Frage von xxhawk12x, 88

Erbrecht: Gerichtlich geschieden, bei Bank als Eheleute was passiert mit Vermögen, geht dieses an die Ex-Frau oder die Nachkommen?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich haben eine kleine Problematik bezüglich Erbrecht und bitte um Ihre Hilfe,

Folgende Situation, meine Eltern sind seid mehreren Jahren geschieden (gerichtlich). Vor kurzem sagte man mir allerdings das beide bei der örtlichen Sparkasse als "Eheleute" noch eingeschrieben sind, allerdings mit getrennten Anschriften.

Nun meine Frage, falls mein Vater sterben sollte, wie wird dann das Konto bzw. das Geld meines Vaters verwaltet. Wird dies an meine Mutter und somit der ehemaligen Ehepartenrin meines Vaters überlassen, da diese ja noch als Ehepartner bei der Bank eingeschrieben sind oder wird dies auf die Nachkommen (mein Bruder und Mich) 50:50 aufgeteilt, da diese ja gerichtlich geschieden sind, was bei einer Scheidung ohne ein vorliegendes Testament ja üblich ist?!

Mein Vater ist zurzeit sehr schwer krank und wir müssen uns über die Situation was "Danach" passiert informieren sagte er uns.

Mit freundlichem Gruß

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von berlina76, 54

Deine Mutter wird keinen Erbschein bekommen. Den brauch man aber um die Aushändigung des Erbes zu verlangen. 

Wenn deine Mutter also nicht mit verfügungsberechtigte im Konto steht, kommt sie nicht ans Geld.

Die Bank muß in dem Moment wo sie vom Tod des Vaters erfährt, das Konto schließen sodass niemand an das Geld  kommt bis ein Erbberechtigter oder bei mehreren Erben ein Verwalter(kann auch einer der erben sein) sagt was damit geschehen soll.

Kommentar von xxhawk12x ,

Das man ja bei einer "Ehe" automatisch als bevollmächtigter für das Konto eingeschrieben wird, würde sie dann doch über das Konto automatisch verfügen können. Oder überprüft die Sparkasse nach dem Tod automatisch ob das Eheverhältnis noch aktuell ist?

Kommentar von berlina76 ,

Wie kommst du denn darauf, das man automatisch mit Eingetragen wird. Das ist Unfug. Auch als Verheiratet kann man ein Konto besitzen auf das der Ehegatte keinen Zugriff hat. Das ist sogar normal. Eine Bevollmächtigung muß eingetragen sein und kann auch wieder entzogen werden. Theoretisch braucht dein Vater also nur zur Bank und die Bevollmächtigung widerrufen.

Was anderes ist es natürlich, wenn es ein Gemeinschaftskonto ist, auf das beide mit gleichen Rechten Zugriff haben.

Kommentar von xxhawk12x ,

Vielen Dank zunächst für die Mühe.

Kann ich als außenstehender (2. Sohn des Vaters) denn überhaupt überprüfen ob meine Mutter als bevollmächtigter eingetragen ist.

Kommentar von berlina76 ,

Da es die Sparkasse ist und damit eine Bank wo man noch persönlich hingehen kann sollte das mit einer schriftlichen Vollmacht deines Vaters einer Ausweiskopie deines Vaters und deinem eigenen Ausweis möglich sein Informationen über das Konto zu erhalten.

Antwort
von trudylein, 51

Eine Eintragung bei der Bank sollte eigtl. nicht die gesetzliche Erbfolge verändern dürfen ;-) . Ich würde aber kontrollieren, ob nicht noch irgendwelche Versicherungen auf die (geschiedene) Ehefrau laufen. Z.B. Begünstigte im Todesfall bei Lebensversicherung.

Problematisch ist eher die Frage, ob ihr nachweisen könnt, dass das Geld nicht bereits jetzt ihr zur Hälfte gehört. Bei einem gemeinsamen Konto würde ich nämlich davon ausgehen, dass jedem die Hälfte der Einlage gehört. Dann erbt ihr Kinder zwar 100% (also jeder 50%), aber halt nur von der Hälfte der Einlage auf dem Konto. 

Am besten wäre in so einem Fall: Reden mit der Mutter und dem Vater und fragen, wie das geregelt werden soll.

Kommentar von xxhawk12x ,

Soweit ich weiß sind alle Versicherungen umgeschrieben, nur ein kleiner sparvertrag der samls extra für meine Mutter eingrichtete wurde läuft noch über diese.

Also wird das Vermögen gerichtlich nach dem Tod verwaltet und ändert nicht an in Anführungsstrichen veralteten Angaben bei der Bank?

Kommentar von trudylein ,

Das Vermögen wird zunächst gerichtlich verwaltet und nur diejenigen mit Erbschein kommen ran. Man muss sich also grundsätzlich keinen Kopf machen. Ich denke jedoch trotzdem, dass es in solchen Fällen ratsam ist, mit allen Beteiligten zu sprechen und damit langwierige Streiteren zu vermeiden. Denn: 

1. Recht haben heißt nicht Recht bekommen und 

2. Falls deine Mutter Interesse daran hat, etwas vom Kuchen abzubekommen (was man hier ja so etwas raus liest), dann kann das zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen. So etwas kann sich lange hinziehen und viel Kraft kosten und die Beziehung auf lange Zeit zerstören. Wenn man miteinander redet und fragt, was die Wünsche und Vorstellungen des anderen sind, dann kann man viele Dinge schon vorab klären und man muss sich gar keinen Kopf machen. 

Im Übrigen: Bitte beachte, dass die Antworten hier von Laien gegeben werden und somit lediglich Meinungen darstellen und keine rechtsberatenden Charakter haben. Eine verbindliche Antwort kann und darf (!) dir nur ein Anwalt, der gemäß dem Rechtsdienstleistungsgesetz zur rechtlichen Beratung befugt ist, geben. 

Kommentar von xxhawk12x ,

Vielen Dank zunächst für die Mühe.

Und über die "Laienhafte" Rechtsberatung bin ich mir natürlich im Klaren ich setze nur auf die Erfahrungswerte vieler derer, die diese Situation schonmal hatte, da ich mich überhaupt nicht auskenne mit diesem Thema und ich meine Vater mit soetwas nicht weiter belasten will.

Antwort
von wfwbinder, 22

Es ist weniger Interessant, ob Eure Eltern bei der Bank als verheiratet, oder geschieden gelten, sondern mehr, ob es ein Gemeinschaftskonto ist, oder nur das Konto von einem der beiden, wo der andere eine Vollmacht hat. Bersucht das zu klären. Wenn das Konto ein Gemeinschaftskonto ist, dann gehört der Mutter, so, oder so erstmal die Hälfte, bis etwas anderes bewiesen wird.

Kommentar von xxhawk12x ,

Dnaek für die Mühe zunächst, ein Gemeinschaftskonto ist nicht vorhanden! Eine Vollmacht kann ich allerdings  nicht ausschliessen.

LG und guten Rutsch

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn auf den Auszügen nur der Name Eures Vaters steht, ist alles OK.

Eine Vollmacht wäre nur gefährlich, wenn es eine "Vollmacht über den Tod hinaus" wäre.

Antwort
von imager761, 22

Nun meine Frage, falls mein Vater sterben sollte, wie wird dann das Konto bzw. das Geld meines Vaters verwaltet.

Von euch als gesetzlichen Rechtsnachfolgern: Eine Kontovollmacht eurer Mutter über den Tod hinaus kann jeder Erbe der Sparkasse gegenüber widerrufen.

Über Salden der Konten könnt ihr allerdings nicht jeder hälftig, sondern nur übereinstimmend insgesamt verfügen. Ausnahmen bilden Entnahmen für den Kontoinhaber, also laufende Rechnungen begleichen oder die Bestattungskosten überweisen.

G imager761


Antwort
von ichweisnix, 12

Mit der Scheidung sollte man auch die Konten trennen. Von einen gemeinsamen Konto Geschiedener ist dringenst abzuraten. Entweder schreibt man das Konto auf einen um, dazu müssen natürlich beide zustimmen, oder man eröffent schlicht ein neues Konto und überweist sein Guthaben auf das neue Konto.

Bei einen gemeinsamen Konto ist die widerlegbare Vermutung, das das Guthaben diese Kontos beiden jeweils zur Hälfte gehöhrt.

Dnaek für die Mühe zunächst, ein Gemeinschaftskonto ist nicht vorhanden! Eine Vollmacht kann ich allerdings  nicht ausschliessen.

Wenn es keine gemeinsamen Konten gibt, dann ist die Ehefrau schlich raus. Eine Vollmacht kann und sollte widerrufen werden.


Antwort
von Erdianer, 11

Wenn man  geschieden ist, dann sollte man zum Scheidungszeitpunkt reinen Tisch gemacht haben. Ich glaube nicht,  dass noch Geld der Ex-Ehefrau auf dem Konto Deines Vaters ist. Du kannst davon ausgehen, dass dies bei der Scheidung (Güterrecht) geklärt wurde.

Wenn die  Ex-Partnerin und Dein Vater  bei der Bank noch als Eheleute geführt werden, so ist das kein aktueller , formeller Eintrag.  Hat aber keine weiteren Auswirkungen.  Es kommt auf die Verfügungsberechtigung über das Konto an.

Hat Dein Vater ein Testament gemacht? Dann dürfte dort eh alles geregelt sein und dem Nachlassgericht dann  bekannt sein.

Bei einem Erbe müssen die entsprechenden  Urkunden (Erbschein etc.) vorgelegt werden, damit die Bank das "Geld rausrückt bzw. neu an de berechtigten Erben  überträgt." Das Nachlassgericht wird im Nachlassverfahren  die Situation des Familienstandes überprüfen und sich ggf.   das Scheidungsurteil vorlegen lassen, bevor irgendwelche Entscheidungen ergehen.

Schon ab  Zustellung des Scheidungsantrages ist der andere Partner beim  gesetzlichen Erbe   "außen vor".


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