Erfahrung mit betreuten Wohnen für Jugendliche Wie ist es und wie laüft es da ab?

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2 Antworten

Hallo,

ich bin zwar in keiner WG für Jugendliche gewesen, aber in einer TWG für junge Erwachsene ab 21 Jahren. Bei mir war es teilbetreut (Schlüssel 1:6), heißt an Wochentagen ist für ein paar Stunden da, am Wochenende und an Feiertagen ist man auf sich allein gestellt. 

Bei uns war es so, dass überwiegend alle für sich geblieben sind, nur hin und wieder haben wir was zusammen unternommen (allerdings nie alle 9 auf einmal...). Jeder musste einmal in der Woche zum Einzelgespräch und einmal in der Woche gab es eine Gruppe (Pflicht) zu der sich alle versammelt haben und besprochen wurde, wie es jetzt weiter geht, was ansteht, was schief läuft usw. 

Handys, Laptop, Fernseher - das alles durften wir behalten, Tag und Nacht. WLAN wurde vom Haus gestellt. Zimmerkontrollen gab es x2 pro Jahr (das lag aber daran, dass sie das Haus gekauft hatten und sicher gehen wollen, dass wir die Zimmer nicht verschimmeln lassen und nicht direkt an uns.). Telefonisch konnte man die Betreuer rund um die Uhr erreichen und es gab keinerlei Begrenzungen in puncto Ausgang. Für die Freizeitgestaltung standen uns diverse Fitnessgeräte, ein großer Garten mit Teich, eine Tischtennisplatte, ein voll ausgestattetes Wohnzimmer und ein Fußballkicker zur Verfügung.

Eine WG für Jugendliche bis 21 habe ich mir auch mal angeschaut... Alkohol ist dort komplett verboten, genau wie das Rauchen. Dort war rund um die Uhr mindestens ein Betreuer vor Ort. Er/sie hat auch dort in einem eigenen Zimmer genächtigt. Es gab eine feste Struktur für arbeits-/schullose Jugendliche mit Aufgaben, die zu erledigen sind. Die Struktur für Schüler bestand aus Hausaufgaben- und Nachhilfeplänen.

Gegessen und gekocht wurde in dieser WG jeden Abend gemeinsam. Dabei gibt es dann den "Kochdienst" und den "Abräumdienst". Jeder hatte also seine Aufgabe und musste sich aktiv am Gemeinschaftsleben beteiligen. Auch dort gab es Einzelgespräche - allerdings x2 die Woche. Auch eine wöchentliche Gruppe gehörte dort zum festen Programm. 

Das Problem bei deiner Frage ist, dass nicht jede betreute WG gleich ist. Es kommt ganz darauf an, in welche Art von Betreuung du kommst. Du musst bedenken, dass es in einer WG für Depressive völlig andere Regeln gibt als in einer WG für Süchtige (nur mal so als Beispiel...). Wie du im Endeffekt mit deinen Mitbewohnern zurecht kommst, kann ich dir leider nicht verraten, da ich weder dich noch sie kenne... 

Mein abschließender Rat ist: Überlege es dir sehr gut! Ich wollte anfangs zwar hin (jaja, das typische "Ich will weg von daheim, raus in die große weite Welt!"), aber im Endeffekt war ich nach all den Monaten heilfroh dort endlich ausziehen zu können. Alles, was du tust und die Betreuer mitbekommen wird analysiert und dokumentiert. Du musst dann dein dysfunktionales Verhalten erklären und es verändern... Ziemlich mühsam...

Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem weiteren Werdegang!

Liebe Grüße, Annika

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Kommentar von nhevigrande
17.11.2015, 20:25

Ich danke dir!

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Kommt ganz darauf an wo du landest. Ich war in Heimen, da waren die Betreuer sch...und in Heimen, da War es gut. Mit Handys kann ich Dir nicht helfen, bei mir gab es damals noch keine.

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