Frage von celaenasardotin, 64

Erblich bedingte Verhaltensweisen?

Hallo , ich halte demnächst einen Vortrag über erblich bedingte Verhaltensweisen und suche einen spannenden Einstieg dazu. Leider fallen mir keine besonderen spannenden Sachen ein und ich finde auch keine passenden Zitate dazu. Wäre dankbar für Anregungen

Antwort
von Rosenblad, 18

Verhaltensweisen erhalten ihre eigentliche Konfigurierung am wenigstens über hereditäre Dispositionen (vielleicht bezüglich von spezifischen Körperhaltungen oder Verhaltens"tics") sondern in der ontologischen Soziomorphie und Synomorphie des Akteurs mit und in der "Umwelt" sowie selbst entwickelten Ergebnissen (oder auch bei negativen Faktorenbündeln: Inhibitionen)

Als "Einstieg " wäre die volitiv disponierende Verhaltensorientierung von Talcott Parsons brauchbar [siehe vertiefend: Talcott Parsons /Edward A. Shils „Toward a general theory of action“; Cambridge, Mass. : Harvard Univ. Press, 1951, 506 S.] der Verhalten folgend differenziert:
"1. Kognitives Verhalten (cognitive mode of motivational orientation of action): Hier untersucht der Handelnde den Gegenstand bzw. die Gegenstände, die seine Handlungssituation ausmachen, auf Ort, Struktur und Charakter.
2. Kathektisches (cathectic) Verhalten: Mit diesem von Freud übernommenen Begriff bezeichnet Parsons das Betrachten, Prüfen und Auffassen von Gegenständen unter dem Gesichtspunkt der Befriedigung von Bedürfnissen des Handelnden.
3. Normbestimmt-auswählendes Verhalten (evaluation): Funktion dieses Verhaltens ist die Auswahl unter verschiedenen Gegenständen, die zur Bedürfnisbefriedigung dienen, oder auch unter verschiedenen Bedürfnissen, von denen einzelne oder mehrere durch die vorliegenden Gegenstände befriedigt werden können. Die Auswahl ist orientiert an bestimmten Normen, die sachbestimmt (truthfulness), gefühlsbestimmt (appreciative) oder
moralisch (moral) sein können.

Diese Verhaltensweisen bestimmen dann drei Grundtypen allgemein-sozialen Handelns, die jeweils dominant an einer Art der Norm ausgerichtet sind: Handeln, das rational (intellectual activity), gefühlsmäßig (expressive activity) oder moralisch bestimmt (moral activity) ist. Zu diesen Typen tritt als ein weiterer der Typ des instrumentalen Handelns. Dabei wird das in der Zukunft liegende Ziel des Handelns gefühlsmäßig oder nach der herrschenden Moral bestimmt, wobei die zu seiner Erreichung einzusetzende Methode jedoch rational ist.“ (aus: Robert Weimar „Konflikt und Entscheidung : psychologische Theorien und Konzepte auf dem Prüfstand“ (Heidelberg, Univ., Diss., 2006 Frankfurt, M. u.a.,Lang Verlag, 2008, 395 S.) hier S.30)


Kommentar von Ottavio ,

Wer sagt eigentlich, dass es hier vor allem um die "eigentliche Konfigurierung" von Verhaltensweisen gehen soll ? Sind die denn wichtiger als die Dispositionen, auf denen sie aufbauen ? Welches Maß sollen wir denn anlegen an die "Wichtigkeit", das es uns erlauben sollte, hier die Vokabel "am wenigsten(s)" zu verwenden ? 

Ist es das jeweilige Interesse des Betrachters ? Aber der war hier ja nun eigentlich der Fragesteller, und der hat eindeutig nach eben dem gefragt, was erblich bedingt ist, nicht nach der "eigentlichen Konfigurierung". Oder ist es das Interesse einer Neunmalklugen, die dringend ihren Senf dazu abgeben muss ?

Kommentar von Rosenblad ,

Natürlich, sie haben recht!

Antwort
von Aleqasina, 44

"Kann jeder Mensch lachen?"

Das wäre ein Einstieg in die Ethologie des Menschen, die du an Hand der Forschenungen von Eibl-Eibesfeld erläutern könntest.

Kommentar von celaenasardotin ,

Das trifft nicht genau meinen Schwerpunkt , aber ist schonmal eine Idee , da ich den allgemeinen Kumturvergleich auch aufgreife. Vielen Dank

Antwort
von tapri, 37

kannst du mit den Ohren wackeln? Das wäre ein Einstieg für: wenn ihr das könnt, dann kann mindestens einer eurer Eltern das auch......

