Frage von Mexxy, 118

Erbrecht wer zahlt Bererdigung und wie läuft das mit dem Pflichtteil?

Hallo

Jetzt hat sich die Situation bei mir komplett geändert. Der Lebensgefährte meiner Mutter ist gestorben und hinterlässt 3 Kinder.

Jetzt wurde das Testament gefunden wo er meine Mutter als Alleinerbe eingesetzt hat. 2 Kinder wollten das Erbe schon von Anfang an ausschlagen. Wenn diese beiden ausschlagen schlagen sie damit auch den Pflichtteil gleichzeitig aus?. Und wenn nicht muss der Pflichtteil beantragt werden oder geht das von alleine?

Die beiden wollen zwar alles ausschlagen wäre trotzdem hilfreich das zu wissen.

Das andere Kind ist behindert und hat ein Betreuer und die dürfen das Erbe wohl nicht ausschlagen. Jetzt ist auch die Frage wenn 2 Kinder ablehnen und der eine annimmt vergrößert sich dadurch sein Pflichtteil?

Jetzt wurde mir auch gesagt das er das Erbe annehmen muss, aber woher wollen die wissen das es keine Schulden sind die Sie erben? Das würde das betreuungsgericht wohl auch nicht gefallen?

Zu Beerdigung wenn der Staat diese übernimmt holt er sich das Geld von den Kindern oder von den die Erben?. Wir würden die Beerdigung gerne übernehmen, aber dann wollen alle ihren Pflichtteil und dann sind wir ja nur noch am bezahlen.

Aber ich würde es natürlich auch blöd finden wenn die die das Erbe ausschlagen die Beerdigung bezahlen müssten..

Am liebsten wäre es mir wenn der Sohn der das Erbe annimmt und wir das teilen würden. Aber der wird kein Cent bezahlen solange er nicht muss.

So viele Fragen:/

Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sergius, 40

Wenn die Lebensgefährtin des Erblassers als Alleinerbin eingesetzt worden ist, gibt es doch keine Veranlassung für die Kinder, das (für sie nicht angefallene) Erbe auszuschlagen ! Ihre Frage ist daher nicht sachgerecht.  Wenn das Testament wirksam ist, hätten die Kinder als Nicht-Erben Anspruch auf ihre Pflichtteile in Höhe des (Geld-)Wertes von 1/2 ihres gesetzlichen Erbteils. aber keine Erbansprüche, die sie ausschlagen könnten.  Wenn davon auszugehen ist, dass diese drei Kinder bei Fehlen eines Testaments die alleinigen gesetzlichen Erben wären, würde auf sie je 1/3 entfallen. Mithin betrügen ihre Pflichtteile je 1/6 des Nachlasswertes (in Geld).  Pflichtteile müssen von der Erbin nur auf Verlangen der Berechtigten gezahlt werden, fallen also nicht gewissermaßen automatisch an. Die Verjährungsfrist für die Pflichtteilsforderung beträgt drei Jahre.  Auch das behinderte Kind hat kein Erbrecht, sondern kann ebenfalls nur seinen Pflichtteil verlangen. Wenn aber nur Schulden vorhanden sind, wäre das Pflichtteilsverlangen ohnehin völlig sinnlos, weil keine "Masse" vorhanden ist.  Für die Bestattungskosten wird primär der Nachlass herangezogen, was bedeutet, dass die Erbin (LG) sie tragen müsste. Ob angesichts der Überschuldung des Nachlasses angezeigt sein könnte, dass  die LG das Erbe ausschlägt, damit die gesetzliche Erbfolge in Kraft treten lässt mit der Folge, dass dann die Kinder erben würden und die Kosten zu tragen hätten, ist eine Frage, die Sie klären müssten. Da aber die Kinder schon erklärt haben, dass sie das Erbe ausschlagen würden (wenn sie Erben würden, was sie nach gegenwärtigem Stand eben nicht sind !), würde es vermutlich in letzter Konsequenz dazu kommen, dass der Staat den Erblasser beerbt.  Die Beteiligten sollten sich einigen, wer die Kosten der Beerdigung bzw. welche Anteile daran übernimmt.  Das werden sie doch dem Verstorbenen vermutlich  "schuldig sein".

Kommentar von Mexxy ,

Oh okay das wusste ich nicht das mit dem ausschlagen war ja jetzt auf dem Pflichtteil bezogen. 

Ich wäre auch dafür das alle zusammen legen um die Beerdigung zu bezahlen, aber meist ist es ja so das alle die Hände aufhalten und keiner was geben möchte..finde ich persönlich total schade Garde in solchen Sachen..

ich denke mal das wir die Beerdigung gleich übernehmen die könnte man ja dann wieder in den Pflichtteil verrechnen oder.

Antwort
von wilees, 38

Gibt es hier Erben und geldwertes Erbe, wird das Amt wohl keine Beerdigung beauftragen.

Beerdigungspflichtig ist / sind hier wohl vorrangig das / die leibliche(n) Kind(er).

