Frage von Mexxy, 52

Erbrecht Übertragung an Dritte?

Hallo

Ich habe folgendes Problem. Von meiner Mutter ist der Lebensgefährte plötzlich und unerwartet verstorben.

Die beiden haben in einem Haus gewohnt das den verstorbenen gehört. Jetzt ist klar das wir vom Erbrecht als Fremde angesehen werden und ein Testament gibt es leider nicht.

Das Haus sollte diesen Herbst an mich überschrieben werden das wenn mal wirklich was passieren sollte meine Mutter nicht auf der Straße sitzt. Das konnte leider nicht mehr realisiert werden. Sein letzter Wille war jedoch das, dass Haus an uns geht.

Jetzt sind 3 Kinder vorhanden leider bestand der Kontakt nur zum älteren Sohn. Der weiß das es sein letzter Wille war und er sagt von ihm aus können wir alles haben.

Die Nunmer von der Tochter habe ich mir heute besorgt, aber ihre leibliche Mutter hat gesagt das sie das Erbe ausschlagen wird.

Jetzt kommen wir zum dritten Sohn der ist leider behindert und bekommt Geld vom Staat und hat sein Bruder als Betreuer.

Jetzt ist das glaube ich so das er das Erbe sowieso annehmen muss oder gibt es hier Besonderheiten das er es ausschlagen kann?

Welche Möglichkeiten gibt es jetzt für uns? Ist es möglich das der ältere Sohn das Erbe annimmt und das Erbe an uns weiter gibt mit Schulden und allem? Und wenn die Tochter das gleiche machen würde also Erbe annehmen und an uns weiter geben?

Dann müssten wir ja sagen wir mal 1/3 vom Wert des Hauses an den behinderten Sohn auszahlen oder?

Wie wird der Betrag von Haus berechnet kommt da einer raus zum schätzen oder wie läuft das?

Und wie würde das ablaufen wenn einer das an uns überschreibt? Muss man dann zum Notar und der regelt das alles.

Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 20

Bis zur Unterschrift unter einen notariellen Schenkungsvertrg durfte der Erblasser von seiner bekundeten Absicht Abstand nehmen. Auch wenn er es vorhatte, daran wären die Kinder also keinesfalls gebunden.

Richtigerweise zählen Lebensgefährten und Stiefkinder nicht zu den gesetzlichen Erben, einer entsprechenden Erbeinsetzung mangelt es, warum auch immer.

Im Ergebnis haben die Kinder bereits mit dem Erbfall das Erbe ihres Vaters angetreten, § 1922 BGB. Diese Erbengemeinschaft handelt übereinstimmend oder garnicht, wobei das behinderte Kind durch seinen Betreuer vertreten wäre.

Ich kann mir eher nicht vorstellen, dass sie übereinstimmend einer Schenkung an dich zustimmen. Insbesondere dürfter der Betreuer damit gegen seine Pflicht verstoßen, im Interesse seines Mündels zu handeln, wenn er 1/3 des Verkehrswertes leichtfertig verschenken würde..

Eine Teilschenkung ist ausgeschlossen, entweder sind alle dafür oder nicht. Stimmt einer dagegen, bliebe ihm sein Vorkaufsrecht der anderen Anteile oder Antrag auf Teilungsversteigerung offen.

Eher könnte man einem Kauf zum Verkehrswert vorschlagen, der anteilig an die drei Eigentümer fliessen soll oder einen Mietvertrag anbieten. Vermietung zu ortsüblichem Mietzins und damit Bewirtschaftung der Immobilie mit monatlich anteiligen Erträgen wäre aus Sicht der Erben denkbar.

G imager761

Kommentar von Mexxy ,

Danke für die Antwort, aber die Situation hat sich jetzt komplett geändert weil ein Testament gefunden wurde.

Antwort
von Ronox, 15

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Die Erben können Ihre Erbteile an deine Mutter und/oder dich durch Erbteilsübertragung übertragen oder sie können das Grundstück veräußern. In diesem Fall wäre wohl die reine Grundstücksveräußerung sinnvoller.

Jetzt ist das glaube ich so das er das Erbe sowieso annehmen muss oder gibt es hier Besonderheiten das er es ausschlagen kann?

Er kann die Erbschaft zumindest nicht ohne weiteres ausschlagen, denn hierfür würde er die Genehmigung des Betreuungsgerichts benötigen. Und diese Genehmigung wird nicht erteilt werden, wenn der Nachlass werthaltig ist, was hier ja der Fall zu sein scheint. Da diese Genehmigung auch für die Grundstücksveräußerung erteilt werden muss (nach Annahme der Erbschaft), werdet ihr nicht drum herumkommen, dem betreuten Erben den wirtschaftlichen Anteil am Grundstück oder den Erbteil (wenn ihr euch für diesen Weg entscheidet) abzukaufen.

Dann müssten wir ja sagen wir mal 1/3 vom Wert des Hauses an den behinderten Sohn auszahlen oder?

Wirtschaftlich betrachtet schon. Sollte die eine Tochter ausschlagen und ihre etwaigen Kinder und Eltern ebenfalls, kann es sogar sein, dass sich der Erbteil des Betreuten erhöht. Hier wäre es aus taktischen Gründen vielleicht sinnvoll, würde die Tochter das Erbe annehmen.

Wie wird der Betrag von Haus berechnet kommt da einer raus zum schätzen oder wie läuft das?

Es gibt mehrere mehr oder weniger genaue Möglichkeiten, den Wert zu ermitteln. Am genausten ist natürlich ein Gutachter.

Und wie würde das ablaufen wenn einer das an uns überschreibt? Muss man dann zum Notar und der regelt das alles.

Sowohl Erbteilsübertragungsvertrag als auch Grundstückskaufvertrag müssen notariell beurkundet werden. Den beurkundenden Notar könnt ihr beauftragen, der kann aber auch nicht zaubern. Daher solltet ihr im Vorfeld schon in etwa wissen, wie ihr vorgehen wollt. Nach Beurkundung stellt der Notar entsprechende Anträge beim Grundbuchamt. Steht den Anträgen nichts entgegen, werden diese im Grundbuch vollzogen und ihr seid Eigentümer. Entsprechende Erbnachweise sind aber auf jeden Fall vorzulegen. D.h. in eurem Fall muss ein Erbschein für die Erben erteilt werden.

Kommentar von Mexxy ,

Danke für die Antwort, aber die Situation hat sich jetzt komplett geändert weil ein Testament gefunden wurde.

Antwort
von DFgen, 10

Rechtlich betrachtet hat der Mann nur drei gesetzliche Erben - seine drei Kinder. 

Schlägt einer von ihnen sein Erbe aus, geht sein Erbteil an die anderen Erben über... 

Würden also der Sohn und die Tochter ihr Erbteil ausschlagen, so wäre der beeinträchtigte Sohn Alleinerbe.

Für diesen Sohn darf das Erbe vom Betreuer nicht ausgeschlagen werden, wenn davon für den Sohn anfallende Kosten finanziert werden könnten...

Die anderen beiden Geschwister könnten ihre Erbteile an dich abtreten, dann müsstest du dem beeinträchtigten Sohn sein Drittel vom Erbe auszahlen.

Der Wert des Hauses müsste von einem Gutachter geschätzt werden. Alle damit verbundenen Verträge, Grundbucheintragung etc... bedürfen eines Notars.....

Antwort
von Gimpert, 3

Am besten ihr konsultiert einen Anwalt. Je schwieriger der Fall, desto ungenauer werden wohl die Auskünfte werden.

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