Frage von willi510, 18

Erbe:Wie kann man dieses Problem gerecht regeln?

Unsere Eltern wollen ihr Erbe regeln. Sie haben 3 Kinder. Ihr Sohn hat keine Kinder aber eine schwer pflegebedürftige Frau. Er wird ein Haus erben und seine Geschwister auszahlen. Falls er vor seiner Frau versterben sollte, würde das Haus letztendlich an die Verwandschaft der Schwägerin fallen, obwohl unsere Eltern sich dafür krummgelegt haben? Wie könnte man das Ganze regeln, so dass dieses Haus nach einem möglichen Tod des Sohnes vor seiner Ehefrau und nach einem späteren Tod seiner Ehefrau an die leiblichen Nachkommen unserer Eltern geht, ohne den Sohn zu benachteiligen oder in seiner Lebensführung einzuschränken?

Antwort
von imager761, 6

Garnicht. Denn was der erbende Sohn über seine Immobilieneigentum verfügt, kann die derzeitige Eigentümerin nicht bestimmen.

Offen gesagt verstehe ich auch nicht ihre Bedenken: Derzeit weiß sie nur sicher, das das Haus, für das "sie sich krummgelegt" hat, zumindest lebzeitig ihres Sohnes in dessen Eigentum übergeht und weiter gewollt selbst genutzt, gepflegt und erhalten wird.

Regelt sie die Nachfolge der Immobilie nicht derart, muss sie damit rechen, dass einer der Erben Auflösung der Erbengemeinschaft betreibt und es einer Teilungsvollstreckung zuführt, es damit also noch schneller an Dritte fällt.

Insbesondere dann, wenn ihm nur Nießbrauch oder Wohnungrecht zugebilligt würde, das Haus aber den bestehenden Kindern oder künftigen Enkeln vererbt würde.

Und man bekäme nichts ausbezahlt, was man erbt.

Dies scheint umso wahrscheinlicher, als das Angehörigenpflegende entweder ein günstiges Zuhause oder viel Geld benötigen. Und dem dürfte dem lebzeitige bekundeten Willen der Erblasserin im Zweifel vorgehen.

G imager761

Antwort
von HaGue60, 7

Was ist gerecht? Welche Kriterien?

Ob man wenn ... dann ... Regelungen ins Testament schreiben kann, weiß ich nicht.

Allerdings ist es in dem beschriebenen Fall so, dass wenn Dein Bruder (nach dem Tod Eurer Eltern) vor der Schwägerin stirbt, Ihr Geschwister neben der Schwägerin auch erbt, da sie keine Kinder haben. Die Höhe weiß ich nicht genau.

Beraten kann einem der Notar und evtl. auch ein/e Rechtspfleger/in beim Nachlassgericht.

Bitte auch umgekehrt bedenken, dass, sollte die Schwägerin zuerst versterben, Euer Bruder auch über sie erbt. Bei seinem Tod danach würden (weil keine Kinder) Eltern und in Folge ggf. die Geschwister erben.


Antwort
von Ronox, 2

Theoretisch kann man das erwünschte Ergebnis mit einer Vor- und Nacherbschaft erzielen, indem man den Sohn nur als Vorerben einsetzt und die Abkömmlinge der Eheleute als Nacherben, wobei die Nacherbschaft mit dem Tod des Vorerben eintreten soll. In dieser Konstellation ist das aber ungewöhnlich.

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