Frage von StifflersVater, 72

Erbe nicht ausgeschlagen, was tun?

Hallo, ich habe mal wieder eine dumme Frage, die sich aus meiner Nachlässigkeit stellt😂...
Also, der Bruder meines Opas ist verstorben, die ganze Familie hat einen Brief bekommen und das Erbe innerhalb der 6 Wochen Frist ausgeschlagen. Ich habe es aufgeschoben und bin erstmal im Ausland gewesen, ich kann meinen Auslandsaufenthalt  nicht nachweisen.
Auf drängen meiner Mutter habe ich meinen Auslandsaufenthalt abgebrochen und das Erbe beim Amtsgericht persönlich ausgeschlagen. Genau einen Tag zu spät. Danach war ich beim Notar, der so blöd war, das Datum auf dem schreiben falsch zu setzen. Als ich den Brief vom zweiten Notar mit dem "richtigen" darum per Einschreiben eingeschickt habe, wurde dieser abgelehnt. Mein überbezahlter Anwalt könnte mir auch nich helfen! Am Telefon könnten die zuständigen Behörden mir nicht sagen worum es geht und vor Ort auch nicht. Das ganze war im Februar und ich warte seid dem jeden Tag auf Post. Meine Frage: wie lange dauert sowas in der Regel und welche Wege habe ich, um zu wissen, worum es geht? Ich gehe eigentlich nie von vererbten Schulden aus..
Hat da vielleicht jemand Erfahrungen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SquadStein, 27

Du stellst indirekt wieder die Frage nach der Erbenhaftung. Es ist nicht schlimm, wenn man eine Erbschaft annimmt, weil man seine Haftung auf den Nachlass begrenzen kann: http://www.erbfix.de/2016/06/muss-ein-erbe-fur-die-schulden-des.html

Kommentar von StifflersVater ,

Danke

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 25

die ganze Familie hat einen Brief bekommen und das Erbe innerhalb der 6 Wochen Frist ausgeschlagen.

Sie meinen jeder in der Familien hat einen Brief bekommen. Die Fristen unterscheiden sich ja.

Auf drängen meiner Mutter habe ich meinen Auslandsaufenthalt abgebrochen und das Erbe beim Amtsgericht persönlich ausgeschlagen

Wenn die Ausschlagung beim Nachlassgericht erklärt wurde, dann ist ein anschließendes Aufsuchen des Notars zweckfrei.

Die Frage ist natürlich, ob in der Ausschlagung der Termin genannt wurde, an den Sie vom Erbe und den Grund der Berufung erfahren haben.

Genau einen Tag zu spät. 

Es ist richtig, auch auszuschlagen, wenn man glaubt, das es schon zu spät ist. Gerade wenn es nur um einen Tag hin oder her geht. Es ist nämlich so, das der der sich darauf beruft, das die Ausschlagung verfristet war, dies auch nachweisen muß.

Die Frist beginnt, wenn sie vom Erbfall und den Gründen der Berufung Kenntnis erlangt haben. Sprich wenn sie erfahren haben, das der Bruder des Opas tot ist und diejenigen die vor Ihnen in der Erbfolge sind tot sind oder  ausgeschlagen haben. Ich nehme mal an, es handelt sich um den Opa mütterlicherseits. Dann sind sie in jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn sie innerhalb von 6 Wochen nach den Ausschlagen durch die Mutter selbst ausschlagen. Ansonsten wäre genau zu prüfen, wann sie die Kenntnis erlangt haben.

Antwort
von kabbes69, 14

Erbe persönlich beim Nachlaßgericht ausgeschlagen. Was hast du dann beim Notar gemacht? Nochmals ausgeschlagen oder jetzt doch einen Erbschein beantragt? 

Antwort
von sassenach4u, 17

Die ganze Familie, also auch du. Hast dann nicht reagiert, sondern bist ins Ausland gefahren- zurückgekommen, weil Mama gemahnt hat und warst einen Tag zu spät nach Dem Schreiben.

Da hast du Geld, was du nicht hast, liest man deine anderen Fragen, für einen Notar umsonst ausgegeben und damit das Erbe angetreten.

Du kannst jetzt nur den Nachlass sichten und sehen, ob er überschuldet ist. Wenn ja, kannst du das Erbe auf den Nachlass beschränken, damit nicht an dein Vermögen, was du ja nicht hast, herangegangen werden kann.

So wie du sonst schreibst, ohne Krankenversicherung, ohne "offizielles" Einkommen (was ist ein inoffizielles, bitte?) mit einem sanierungsbedürftigen Haus wäre bei eh nichts zu holen.

Antwort
von Ronox, 29

Auf was genau wartest du? Das Nachlassgericht nimmt deine Ausschlagungserklärung entgegen, mehr passiert aber nicht von Amts wegen. Ob die Ausschlagung wirksam war, wird nur in einem Erbscheinsverfahren geprüft. Dieses kann im Notfall auch ein Gläubiger beantragen.

Kommentar von StifflersVater ,

Den erschein habe ich ja bis jetzt noch nicht. Wie komme ich daran, ohne wieder ein Haufen Geld für fünf Minuten Beratung auszugeben? Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich den beantrage?

Kommentar von Ronox ,

Ich dachte, du hast das Erbe ausgeschlagen oder das zumindest versucht. Wenn du jetzt einen Erbschein beantragst, bringst du damit ja gerade zum Ausdruck, dass du für dich Erbe geworden bist. Das steht dir natürlich frei, aber die Wirksamkeit der Ausschlagung wird vom Nachlassgericht trotzdem geprüft. Die Gerichtskosten richten sich nach dem Wert des Nachlasses.

Wenn du dich im Zeitpunkt des Todes des Erblassers im Ausland aufgehalten hast, beträgt die Ausschlagungsfrist übrigens 6 Monate.

Kommentar von ichweisnix ,

Dieses kann im Notfall auch ein Gläubiger beantragen.

Wobei dieser dann nachweisen muß, das die Ausschlagung verfristet war. Wenn die Kenntnis durch den Brief vom Nachlassgericht erlangt wurde, dürfte es in der Praxis schwer fallen, den Erhalt des Briefes taggenau nachzuweisen.

Kommentar von StifflersVater ,

Danke, ich werde schnellstmöglich einen erbschein beantragen...

Kommentar von wfwbinder ,

Hast Du den Kommentar von Ronox nicht gelesen?

Ich dachte, du hast das Erbe ausgeschlagen oder das zumindest versucht.
Wenn du jetzt einen Erbschein beantragst, bringst du damit ja gerade zum
Ausdruck, dass du für dich Erbe geworden bist.

Nur einen Erbschein beantragen, wenn Du das Erbe antreten willst.

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