Beauftragt Deine Mutter den Bestatter, bezahlt sie naturgemäß auch die Rechnung. Da sie testamentarisch als Alleinerbin eingesetzt wurde, haben die Erben nur einen Anspruch auf Auszahlung aus dem vorhandenen Vermögen. Allerdings werden dann vorab die entstandenen Kosten gegengerechnet.

Kommentar von Mexxy ,

Doch das Amt hat schon einen Auftrag erteilt. Da sich keiner der Kinder drum gekümmert hat. 

Es handelt sich jedoch hier um kein Geld was vererbt wird sondern um ein Haus und paar Schulden.

Kommentar von wilees ,

Dann wird sich das Amt anschließend einen von Euch aussuchen, der letztendlich die Rechnung begleichen soll. Und dem Sozialamt ist es im Bedarfsfall gleichgültig, ob derjenige dann das Erbe ausgeschlagen hat.

Sollten hier Enkelkinder vorhanden sein, treten diese in die Rechte der Eltern ein, wenn diese das Erbe ausschlagen.

Antwort
von DFgen, 23

Wenn deine Mutter als Alleinerbe eingesetzt wurde, erben die Kinder des Mannes zumindest einen Pflichteil, das bedeutet, ihnen steht zusammen die Hälfte des gesamten Erbes zu.

Würde einer der Kinder das Erbe ausschlagen, ginge sein Anteil an die anderen Kinder über  - der Pflichteil bleibt also gleich groß. 

Zu Beerdigung wenn der Staat diese übernimmt holt er sich das Geld von den Kindern oder von den die Erben?. 

Diese Kosten würden aus dem Erbe gezahlt werden. Ist kein "positives" Erbe vorhanden, müssten die Familienangehörigen die Kosten tragen, nur, wenn sie dazu finanziell nicht in der Lage wären, würden die Kosten vom Staat getragen...

Kommentar von Mexxy ,

Also sehe ich das richtig wenn die zwei Geschwister zu unseren Gunsten keinen Pflichtanteil haben möchten bringt das garnichts? Dann würde trotz Testament die Hälfte! vom Haus an das behinderte Kind gehen?

Was ist das für eine kranke Rechtssprechung. 

Kommentar von sassenach4u ,

Nein, nicht die Hälfte. Das behinderte Kind hat auch nur den Pflichtteilsanspruch! Wenn Erbmasse vorhanden ist, dann muss dieser Anspruch seitens des Betreuungsgerichtes durchgesetzt werden. Das liegt daran, dass das Kind sicher nicht von seinem eigenen Geld lebt sondern auf staatliche Hilfe angewiesen ist.

Warum soll die Allgemeinheit dann alles zahlen und das Kind fordert seinen Anteil nicht, welcher es und damit die Allgemeinheit finanziell entlastet.

Kommentar von Mexxy ,

Ja von mir aus kann er ja sein Pflichteil verlangen, aber ich werde es ihm nicht aufdrängen ;)..

Nein ich hatte das jetzt falsch verstanden. Ich dachte wenn die anderen beiden ihren Pflichtteil nicht annehmen möchten, das dieser Teil dann auf den Dritten übertragen wird.. Bei drei Kindern hätte jeder ein Pflichtteil von 1/6 und hätte sich das übertragen hätte der eine ja 3/6 also die Hälfte.. 

Zum glück ist es nicht so..

Antwort
von wfwbinder, 34

1. Die Beerdigung bezahlen die Erben. Wer das Erbe ausschlägt ist da raus, ausser das Erbe würde für die Beerdigungskosten nicht ausreichen.

2. Wer testamentarisch Alleinerbe wird, hat die Auszahlung der Pflichtteile vorzunehmen.

3. Meines Erachtens führt die Ausschlagung von zwei Kindern nicht zu einer Verminderung des auszuzahlenden Pflichtteils. Wer ausschlägt gilt als zum Erbfalll als nicht lebend. Also bekommt das eine Kind die Hälfte von gesetzlichen Erbe. Damit 1/2 vom ganzen in Geld.

4. Damit ist das Kind, was nicht ausschlägt auch mit der Hälfte der Beerdigungskosten zu belasten.

Kommentar von Mexxy ,

Das Kind ist ja kein Erbe und kann nur den Pflichtteil gelten machen.

Die anderen beiden würden sozusagen den Pflichtteil ausschlagen oder halt nicht verlangen. Also würde es doch auf 1/6 bleiben vermute ich mal (Pflichteil)

Kommentar von wfwbinder ,

Nein, das ist eben nicht so.

 § 1953 (BGB) Wirkung der Ausschlagung (1) Wird die Erbschaft ausgeschlagen, so gilt der Anfall an den Ausschlagenden als nicht erfolgt.  (2) Die Erbschaft fällt demjenigen an, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte; der Anfall gilt als mit dem Erbfall erfolgt.