Kommentar von celaenasardotin ,

erstens kann ich das nicht und zweitens wird es kein Vortrag vor Kindern , sondern vor Fachleuten und ich bin deshalb etwas aufgeregt

Kommentar von tapri ,

erstens, geht es um einen "sympatischen Einstieg" und zweitens: woher soll ich das wissen? Das klingt eher nach einer Schülerfrage und nicht nach einem Erwachsenen

Kommentar von celaenasardotin ,

Außerdem ist das keine erblich bedingte Verhaltensweise sondern ein Rudiment

Kommentar von tapri ,

auch das weiß ich...... 

Kommentar von celaenasardotin ,

Naja ich würde auch vor Schülern nichts falsches sagen , nur weil es Schüler sind. Außerdem gibt es ja immernoch Lehrer , die dann sagen , dass es falsch ist. Es gibt vielleicht Kinder die würden sich ohne Fachkenntnis darauf verlassen

Kommentar von tapri ,

es geht hier um eine Einleitung. Ich wußte nicht, ob Vorkenntnisse vorhanden sind. Also war meine EINLEITUNG in die Richtung.... was man vererben kann und sofort sieht.....

Kommentar von Goldmine452 ,

Was ist ein rudiment

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ein Überbleibsel aus der Evolution, genauer gesagt ein Merkmal/Organ, das so in seiner Funktion nicht mehr gebraucht wird. Zum Beispiel Ohren wackeln: früher vielleicht notwendig gewesen, um besser zu hören, heute aber unnötig. Manche Menschen können es noch, bei anderen ging es komplett zurück, so dass sie dieses Verhalten nicht mehr zeigen können.

Antwort
von TheTrueSherlock, 26

Ich habe einen kleinen Filmausschnitt für dich! Der Film heißt "Umständlich verliebt" und ab 1:00 Min werden Verhaltensweisen des Kindes gezeigt, die genau so auch der Vater macht. Dann kannst du das zeigen und überleiten mit so was wie "Ist das realistisch, dass solche Verhaltensweisen erblich bedingt sind und wenn nein, welche Verhaltensweisen können vererbt werden?"

Hat echt eine Zeit gebraucht bis ich den Filmtitel wieder hatte <.<


Kommentar von celaenasardotin ,

Vielen Dank für die Arbeit. Leider stehen mir solche Mittel nicht zur Verfügung , weil das ganze vor Experten stattfindet und man nurnoch selbst mitnehmen darf , um da zu überzeugen :)

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Oh.. da hast du echt keine große Auswahl. Notfallplan, den ich dir noch als Hilfe geben kann: Erzähle mündlich von dem Film, stell damit dein Interesse/deine Motivation für das Thema dar. Ein Zitat wäre auch nicht schlecht, eventuell die bekannte Redensart "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" nehmen? Das könnte man sicherlich i-wie einbauen, dass es zum Thema passt. Ich weiß nicht wie formal dein Vortrag sein muss, ob du zur Auflockerung dir einen kleinen Spaß erlauben darfst und nach der Redensart etwas wie "Aber wie nah er vom Stamm runterfällt, darum geht's und das habe ich untersucht" .. sind nur kurze Überlegungen, müsste man natürlich noch besser versprachlichen.

Vielleicht fallen mir noch bessere Zitate/Redensweisen/Sprichwörter ein.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

-> Ich habe etwas allgemeiner Aphorismen zum Thema Genetik gesucht und das gefunden:

- "Gene verschlüsseln keine Geheimnisse, sondern offenbaren sie."

© Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger
(*1939),
deutscher Chemiker, Mitglied der Enquête-Kommission für Gentechnik des
Deutschen Bundestages, wurde für sein Engagement mit dem
Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Quelle: Quadbeck-Seeger, Im Labyrinth der Gedanken: Aphorismen und Definitionen, BoD 2006

-> Evtl. von diesem Vortrag etwas abkupfern: http://unserverhalten.blogspot.de/2012/12/genetisch-bedingtes-verhalten.html

-> Ich habe im Bio-Unterricht gelernt, dass extremer Stress vererbt werden kann. Das ist durch Methylierung genetisch fixiert. Naja, denke ich kenne mich auch zu wenig mit dem Thema aus, dass ich dir gute Zitate oder so liefern kann. Obwohl ich das Zitat in diesem Kommentar gar nicht schlecht finde. Du müsstest zwar auf dein Thema noch überleiten, aber so ist der Spruch schön formuliert und regt zum Nachdenken an, ist auf alle Fälle kreativ.

Kommentar von celaenasardotin ,

Da ist auf jeden Fall was dabei. Danke , dass du die so viel Arbeit gemacht hast

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community