Frage von overexcited, 55

Erbenermittler vs JobCenter?

Hallo Community, Folgender Sachverhalt: Gegenwärtiger Leistungsbezug ALG2...Benachrichtigung von einem Erbenermittler erhalten, dass aus einer Erbschaft etwas abfällt unter dem Strich etwa 9500. Alles schön und gut, es geht mir auch nicht darum dem Amt etwas vorzuenthalten aber die Summe wäre ideal um mit einem Vergleich komplett schuldenfrei werden zu können. Also nix mit in saus und braus, Party bis zum Ende und so...sondern einfach nur die Möglichkeit am Schopf packen und raus aus der Misere. Welche Möglichkeiten bieten sich da ggf an? Wie sollte das Amt überhaupt erfahren das man was erbt? Laut Erbenermittler ist die Summe steuerfrei, sein Anteil von 20% ist ja da schon weg. Ein Konto was P-frei ist gibt es😇...aber die Ungewissheit bleibt. Deswegen die Frage an den Zuschauer Joker☺:)

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo overexcited,

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Leistung Hartz 4

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Indivia, 36

Die Möglichkeiten, das Geld sicher vor
dem JC anzulegen, richten sich zunächst danach, ob die Erbschaft als
Einkommen oder Vermögen zu sehen ist.
Ob Geld aus einer Erbschaft als
Einkommen oder als Vermögen zu sehen ist, richtet sich bei dem Bezug
von ALG II nach der sogenannten Zuflusstheorie bzw. dem Zuflussprinzip.
Das ergibt sich nicht direkt aus dem Gesetz, ist jedoch langjährige
Rechtsprechung. Einkommen im Sinne von § 11 SGB II ist alles, was man
während des Bezugs von Leistungen wertmäßig dazu erhält, Vermögen im
Sinne von § 12 SGB II ist alles, was man bei Beginn des Bezugs von
Leistungen bereits hat. Dieses ist - leider - bislang einhellige
Rechtsprechung. Soweit Sie also derzeit ALG-II beziehen gilt die
Erbschaft als sogenannte einmalige Einnahme. Freibeträge wie beim
Vermögen gibt es nicht. vielmehr ist eine einmalige Einnahme gem. § 2
Absatz 4 ALG-II Verordnung auf einen angemessenen Zeitraum - bis zu 12
Monate - aufzuteilen und man muß davon seinen Lebensunterhalt
bestreiten. Besagte Vorschrift lautet:
(4) Einmalige Einnahmen sind
von dem Monat an zu berücksichtigen, in dem sie zufließen. Abweichend
von Satz 1 ist eine Berücksichtigung der Einnahmen ab dem Monat, der auf
den Monat des Zuflusses folgt, zulässig, wenn Leistungen für den Monat
des Zuflusses bereits erbracht worden sind. Einmalige Einnahmen sind,
soweit nicht im Einzelfall eine andere Regelung angezeigt ist, auf einen
angemessenen Zeitraum aufzuteilen und monatlich mit einem
entsprechenden Teilbetrag zu berücksichtigen.
Sie müssen also darauf
achten, daß die ARGE Ihnen eine Berechnung gibt, wie das Geld
aufzuteilen ist und dabei auch die Krankenversicherungskosten
berücksichtigt sind.
Da das SGB II bzw. der Bezug von ALG II eine
Schuldentilgung nicht vorsieht, wird man in der Regel mit Sanktionen
rechnen müssen, wenn man Bezüge dennoch zur Schuldentilgung aufwendet.
Sanktion könnte z. B. eine prozentuale Kürzung der monatlichen
Regelleistung sein.
Sollte Ihnen die Erbschaft noch nicht ausgezahlt
worden sein und erhalten Sie es z. B. im Mai, können Sie sich bei der
ARGE ab abmelden und für mindestens einen Monat abgemeldet bleiben - auf
jeden Fall kompletter Monat, in welchem Sie die Erbschaft erhalten -
und dann wieder neu ALG II beantragen. Auf diese Weise gilt dann die
Erbschaft als Vermögen und Sie haben alle Freibeträge und können auch
Schulden tilgen. Natürlich müßten Sie einen Monat von der Erbschaft
leben, das ist aber günstiger als die Aufteilung der Arge.
Wenn Sie nun die Erbschaft zu Vermögen gemacht haben, dann gelten zunächst folgende Freibeträge:
In
angemessenem Umfang werden Vermögensteile nicht berücksichtigt, die auf
Grund bundesgesetzlicher Vorschriften ausdrücklich als Altersvorsorge
gefördert werden. Sie werden anders als bisher bei der Arbeitslosenhilfe
ohne Anrechnung auf den allgemeinen Freibetrag privilegiert.
Geldwerte
Ansprüche, die der Altersvorsorge dienen, sind bis zu einer Höhe von
250,00 EUR je vollendetem Lebensjahr des erwerbsfähigen Hilfebedürftigen
und seines Partners anrechnungsfrei. Voraussetzung ist, dass der
Inhaber sie vor dem Eintritt in den Ruhestand auf Grund einer
vertraglichen Vereinbarung nicht verwerten kann, allerdings maximal bis
zu einem Höchstbetrag (der Normalfall ist eine Lebensversicherung)." (quelle:http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/102014-wie-viel-duerfen-har...)

Die ämter sind heutzutage so miteinander vernetzt, das  sie es sschnell mitbekommen.

( Mein  Ma war beim JC die wusste da sogar das ihr Freund im Bezug auf die kk bei ihr gemeldet ist)

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 21

Zunächstmal ist entscheidend, wann das Erbe angefallen ist, sprich wann der Erblasser gestorben ist. Liegt der Anfall vor den Harz 4 Bezug ist das Erbe in Bezug auf Harz 4 Vermögen fällt es in den Harz 4 Bezug ist es Einkommen.

Als Einkommen wäre es gleichmäßig auf 6 Monate zu verteilen. 

Ein Konto was P-frei ist gibt es😇...aber die Ungewissheit bleibt.

Etwas anderes gilt, wenn die Gläubiger das Erbe direkt pfänden. In diesen Fall ist es kein anrechenbares Einkommen. Haben die Gläubiger bereits einen vollsteckbaren Titel dürfte auch der Erbenermittler das Nachsehen haben. Seine 20% sind nämlich (noch) nicht tituliert.

Antwort
von webya, 21

Auch wenn keine Erbschaftsteuer anfällt, wird diese Erbschaft dem Finanzamt mitgeteilt. Das ist dir schon klar?

Das Jobcenter tauscht schon die Daten mit dem Finanzamt aus.

Antwort
von blumenkanne, 25

der betrag wird ohne abzug komplett auf deinen bedarf gerechnet als einkommen. es wird errechnet wie lange du davon leben wirst und dann ist der bezug so lange vorbei.

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