Frage von ingwer16, 122

Erben , noch nicht geschieden?

Angenommen :
Ein rechtmäßig verheiratetes Paar trennt sich , der Mann zieht aus .
Kurz nach dem Trennungsjahr stellt der Mann den Scheidungsantrag .
Danach erkrankt der Mann , stirbt .
Die Eltern des Mannes sind sehr wohlhabend .
Steht der getrennt lebenden Frau , Erbe zu ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 61

Steht der getrennt lebenden Frau , Erbe zu ?

Nein.

  1. "Das Erbrecht des überlebenden Ehegatten sowie das Recht auf den Voraus ist ausgeschlossen, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe [Trennungsjahr] gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt (...) hatte.", § 1933 BGB.
  2. An den Nachlässen der wohlhabenden Schwiegereltern besteht für die Noch-Ehefrau keinerlei Erb- oder Pflichtteilsrecht.

G imager761

Antwort
von sergius, 66

Das gesetzliche Erbrecht der Ehefrau erlischt, wenn die Voraussetzungen der Ehescheidung vorliegen (Trennungsjahr), ein Scheidungsantrag des Erblassers bei Gericht gestellt worden ist oder - wenn der überlebende Ehegatte die Scheidung beantragt hat - der Erblasser diesem Antrag zugestimmt hatte. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, bleibt es beim gesetzlichen Erbrecht der Ehefrau, das sich aber natürlich nur auf den Nachlass ihres Ehemanns erstrecken kann, nicht auch auf das Vermögen der Eltern des Verstorbenen. Auf dieses Vermögen gibt es für die Ehefrau keinerlei gesetzliche Erbansprüche, unabhängig davon, ob die Ehe besteht oder nicht mehr besteht. Schwiegerkinder gehören nicht zum Kreis der gesetzlichen Erben, es sei denn - was gelegentlich vorkommen kann - es bestehe ein Verwandtschaftsverhältnis der Ehefrau auch mit einem Schwiegerelternteil (Z.B. wenn Vetter und Cousine heiraten). Schwiegertöchter können ihre Schwiegereltern also nur beerben, wenn sie im Testament der Schwi-Eltern als Erben eingesetzt sind.  

Antwort
von turnmami, 54

Der Frau steht jetzt ein Erbe zu. Das Vermögen der Eltern geht sie in dem Fall nichts mehr an. Sie kann nur einen Teil vom jetztigen Besitz des Ehemannes erben!

Kommentar von ingwer16 ,

.... Ok , danke erst mal !
Wenn die Eltern dann .... Irgendwann ... Sterben , steht der Frau dann etwas zu - aus der Erbmasse der Eltern ?

Kommentar von turnmami ,

Nein. Durch den Tod des Ehemannes erbt sie von den Eltern des Partners überhaupt nichts mehr. 

Kommentar von imager761 ,

Sie erbt auch dann nichts, wenn der Sohn seine Eltern überlebt hätte: Am Nachlass der Schwiegereltern besteht überhaupt kein Erb- noch Pflichtteilsanspruch :-O

Dass die Schwiegertochter nach der Trennung und sogar Tod ihres Kindes nun ausdrücklich begünstigt sein soll, ist eher auszuschliessen, oder?

Kommentar von imager761 ,

Der Frau steht jetzt ein Erbe zu. (...) Sie kann nur einen Teil vom jetztigen Besitz des Ehemannes erben!

Falsch: Nach § 1933 BGB kann sie genau das nicht mehr :-O Mit vollzogenem Trennungsjahr und Scheidungsantrag ihres Noch-Ehemannes ist sie von dessen Erbfolge ausgeschlossen :-O

Antwort
von Ronox, 38

Kurz und knapp:
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1933.html

Was anderes kann bei einer testamentarischen Erbeinsetzung gelten.

Kommentar von imager761 ,

Was anderes kann bei einer testamentarischen Erbeinsetzung gelten.

Nein: Auch sie wäre gegenstandslos geworden.

Kommentar von Ronox ,

Nein, nicht unbedingt -> Auslegung.

Kommentar von imager761 ,

Falsch: "Eine letztwillige Verfügung, durch die der Erblasser seinen Ehegatten bedacht hat, ist unwirksam, wenn die Ehe vor dem Tod des Erblassers aufgelöst worden ist. Der Auflösung der Ehe steht es gleich, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte" bestimmt § 2077 I BGB hinlänglich :-)

Ausnahme: Es ist davon auszugehen, dass die testamentarischen Anordnungen dem Willen des Verstorbenen auch im Scheidungsfall
entsprechen, etwa darin ein Stiefkind mitbegünstigt wäre oder dem Ehegatten ausdrücklich einen Nießbrauch- oder Wohnungrrecht grundbuchlich eintragen wäre. Insoweit gälte diese Verfügung dann doch, vgl. hrz. § 2268 BGB.



Kommentar von Ronox ,

Du kannst noch so oft "falsch" schreiben, wie du willst, dadurch wird es nicht richtiger. Fakt ist, dass in diesem Fall der hypothetische Erblasserwillen zum Zeitpunkt der Errichtung der Verfügung ermittelt werden muss (§ 2077 III BGB). Deine pauschale Behauptung, die Verfügung sei unwirksam, ist also nicht korrekt. Was du im Übrigen (wohl ungewollt) bestätigst, indem du deine vorherige Aussage relativierst.

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