Frage von meineschwester8, 63

Erbschaft, Schenkung, Anrechnung?

Meine Schwester hat vor 27 Jahren das Elternhaus unserer Mutter vorzeitig geerbt, als Ausgleich bekomme ich irgendwann unser Elternhaus, auf dem noch Niessbrauch liegt. Man rechnet uns nun vor, dass das Haus meiner Schwester, das sie seinerzeit renoviert übernommen hat, älter wäre und weniger wert Baujahr 1945, als das Haus das ich irgendwann einmal erben werde, Baujahr 1962, das inzwischen jedoch unter Renovierungsstau leidet. Meine Schwester konnte 27 Jahre von ihrem Erbe partizipieren, musste keine Miete oder Finanzierungen leisten, konnte das Geld, überschlägig 500 Euro monatlich gesamt ca. 160.000 Euro anderweitig verwenden. Ich möchte keinen finanziellen Ausgleich, darum geht es nicht, ich möchte, dass anerkannt wird, dass diese ihre Ersparnis, da sie 27 Jahre und mehr in den vorzeitigen Genuss ihres Erbes gekommen ist, anerkannt wird und zum Schätzwert ihres älteren Hauses hinzugerechnet wird. Ist es korrekt, dass ich diese Ersparnis ihrerseits, irgendwo hätte sie wohnen müssen in den 27Jahren und Miete bezahlen so wie wir, sich anrechnen lassen muss? Ihrer Meinung nach muss sie das nicht. Es geht mir nur um Gerechtigkeit und Beendigung ständiger Vorhaltungen, ihr Haus wäre weniger wert als das, was ich irgendwann einmal erben soll.

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Antwort
von imager761, 36

Ist es korrekt, dass [sie sich] diese Ersparnissich anrechnen lassen muss?

Nein: Sofern von den Schenkungsgebern nicht ausdrpcklich bestimmt, werden Schenkungen überhaupt nicht auf das Erbe angerechnet. Der gezogene Nutzen bliebe also völlig außer Ansatz.

Nach 10 Jahren entfällt auch jeglicher Pflichtteilsergänzungsanspruch, so der überhaupt bestand, weil das tatsächliche Erbe im Erbfall der Schenker ohne das Haus weniger Wert wäre als der dazu hälftige Pflichtteil mit verschenktem Elternaus.

als Ausgleich bekomme ich irgendwann unser Elternhaus, auf dem noch Niessbrauch liegt.

In welcher Form? Als Vermächtnis auf den Erbfall musst du tatsächlich deiner Schwester einen Pflichtteilsergänzungsanspruch auszahlen, wie ich ihn v. g. berechnet habe.

Als lebzeitige Schekung nach 10 Jahren ebensowenig.

G imager761

Antwort
von wfwbinder, 35
 ich möchte, dass anerkannt wird, dass diese ihre Ersparnis, da sie 27 Jahre und mehr in den vorzeitigen Genuss ihres Erbes gekommen ist, anerkannt wird und zum Schätzwert ihres älteren Hauses hinzugerechnet wird.

Zu welchem Zweck? Das Thema ERbschafts-/SChenkungssteuer ist für Deine Schwester durch, wenn sie es vor 27 Jahren geschenkt bekommen hat.

Ich möchte keinen finanziellen Ausgleich, darum geht es nicht, 

Ja worum dann?

Nun um den Satz Deiner Schwester "ich habe einen unverdienten Vorteil gehabt, weil ich schon 27 Jahre in meinem Haus wohnen durfte."

Was hättest Du davon? Ein besseres Gefühl? Dann geh gut Essen  und trinke einen guten Wein, dann hast Du auch ein besseres Gefühl.

Die Überlegungen und die Diskussion kommen 27 Jahre zu spät.

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