Frage von schufrie, 71

Erbe nach Wünschen der Mutter aufteilen?

Meine Mutter ist ohne Testament verstorben. Wir sind 3 Kinder. Meine Schwester wohnte seit Jahren mit meiner Mutter in einem Haus. Mein Bruder hat bereits zu Lebzeiten meiner Mutter sein Erbteil bekommen. Ich sollte das Geld aus einer Lebensversicherung (die kurz vor dem Tod ausgezahlt wurde) bekommen und meine Schwester das Haus. Wir würden gerne das Erbe nach den Wünschen meiner Mutter aufteilen. Was ist hierzu die günstigste Variante. Ich hatte zuerst vor das Erbe auszuschlagen und meiner Schwester die Aufteilung zu überlassen. Ich habe aber selber Kinder und müsste das dann auch für die Kinder tun. Zudem würde für die Übertragung des Geldvermögens Schenkungssteuer anfallen. Bin unsicher was zu tun ist.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sergius, 16

Da Ihre Mutter kein Testament hinterließ, ist gesetzliche Erbfolge eingetreten, die Sie und Ihre beiden Geschwister zu je 1/3 Miterben gemacht hat. Das hat nun zur Folge, dass der gesamte Nachlass der Mutter nun dieser Erbengemeinschaft gehört, die darüber und über einzelne Nachlassgegenstände nur gemeinsam verfügen kann. Der Umstand, dass Ihr Bruder sein Erbteil schon früher bekommen hat, führt nicht automatisch dazu, dass er als Miterbe ausscheidet; das Nachlassgericht hat also zutreffend mitgeteilt, dass formal der Bruder Miterbe ist. Sie müssen nun im Rahmen der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft  (Teilung) den Nachlass so verteilen, dass  das was der Bruder schon früher bekommen hat (und das, was offenbar Sie aus der Leb.Vers, bekommen haben, auf ihre Anteile angerechnet wird, so dass im Endergebnis unter Einbezug dieser "Vorempfänge" jeder von Ihnen wertmäßig je 1/3 erhält. Machen Sie eine Nachlassaufstellung einschließlich der Vorempfänge und teilen Sie den Nachlass dann unter Berücksichtigung der Vorempfänge in drei Teile. Wem dann nach den Vorempfängen noch etwas zu seinem 1/3 fehlt, sollte aus dem noch vorhandenen Nachlass eine "Auffüllung" erhalten. Wichtig ist, dass bei diesen Rechnungen kein Streit entsteht. Brauftragen Sie, falls notwendig, gemeinsam einen Rechtsanwalt zur Hilfe bei der Auseinandersetzung.

Eine Ausschlagung würde ich nicht vornehmen; sie ist auch nicht notwendig. Erbschaftssteuer fällt für jeden von Ihnen erst an, wenn der Wert seines Anteils über 400.000 Euro beträgt.

Antwort
von glaubeesnicht, 34

Weshalb sollte denn da Schenkungssteuer anfallen? Du bekommst nichts geschenkt, sondern du hast geerbt. Als Tochter hast du einen ziemlich hohen Freibetrag, erst danach fallen Erbschaftssteuern an!

Kommentar von Skibomor ,

Die Lebensversicherung wurde hier schon vor dem Tod der Erblasserin ausgezahlt und dürfte gar nicht mehr in die Erbmasse fallen.

Kommentar von glaubeesnicht ,

Das hätte die Erblasserin betroffen. Als Erbin zahlt sie für das geerbte Geld keine Steuern, sofern es innerhalb des Freibetrages ist.

Kommentar von Skibomor ,

Du hast Recht!

Kommentar von schufrie ,

Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Wir möchten, dass meine Schwester das Haus alleine bekommt. Mein Bruder, der ja schon bedacht wurde, sollte das Erbe ausschlagen. Der Ursprungsgedanke war, dass ich das Erbe ebenfalls ausschlage. Somit ist meine Schwester alleinige Erbin und Hausbesitzerin und sie regelt die Verteilung der Vermögenswerte. Schlage ich aus und meine Schwester gibt mir das Geld fällt doch eigentlich Schenkungssteuer an.

Kommentar von glaubeesnicht ,

Wenn du dich mit deiner Schwester so abgesprochen hast und ihr keinen Notar oder sonstwas braucht, dann kann sie dir das Geld ganz einfach überweisen. Ihr macht ja keinen Schenkungsvertrag oder ähnliches. Somit fällt auch keine Schenkungssteuer an.

Aber Vorsicht: Solltest du das Erbe wirklich ausschlagen, dann ist dies bindend. Sollte dir deine Schwester anschließend das Geld nicht auszahlen, dann guckst du in die Röhre und kannst nicht mehr an das Geld kommen.

Kommentar von schufrie ,

Danke!

Kommentar von Skibomor ,

Sorry, mein vorheriger Kommentar war Blödsinn. Das Geld ist ja wohl noch vorhanden und gehört doch zur Erbmasse.

Kommentar von glaubeesnicht ,

...Mein Kommentar war falsch.

Kommentar von glaubeesnicht ,

@skibomor: Habe grade meinen Kommentar unter den falschen Beitrag von dir gesetzt, der gehörte zu deinem obigen Beitrag, wo er jetzt auch steht.

Antwort
von Skibomor, 20

Habt Ihr das festgeschrieben bzw. ist nachweisbar, dass Dein Bruder schon sein Erbteil bekommen hat? Dann muss er jetzt auch nichts mehr ausschlagen.

Und ganz egal, wie gut Euer Verhältnis untereinander ist: Oft geht beim Erben der Streit los. Schlage auf keinen Fall - auch im Interesse Deiner Kinder - das Erbe aus!

Kommentar von glaubeesnicht ,

So sehe ich das auch!

Kommentar von schufrie ,

Eigentlich will ich mit meiner Schwester nur günstig aufteilen, ohne großen Stress. Das Haus gönne ich auch meiner Schwester, da sie immer schon mit meiner Mutter dort gewohnt und demzufolge auch finanziell immer zur Erhaltung des Hauses beigetragen hat. Das Amtsgericht hat hinsichtlich des Erbes meines Bruders bereits telefonisch mitgeteilt, dass alles was vor dem Tod der Mutter war, nicht relevant sei. Obwohl wir dazu notarielle Unterlagen haben.

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