Die Formulierung ist eindeutig. Die Beiden die Ausschlagen gelten als nicht lebend. Somit wachsen deren Anteile dem verbliebenen Kind zu.

Kommentar von sassenach4u ,

Aber wenn sei nicht ausschlagen, einfach den Pflichtteil nicht fordern? Dann gilt das doch nicht, oder?.

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn sie einfach nichts machen, also den Pflichtteil nicht fordern, bekommt das dritte Kind nur das 1/6

Antwort
von berlina76, 45

Wenn von den 3 Kindern 2 das Erbe ausschlagen und diese keine Nachfahren-selber Kinder haben auf die das Erbe dann fallen würde, sind sie raus. Mit der Erbausschlagung haben sie keinerlei rechte mehr weder auf Pflichtteil noch auf das kleinste Papierfoto. Eine Erbausschlagung muß also wohl überlegt sein.

Durch die Ausschlagung erhöht sich der Anteil, den das Dritte Kind bekommt, es bekommt aber nicht die kompletten Anteile, 

Die Beerdigung wird aus dem Erbe bezahlt, ist die Erbmasse zu klein müssen die rechtlichen Erben ran und ja in dem Fall müssten sie trotz Erbausschlagung Ihren Teil der Beerdigung zahlen.

Ein Anwalt für Erbrecht währ hier angebracht.

Kommentar von Mexxy ,

Ich dachte es geht erst weiter an die Kinders Kinder wenn alle drei ausschlagen?.

Und sicher das die Kinder der Kinder ein Anspruch auf ein Pflichtteil haben?

Kommentar von berlina76 ,

Ja das Erbe wird jeweils an die nächste Generation weitergegeben. Wenn die Kinder Ausschlagen oder Versterben geht Ihr Erbanspuch an Ihre Kinder und wenn diese Ausschlagen eben weiter runter bis keine Kindeskinder mehr da sind. Es ist eine Erblinie. Also müssen aus derselben Linie alle Ausschlagen. 

Antwort
von Ronox, 25

Wenn die Mutter Alleinerbin ist, dann können die Kinder nicht mehr ausschlagen, weil sie nicht Erben sind. Das gesetzliche Erbrecht spielt dann nur für die Berechnung der Höhe von Pflichtteilsansprüchen eine Rolle. Der Betreuer wird den Pflichtteil wohl gegenüber deiner Mutter geltend machen. Der Pflichtteil beträgt hier 1/6 des Nachlasswertes. Die Beerdigungskosten hat primär die Alleinerbin zu tragen. Gegenüber ihr bestehen auch Erstattungsansprüche.

Antwort
von NewQuest, 65

Dein Fall ist sehr kompliziert. Die Mitarbeiter beim Familiengericht oder Standesamt helfen da aber weiter.

Sicher ist nur: wer das Erbe ausschlägt, hat keine Kosten, kann aber auch nichts erben. (Du kannst nicht nur das Sahnehäubchen essen... ;)

Und: Pflichtteile muss man nicht beantragen, die gibt es automatisch.

Kommentar von Mexxy ,

Kann man den Pflichteil trotzdem ausschlagen?.

Kommentar von NewQuest ,

Ausschlagen ist ausschlagen - ob Pflichtteil oder gesetzliche Erbfolge. Wer sein Erbe ausschlägt, kriegt garnichts.

Kommentar von Mexxy ,

Achso würde ich dann auch gerecht finden wenn sich diese Parteien nicht an der Beerdigung beteiligen müssten.

Kommentar von NewQuest ,

Wie gesagt, wer das Erbe ausschlägt, kriegt nichts, muss aber auch nichts bezahlen.

Antwort
von brido, 20

Ja diese bekommen nichts außer sie haben zugunsten ihrer Kinder und diese nehmen die Erbschaft an. (außer Abfertigung die sie bekommen haben wenn sie zu Lebzeiten verzichtet haben) , bleibt noch ein Kind das seinen Pflichtteil sozusagen  von Deiner Mutter bekommt abzüglich Schulden und Kosten. Das ganze vorausgesettz das es nicht nur Schulden zu erben gibt, Niemand ist so dumm und nimmt es an wenn es so ist. 

Antwort
von brido, 15

Ja diese bekommen nichts außer sie haben zugunsten ihre Kinder und diese nehmen die Erbschaft an. (außer Abfertigung die sie bekommen haben wenn sie zu Lebzeiten verzichtet haben) , bleibt noch ein Kind das seinen Pflichtteil sozusagen  von Deiner Mutter bekommt abzüglich Schulden und Kosten. 

Antwort
von Lilimo, 9

Die Beerdigung wird aus der erblasse bezahlt, Falls diese nicht ausreicht müssen die Angehörigen. bezahlen.Notfalls in Raten.Nur bei völliger Mittellosigkeit bezahlt der Staat.

Antwort
von SquadStein, 5

Das mit den Beerdigungskosten hatte ich hier schon mal zusammengestellt: http://www.erbfix.de/2016/06/kosten-der-beerdigung.html

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