Frage von Prometheus84, 38

Erben und andere Schwierigkeiten?

Hallo liebe Gemeinde, ich hab erneut eine Frage welche sich wohl grob im Bereich der Erbrechtes bewegt. Es geht um folgenden Fall: ein Onkel von mir hatte kürzlich gestanden, mit Hilfe von gefälschten Dokumenten, sich das Grundstück meines Großvaters (dieser ist bereits Verstorben und hatte im Testament nur meinen Vater als Alleinerben eingetragen) erschlichen zu haben. Was wir irgendwie immer vermutet haben.Aber um Unannehmlichkeiten innerhalb der Familie zu vermeiden unter den Tisch fielen ließen.

Kürzlich ließ ich mir beim Grundbuchamt Einsicht gewähren - nun besteht folgendes Problem: dort befindet sich scheinbar kein Papier welches diese "Schenkung" von Seiten meines Großvaters legitimiert - sondern nur von der Behörde aus, die Überschreibung auf meinen Onkel. - Daher ist uns erstmal auch kein Vergleich zwischen der Unterschrifft auf dem Testament und einem gefälschten Papier möglich. Welche Möglichkeiten bestehen noch um diesen Eintrag zu revidieren, oder zumindest vernünftig Prüfen zu lassen. Rechtsbeistand ist in Aussicht ...

vorab, vielen Dank und beste Grüße

Antwort
von kabbes69, 13

Offenbar hast du die Grundakten eingesehen. Ich nehme an ,dass du nur die Akten deines Großvaters eingesehen hast. Falls das Grundbuchamt bei der Umschreibung auf deinen Onkel ein neues Grundbuchblatt angelegt hat, sind die Urkunden hierüber im "Zuschreibeblatt", also bei dir in den Grundakten deines Onkels. 

Ich vermute, dass es sich hierbei um ein gefälschtes Testament handelt, welches wiederum nicht in den Grundakten des Grundbuchamtes vorliegt, sondern beim Nachlaßgericht aufbewahrt wird. Hierzu hast du beim Grundbuchamt nur den Vermerk eingetragen aufgrund "Testament, Erbschein oder Urkunde und ein Aktenzeichen" Dein weiterer Suchansatz ist also der Eintragungsvermerk des Grundstückes im Grundbuch deines Onkels, um überhaupt klären zu können, ob du nun ein weiteres (gefälschtes? ) Testament suchst. 

Jedoch frage ich mich, wenn dein Onkel seinen Betrug zugibt, warum er dir nicht heute das Grundstück schenkt, offenbar hat er ja inzwischen eingesehen, dass er damals einen Fehler gemacht hat. 

Kommentar von Prometheus84 ,

Also er hat es zwar zugegeben, dass war aber eher beiläufig im angetrunkenen Zustand, während einer Familienfeier. Und auf das Grundstück wird er nicht verzichten wollen (was er,im Bezug darauf dort zu leben, auch nicht muss. Es geht mir einfach um die rechtmäßigen Eigentumsverhältnise)  . Es ist eine etwas längere und komplizierte Geschichte. Mein Großvater ist damals zu seiner zweiten Frau gezogen und mein Onkel blieb im Elternhaus mit seinem Bruder wohnen... in dieser Zeit soll es wohl passiert sein. Mein Großvater hatte aber, nach eigenem Bekunden, nie das Haus abgetreten ... daher unser Misstrauen.

Kommentar von kabbes69 ,

Ja der Alkohol;-). Eine weitere unfaire Möglichkeit, evtl noch über § 900 BGB, aber unwahrscheinlich. Zieh die Möglichkeit in Betracht, dass dein Opa das Haus tatsächlich noch an deinen Onkel verschenkt hat, mit Urkunde. Vielleicht auch über falsche Versprechungen deines Onkels, und dein Opa hat sich nie getraut diesen Fehler (?)  euch gegenüber zuzugeben. 

Bleibt noch die Option  den Onkel im nüchternen Zustand davon zu überzeugen, dass es fair wäre euch wenigstens das Haus als Erbe zu überlassen? 

Antwort
von schelm1, 11

Für jede Umschreibung im Grundbuch gibt es einen Erbschein oder eine sosntige notarielle verfügung, die das Grundbuchamt veranlaßt, eine solche Umschreibung vorzunehmen.

Ein solcher Hinweis wird in der Grundbuchakte verwahrt. Im Grundbuch wird lediglich auf den Grund hingewiesen.

Ohne läuft da garnichts!

Ohne eine erbrechtliche notarielle oder privatschriftliche Verfügung könnte der Onkel ausschließlich aufgrund einer notariell beurkundeten Schenkung Eigentümer geworden sein.

Der Notar überzeugt sich stets von der Testierfähigkeit der durch Personalauseis ausgwiesenen vor ihm erschienenren Person.

Das gibt es nach Ablauf von 10 Jahren seit dem Tod des Schenkenden nichts mehr anzugreifen.

Im Übrigen mutet Ihr Hinweis auf die angebliche Selbstbezichtigung des Onkels reichlich unglaubwürdig an!

Was soll denn der um alles in der Welt für einen Grund haben sich selber ohne erkennbaren Anlaß zu belasten?

Antwort
von DerGeodaet, 5

Hallo,

für die Erbfolge im Grundbuch braucht man immer einen Erbschein des Nachlassgerichtes (Amtsgericht). Wenn irgend etwas falsch sein sollte, muss du beim Nachlassgericht nachfragen.

Antwort
von Maroo, 2

Eine Akteneinsicht in die Nachlassakte des Großvaters könnte weitere Klärung bringen.

Einsicht in die Nachlassakte dürfen z.B. die Kinder des Verstorbenen nehmen, da sie zum Kreis der gesetzlichen Erben/Pflichtteilsberechtigten gehören.

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