Danke für deine Antwort.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten