Frage von Sichelmantutu, 32

Erbrecht! Ich möchte gerne ein Eigenheim erwerben. Wie ist das mit dem Grundbuch oder dem Verkauf eines Hauses wenn der folgende Fall vorliegt?

Die Nachbarin meiner Oma ist Polin, eine gute Freundin von Ihr und sie hat eine deutsche Staatsbürgerschaft vor dutzenden Jahren angenommen. Sie hat mir versprochen das Haus zu verkaufen, weil ich immer da war für sie und es so ausgemacht war. Das Problem ist aber, der Ehemann der Polin ist vor etwa 2 Jahren verstorben. Die Polin steht nicht Grundbuch und hat aktuell nur Bleiberecht, weil der Ehemann einen Sohn aus der ersten Ehe hat. Allerdings hatten Ehemann und Polin kurz vor dem Tod ein Testament geschrieben, in dem steht das die Polin alles bekommt. Der Sohn hat darauf hin alles gerichtlich angefochten weil sie angeblich es noch unterschrieben hat und er nicht mehr zurechnungsfähig war. Wird im Fall das die Polin Recht bekommt das Grundbuch automatisch überschrieben? Ich weis nur das sie das Haus vom Gutachter, dem Notar und von Ihrer Rechtsanwältin taxen will. Wie hoch stehen meine Chancen an das Haus zu kommen? Wird der Sohn das Urteil gewinnen oder ist es unwahrscheinlich? Ich weis nur das es schon mehrere Gerichtsverfahren gab. Aktuell ist einer der letzten Verfahren und die Rechtsanwältin übernimmt alles weil die Polin nicht selber hin muss und eh nicht so gut deutsch kann. Was kann ich in beiden Fällen machen, je nach dem wer Recht bekommt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 14

Bis zur Klärung des Nachlasses hat die "polnische" Nachbarin kein Eigentum, dass sie dir verkaufen könnte.

Unterstellt, die fragliche Immobilie befände sich in Deutschland, nicht etwa Polen: Entweder wird sie das, weil das Testamentt anerkannt würde oder der Sohn wäre andernfalls nach der dann geltenden gesetzl. Erbfolge etwa zu 1/2 Miteigentümer und könnte a) ein Vorkaufsrecht gegenüber der Miterbin geltend machen oder b) Teilungsvollstreckung betreiben, was deine Kaufpläne durchkreuzt oder c) wäre verkaufsbereiter Miteigentümer, und du kaufst es beiden ab.

Da kann man nur die Rechtskraft des anhängigen Verfahrens und ggf. Entscheidung des Sohnes abwarten, mehr nicht.

G imager761


Kommentar von Sichelmantutu ,

Hallo es hat sich was getan! Das ganze geht jetzt zum Landgericht. Wie lange dauert der Prozess beim Landgericht in etwa? Und sind das eher schlechte oder gute Zeichen? Danke

Kommentar von imager761 ,

Termine hängen von der Arbeitsbelastung des betreffenden LG ab. Und davon dürfte es mehrere geben: Zeugeneinvernahmen, Gutachten, ...

Antwort
von DerGeodaet, 13

Hallo,

für die Änderung im Grundbuch braucht man einen Erbschein, den man beim Nachlassgericht (Amtsgericht) beantragen muss. Dort werden auch die Erbrechte geklärt. Mit diesem Erbschein kann man dann das Grundbuch umschreiben lassen.

Antwort
von brido, 7

Mündliche Versprechen ohne Zeugen bringen nichts. Der rechtmäßige Erbe ist der Sohn. Per Testament die Polin,  die bekommt aber nur die Hälfte. Das Gesetz entscheidet ob das Testament gültig ist. 

Antwort
von Kuestenflieger, 7

Sie kann gar nichts verkaufen , da sie nichts hat . 

Da muß erst der Nachlass geklärt werden , aber schon vor zwei Jahren !!  Welche Staatsangehörigkeit , ist dabei unwichtig .

Antwort
von Ronox, 8

Wird im Fall das die Polin Recht bekommt das Grundbuch automatisch überschrieben?

Das ist eine Frage des Erbrechts. Der Mann kann natürlich seine Ehefrau zur Alleinerbin einsetzen, die Frage ist nur, ob er zu dem Zeitpunkt testierfähig war. Das kann man von hier aus nicht beurteilen. Sie sollte also im ersten Schritt einen Erbschein beantragen, der sie als Alleinerbin und somit Eigentümerin legitimiert. Vor dem Hintergrund des dargestellten Rechtsstreit hat sie das aber vermutlich schon versucht oder der vermeintliche Miterbe hat zuvor Klage eingereicht.

Sobald sie sich als Erbin legitimieren kann, kann sie dir das Grundstück auch verkaufen.

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