Frage von cavo59, 61

Erbschaftssteuer für Immobilie bei Tod eines Ehegatten?

Hallo, meine Frau und ich haben uns 2002 ein Haus gekauft, allerdings steht nur meine Frau im Grundbuch. Sollte ihr etwas passieren, was hoffentlich nicht eintritt, muß ich dann das ("unser") Haus erben und Erbschaftssteuer bezahlen.

Vielen Dank.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Liesche, 47

Wenn Ihr keine Kinder habt, und Du einziger Erbe wärest als Ehegatte, das Haus mehr wert wäre, wie 500 000 Euro, müßtest Du für den höheren Verkehrswert des Hauses auch Steuern zahlen.

Antwort
von Doriana, 9

Liesche hat ganz recht: Du würdest die Immobilie nur bis zu der Freibetragsgrenze von 500.000 € steuerfrei erben können. 

Vielleicht würde in eurem Fall aber auch eine Schenkung in Frage kommen? Zwar gibt es auch hier die Freibetragsgrenzen wie bei der Erbschaftssteuer, aber nach 10 Jahren kann der Freibetrag erneuert werden. 

Wenn ihr also eine Immobilie habt, die mehr wert ist als 500.000€ kann deine Frau zu Lebzeiten dir die Immobilie in Teilbeträgen schenken, in 10 Jahresabständen. Bzw. dir einen Teil schenken und den Rest (wenn er dann im Freibetrag liegt) anschließend vererben. Deine Frau kann sich auch (am besten über einen Schenkungsvertrag) ein lebenslanges Wohnrecht einräumen. So wie hier erklärt http://www.realbest.de/immobilienverkauf/immobilien-erben/schenkung/

Antwort
von sergius, 25

Wenn es sich um ein vom Erblasser (Ihrer Frau)  bewohntes Familienheim handelt, wäre dieses neben dem Freibetrag von 500.000 € steuerfrei, sofern der erbende überlebende Ehegatte 10 Jahre darin wohnen bleibt. das würde auch gelten, wenn es sich um ein Luxushaus im Millionenwert handeln würde.

Antwort
von NamenSindSchwer, 41

Wenn der Freibetrag (500.000€ bei Ehegatten) überschritten wird, dann ja.

Antwort
von miboki, 29

Wenn ihr etwas passiert und sie kein Testament hat, erbst Du aber nur das halbe Haus. Die andere Haushälfte erben dann ihre gesetzlichen Erben (Kinder, Eltern, Geschwister usw.). Daran solltet ihr auch denken. 

Kommentar von Petz1900 ,

wieso erben dann die Eltern, Geschwister usw ?
Das wäre mir neu.....

Kommentar von miboki ,

Der überlebende Ehegatte erbt neben den Kindern des Erblassers ein Viertel des Nachlasses (§ 1931 Abs. 1 BGB). Haben die Ehegatten im Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt, erhält der überlebende Partner zusätzlich ein weiteres Viertel der Erbschaft als pauschalen Zugewinnausgleich (§§ 1931 Abs. 3, 1371 BGB). Insgesamt erbt er also die Hälfte. Dadurch sollen langwierige Rechtstreitigkeiten über die Höhe des Zugewinns vermieden werden.

Ist die Ehe kinderlos geblieben, erbt der überlebende Ehegatte drei Viertel des Nachlasses. Neben den Eltern des Erblassers oder dessen Geschwistern, den sogenannten Erben der zweiten Ordnung, erhöht sich der Erbteil des Ehegatten von mindestens der Hälfte um den pauschalen Zugewinnausgleich von einem Viertel auf insgesamt drei Viertel des Nachlasses. Den beiden Elternteilen oder den Geschwistern steht jeweils ein Achtel zu, wenn es nur zwei Geschwister des Verstorbenen gibt.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.dehttp//www.finanztip.de/ehegattenerbrecht/#ixzz4O1Y13fKw

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community