Frage von Stutski, 96

Erbschaft von Freundin?

Guten Tag, eine gute Freundin meiner Mutter ist vor kurzem verstorben und nun wurde ein handschriftliches Testament in Ihrem Haus gefunden. Das Testament lautet folgendermaßen (abgeänderte Daten):

Ich Maria Kürster geb. Maldorf, geb. 01.01.1955 in Berlin, wohnhaft in Berlin, Hauptstraße 29. Ich bestimme hiermit folgendes: Nach meinem Tode erbt Frau Gustel Maier, geb. Detlefs, geb. 10.05.1957 in Hamburg, wohnhaft in Baustraße 10 in Berlin, das von mir gehörige Grundstück – Wohnhaus und Garten – in Berlin, Hauptstraße 29. Größe des Grundstücks: 7 Ar. Als auch für alle sonstigen Vermögensgegenstände.

Das Testmant ist wie schon erwähnt handschriftlich verfasst. Es ist ordnungemäß unterschrieben inklusive Datum. Wir waren nun heute beim Notariat und haben das Testament abgegeben. Die Sekretärin meinte das Testament sei nicht richtig formuliert und es könnte zu Schwierigkeiten kommen und es nun Auslegungssache des Notars wäre. Da der Notar nicht im Hause war konnten wir seine Meinung nicht einholen.

Sie hat keine Abkömmlinge (Kinder), Verwandte und auch keinen Ehepartner mehr.

Könnt ihr eventuell genauer erläutern was hier nicht korrekt formuliert ist und ob das Testament dadurch eventuell wirklich ungültig werden kann?

Vielen Dank.

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Antwort
von shannaragm, 27

Hallo, 

Also ich bin selbst Notarfachangestellte. Handschriftliche Testamente sind gerne mal "salopp" formuliert. Aber für mich ist der Inhalt klar. Die Frau wurde zur Alleinerbin eingesetzt. Aber es kann natürlich sein, dass das AG das anders auslegt. 

Das einzige "Problem", das ich sehe, sind tatsächlich Pflichtteilsberechtigte. Allerdings ist Pflichtteil ein reiner Geldanspruch. Hier käme vielleicht auch die Eintragung einer Grundschuld mit entsprechender Finanzierung in Betracht.

LG Shannaragm

Kommentar von Stutski ,

Hallo, was meinen Sie mit AG? Was sind in diesem Falle Pflichtteilsberechtigte? Wie erwähnt gibt es keine Kinder, keinen Mann wie auch keine anderen Verwandten. Vielen Dank.

Kommentar von shannaragm ,

AG ist die Abkürzung für Amtsgericht. Pflichtteilsberechtigte sind Personen die durch eine Verfügung von Todes wegen  (also Testament) von der Erbschaft ausgeschlossen worden sind. Hierzu gehören alle Abkömmlinge (Kinder, Enkel, Urenkel) aber auch Ehegatten oder Eltern.

Antwort
von Mignon4, 49

Das gesamte Testament muß handschriftlich verfaßt sein. Also nicht mit der Schreibmaschine geschrieben und dann nur unterschrieben sein. Ich nehme an, dass das Testament ein Datum hat und dass sich die Unterschrift der Erblasserin verifizieren läßt.

Ansonsten fällt mir nichts auf. Die Sekretärin des Notars ist nicht maßgebend. Ein Notar kann zwar beurteilen, ob ein Testament rechtswirksam ist, aber letztlich ist das Nachlassgericht dafür zuständig. Es erteilt die Erbscheine und nicht der Notar. Mit dem Erbschein ist die im Testament genannte Person als rechtmäßige Erbin festgestellt worden und kann sich als neue Eigentümerin ins Grundbuch eintragen lassen. Die Entscheidung liegt also beim Nachlassgericht.

Kommentar von wfwbinder ,

Genauso ist es, top Antwort.

Antwort
von brido, 54

Wenn das Haus mehr wert ist als der Pflichtteil der rechtmäßigen Erben? 

Antwort
von Ronox, 22

Was sie wohl gemeint hat, ist die Frage, ob die Formulierung als Erbeinsetzung oder Vermächtnis zu verstehen ist. Diese Auslegung liegt aber nicht in der Hand des Notars, sondern des Nachlassgerichts. Hier deutet aber alles auf eine Alleinerbeinsetzung hin.

Antwort
von Stutski, 46

Sie hat keine Abkömmlinge (Kinder), Verwandte und auch keinen Ehepartner mehr.

War eine sehr einsame Frau und hatte nur meine Mutter.


Antwort
von myzyny03, 34

Lies doch mal selber laut vor:

Was denkst du, bedeutet "als auch für alle sonstigen Vermögensgegenstände" ??

Die Formulierung ist jedenfalls nicht eindeutig.

Kommentar von Stutski ,

Das ist mir auch erst aufgefallen aber das wird nur ein Schreibfehler sein da der eigentliche Sinn dahinter zu verstehen ist. Davon gehe ich zumindest mal aus. Sprich nur das Wort "für" ist fehl am Platz.

Kommentar von myzyny03 ,

Naja, die ganze Formulierung, auch der erste Satz, dann das "von mir gehörige" ist alles nicht sauber formuliert. Wenn es aber ansonsten keine Verwandten gibt, kann man das insgesamt nicht fehldeuten.

Antwort
von HansWurstAtHome, 42

Ich finde es ist eindeutig vormuliert.

Kommentar von Stutski ,

So sehen wir das auch. Vorallem hat Sie niemanden mehr dem Sie etwas vererben könnte.

Kommentar von HansWurstAtHome ,

des is ja ihre Entscheidung wer des bekommt. sie jönnte es auch einer spendenorganisation spenden.

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