Frage von user1245,

Erbschein und Kosten

Wenn man einen Erbschein beantragt, bekommt man ja zur Kostenfeststellung einen Vordruck zu geschickt, in dem man alle Werte, vorhandenen Grundbesitz und Vermögen des Verstorbenen eintragen muß, damit vom Gericht die Kostenberechnung durchgeführt werden kann.

Wie ist das eigentlich, wenn man dort Angaben nach besten Wissen und Gewissen macht und viel später stellt sich dann heraus, dass das Vermögen doch erheblich höher ist. Muß ich selbst eine Berichtigung anzeigen, kommt das Gericht und fordert einen noch einmal auf...?

Nach welcher Gesetzesgrundlage ist das geregelt?

Hilfreichste Antwort von traumtochter,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Du musst den Kostenschein ja erst nach einer gewissen Zeit ausfüllen. Bis dahin hast Du genug Zeit, das Erbe zu prüfen und Dir sollte auch die Höhe bewusst sein. Das Problem ist, wenn Du noch einen hohen Bargeldbestand findest und diesen bei der Bank einzahlen möchtest, könnte es sein, das diese nachfragt und dann es weiter gibt. In dem Fall würde ich es nachmelden. Es ist nicht wirklich viel, was so ein Erbschein kostet, da würde ich auf Nummer sicher gehen.

Kommentar von user1245,

Danke, aber bitte, keine eigenen Meinungen, sondern nur fundierte Kenntnissen. Ich wurde bereit 3x aufgefordert den Nachweis auszufüllen aber durch besondere Umstände ist es nicht möglich. Also, was passiert, wenn ich ihn jetzt ausfülle und es stellt sich nachher ein höhers Erbe heraus?

By the way, es geht hier nicht um 1000€ Nachlass, der Erbschein ist teuer für uns. Darum geht es aber nicht, sondern um evtl. Strafen bei Falschaussage...

Kommentar von traumtochter,

Bei mir war es auch so, es ging um eine höhere Summe, wo ich mir nicht sicher war, ob ich sie bekomme. Ich habe dort angerufen und sie haben mir geraten, diese mit anzugeben, wenn es nicht so ist, bekomme ich das Geld wieder erstattet. Es dauert eine Weile, bis die Kostenrechnung kommt. Hier hast Du dann wieder Zeit, dagegen Einspruch zu erheben, das würde ich dann an Deiner Stelle auch machen, bis die Geschichte geklärt ist. Ich habe das Geld bekommen, daher musste ich mich nicht noch mal bemühen.

Kommentar von user1245,

Okay....das zieht sich jetzt aber schon 2,5 Jahre hin und der Rechtstreit nimmt kein Ende. Ich muß so langsam mal abschließen mit einigen Basics. Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass mir weiteres Vermögen zusteht, der Gegener tut dafür, was er kann (unberechtigt). Bevor man was vom Gericht zurückbekommt, streiten sich wahrscheinlich schon meine Erben...;-)

Antwort von imager761,

Mit deiner Unterschrift unter den Wertermittlungsbogen NZ 17 bestätigst du zum einen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben.

Gleichermassen unverständlich und unglaubhaft, wenn nach 2,5 Jahren Nachlassprüfung (!) da Vermögenswerte unentdeckt geblieben sein sollen es sein denn, es sind Schwarzkonten oder Bargeldbestände bekannt, die man verschweigen möchte.

Keine gute Idee - bekanntermassen kann die Erbschaftssteuerstelle Geldflüsse und Vermögenserwerb ganz gut nachverfolgen und 10 Jahre lang rückwirkende Bescheide erteilen :-O

Zu einer entsprechenden Auskunft sind die Banken den Finanzbehörden verpflichtet :-)

Und genau diese Beiziehung der Erbschaftssteuerakten darfst du, selbst oder gerade wenn du das entsprechende Feld nicht ankreuzt, mal voraussetzen.

Die Gesetzesgrundlagen einer Nachforderung zur Erbscheinsgebühr ist in § 15 (1) S. 2 KostO geregelt.

Erbschaftssteuernachzahlungen und Steuerhinterziehungstatbestände sind da eine ganz andere Hausnummer.

G imager761

Kommentar von eloise,

Ich möchte endlich mal mein Kompliment aussprechen für die zahlreichen und gut begründeteten und soweit ich es nachvolziehen kann richtigen Antworten. Ich ziehe aus den Beiträgen von imager761 viele neue Erkenntnisse. Lese immer mit Interesse seine Beiträge. Ich lese immer mit großem Interesse seine Ausführungen. Klasse.

Kommentar von eloise,

Tut mir leid. Ich wollte gerne den vorletzten Satz löschen - doch der PC hat gestreikt. Ansonsten - nochmals meine Anerkennung für imager761.

Kommentar von user1245,

Genau das ist das Problem und nicht jeder, der eine solche Frage stellt, ist ein potentieller Steuerhinterzieher...also vorsicht mit Unterstellungen, wenn man den Hintergrund nicht kennt...wir beide sind ja schon öfter aneinandergeraten.

Nichts desto Trotz, habe ich auf ihren Beitrag gewartet...

Nichts das ich ihr "Freund" werden will, ich finde es nur unpassend, hier Details zu schreiben. Deshalb bitte ich sie mein Freundschaftsangebot zu akzeptieren und mir PN zu schreiben! Ich möchte ihre Sicht der Dinge lesen.

Kommentar von user1245,

Vielen Dank imager761!

Nun ist mir klar, dass du an den Hintergründen nicht interessiert bist, sondern einzig darum deine Kommentare, egal wie richtig, anzubringen. Egal...!

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