Erbe ich tatsächlich nichts als Ehefrau wenn mein Mann stirbt?

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5 Antworten

Der Erbvertrag wäre nur wirksam, wenn er vor einem Notar abgeschlossen wurde. Da Sie bei diesem Erbvertrag zugegen waren und mitunterschrieben haben, müsste doch bei der notariellen Vorberatung die Frage erörtert worden sein, welche Erbrechte Sie beim Tod Ihres Mannes haben und wie Ihre Versorgung gewährleistet sein soll..  Wenn Sie seinerzeit auf Erbrechte und Pflichtteilsrechte verzichtet haben sollten, sähe es für Sie beim Tod Ihres Mannes schlecht aus. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Notar die Folgen eines Verzichts Ihnen nicht vor Augen geführt hat. Dazu wäre er verpflichtet gewesen. Sie sollten daher am besten den Notar ansprechen und ihm Ihre Probleme darlegen. 

Sollte der "Erbvertrag"  nicht notariell beurkundet worden  oder gar nur in freier Vertragsform abgefasst worden sein, wäre er absolut unwirksam. Wenn Sie nicht zum Notar gehen wollen, sollten Sie einen Anwalt für Erbrecht befragen. Er wird Ihnen auch sagen können, welches Erbrecht (deutsch oder niederländisch) nach der neuen Europäischen Erbrechts-Verordnung anzuwenden ist. Sie haben sicher insofern recht, als deutsches Recht zur Anwendung kommt, wenn Sie Ihren "dauernden Aufenthalt" in Deutschland haben.

Was das 1/2-Erbrecht der Ehefrau nach holländ. Recht betrifft, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass auch in Deutschland die Ehefrau, die im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft mit ihrem Mann lebt,  neben den Kindern des Erblassers zu 1/2 seine "gesetzliche" Erbin wird. Das bedeutet sowohl nach dt. wie nach holl. Recht,dass diese gesetzliche Erbfolge nur dann automatisch eintritt, wenn keine abweichende testamentarische oder erbvertragliche Regelung getroffen worden ist, wie das möglicherweise (s. oben) bei Ihnen der Fall zu sein scheint. Die vom Erblasser bestimmte Erbfolge hat grundsätzlich Vorrang vor der nur subsidiär geltenden gesetzlichen.  Wenn Sie Gütertrennung vereinbart haben, würden Sie als gesetzliche Erbin Ihres Mannes nur zu 1/4 neben den drei Kindern (offenbar Ihres Ehemanns) erben.

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Kommentar von fyssio
21.11.2016, 17:57

Der Erbvertrag ist tatsächlich vor dem Notar verabreicht worden. Ich war aber so informiert das es ein Ehevertrag war! Erst wo der Sohn ein Kopie bekam (ohne mein Einverständnis), zeigte mein Mann die Eintragung auf m Notariat als "Erbvertrag". Das ist also sein Testament geworden...
zwei Kinder sind von mir, einer von ihm der dann alles bekommt beim versterben von ihm. Danke für das ausführlichen Antwort.

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Hier sind Verträge schon bindend. Da aber keiner den genauen Wortlauf kennt, solltest Du Dich vielleicht doch bei einem Fachanwalt für Erbrecht erkundigen. Oder Deinen Ehemann fragen, was er sich genau gedacht hat!

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Kommentar von fyssio
19.11.2016, 15:40

Mein Mann sagt das ich nur das bekomme was er mir zugewiesen hat im Erbvertrag. Ich war noch nicht beim Anwalt weil ich nicht vermögend bin. Mein Mann schon und hat das alleine mit dem Anwalt beschlossen. Ich fühle mich etwas überm Tisch gezogen und werde dann doch zum Anwalt müssen.... wenn keiner hier das richtige Antwort hat. Danke trotzdem für dein schnelles Antwort :)

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wart ihr wegen des Erbvertrages beim Notar? Hast du den auch unterschrieben? Wenn ja, dann hast du Pech.

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Wenn wirklich ein gültiger Erbvertrag (notariell beurkundet !) geschlossen worden ist, dann bestand die Notarpflicht, auf das Pflichtteilsrecht hinzuweisen und entsprechend zu fragen, ob die Ehefrau verzichtet oder was werden soll. Es ist kaum vorstellbar, dass dieser Punkt keine Klärung im Vertrag erhielt. Oder ist doch ein Pflichtteilsverzicht enthalten? Anderenfalls könnte eine anders geartete Absicherung vorgesehen worden sein.

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Wenn du im Testament nicht als Zweiterbe eingetragen bist, erbst du nichts.

Das Testament sollte verändert werden und Zweit bzw. Dritt erben hinzugefügt werden!

 Genauere Informationen erhältst du von euerm Anwalt.

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Kommentar von fyssio
19.11.2016, 15:41

Es gibt (noch) kein Testament deswegen meine Frage ob ein Erbvertrag gleich steht mit einem Testament

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