Frage von MikuChaan, 32

Erbauschlagung beim Amtsgericht, muss pro Unterschrift die Gebühr von 30€ bezahlt werden, wenn man gemeinsam dort hingeht und unterschreibt?

Hallo, meine Name ist Dajana und bin 21 Jahre alt. Am 19.3.2016 ist mein geliebter Papa an Krebs verstorben mit nur 51 Jahren - drei Wochen nach der Diagnosenstellung :(. Meine Eltern waren bis zum Tod meines Papas verheiratet - mein Papa hatte vor der Ehe schon Schulden gehabt. Morgen muss ich mit meiner Mama und Bruder zusammen zum Amtgericht um die Erbausschlagung zu unterschreiben. Heute sagte sie mir das jeder 30€ für die Unterschrift bezahlen muss. Ich bin ein einfacher Azubi zur Schneiderrin im zweiten Ausbildungsjahr. Ich wohne seit dem ich 16 nicht mehr zuause und meine Mutter weiß eigentlich das ich nicht ebend mal 30€ habe - es wären insgesamt 90€ evlt. zusätzliche Kosten. Das ist schon ziemlich viel für drei Unterschriften, wiederum weiß ich auch das die Ämter was verdienen müssen. Eigentlich bin ich total fit was Behörden angeht, aber ich kann mich kaum noch auf die Ausbildung konzentrieren - der Tod meines Papas hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen - ich vermisse ihn sehr und Frage deshalb um Rat, weil ich bei Google nichts ausagekräftiges finden konnte. Wer hat eine Erbausschlagung schon unterschrieben und kann sagen wie sich das mit den Gebühren verhält ?

Ich bin für jeden Rat sehr dankbar.

liebsten Gruss Dajana

Antwort
von Ronox, 15

Hallo Dajana, bei den 30 Euro handelt es sich um die Mindestgebühr. Die Gebühr berechnet sich nach dem Wert des Nachlasses. Da hier nach deinen Angaben der Nachlass überschuldet ist, bleibt es bei dieser Mindestgebühr. Normalerweise wird bei einer Aufnahme von mehreren Ausschlagungserklärungen nur einmal die Gebühr von 30 Euro erhoben (Zusammenrechnung der Geschäftswerte von je 0 Euro, wegen mehrerer Beurkundungsgegenstände). Das Gericht irrt sich daher nach meiner Auffassung. Du könntest auch versuchen, um Erlass der Kosten unter Darlegung deiner finanziellen Situation zu bitten. Das ist nach der Kostenverfügung in Ausnahmefällen möglich. Ein Versuch schadet auf jeden Fall nicht, denn beim Nachlassgericht sitzen keine Unmenschen. Viel Erfolg und alles Gute.

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