Frage von cocotequilla87,

Er ist tot und ich verkrafte es nicht!

Am 24.11 um 22.30 verstarb mein Opa sehr sehr überraschend an Darmkrebs im Endstadium. Er hat es am 23.11 um 14.00 im Krankenhaus erfahren und darüber informiert das die Ärzte ihm nur noch wenige Monate geben. Er hat es angenommen und sich damit abgefunden. Am 24. war ich bei ihm im KH zu Besuch, wir haben noch gewitzelt und gelacht, wenn auch etwas gequält (von meiner Seite aus). Ich hab mich mit einer Umarmung und einem "Ich hab dich lieb" er erwiederte "ich dich auch" Ich bin wieder nachhause gefahren. Um 20.00 verschlechterte sich sein Zustand rapide. Er hat sein ganzes Abendessen erbrochen, dann wurde eine beginnende Lungenentzündung festgestellt. Zwischenzeitlich wurde er mit der Sauerstoffmaske beatmet. Er schaute voller Verzweiflung meine Mutter an und meinte ER WOLLE GEHN', ER WILL NICHT MEHR. Mein Vater wollte nachhause gehn' weil seine Schicht bald begonnen hätte. Als er geschockt bemerkte das er sich nicht bei seinem Vater verabschiedet hat. Er ging nach oben um "Aufwiedersehen" zu sagen. Als das geschah, begann mein Opa zu sterben (klingt richtig blöd) er ging mit reinem Gewissen sich und andern gegenüber. Ich war mit meinen Brüdern auf dem Weg zu ihm als er verstarb. Ich versteh es einfach nicht! Sie haben ihm doch noch wenige Monate gegeben warum wars dan innert weniger Stunden vorbei? Ich kann das nicht akzeptieren, ich will es nicht! Es tut so weh. Ich weine nur noch! Das ging einfach viel zu schnell! Ich habe das Gefühl das ich nie wieder unbeschwert glücklich sein kann. Die Beerdigung ist am Freitag. Ich steh das nicht durch. Vorallem das Essen danach. Ich kann doch nicht einen auf lustig und gesprächig machen wenn es mir beschissen geht. Wet hat ähliches erlebt und kann mir Tipps geben wie ich damit umgehen kann?

Lg

Hilfreichste Antwort von katwal,
17 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich habe auch Deine vorausgehende Frage gelesen, worin Du über die überraschende Diagnose als erschütternde Nachricht bezüglich der Krankheit Deines Opas berichtetest, was Dich sehr betroffen gemacht hat.

Nun ist Dein geliebter Opa danach plötzlich verstorben, was Dich unendlich traurig macht, und Du weißt nicht, wie Du mit der tiefen Traurigkeit und dem Leid umgehen sollst.

Offenbar hast Du Deinen Opa sehr geliebt, weshalb der Verlust für Dich sehr schmerzlich ist.

Nun konkret zu Deiner Frage:

Es ist nun mal im Leben so, dass Freud und Leid zusammen gehören, und man muss mit beidem umgehen können.

Ich weiß nicht, wie alt Dein Opa geworden ist (?); habe aber entnommen, dass er ein erfülltes Leben hatte, neben Freude aber auch Kummer und Schmerz ertragen musste. Er war offenbar immer für Dich da und hat Gutes für Dich getan. Siehe mal dies als etwas Positives an, denn die schöne Zeit mit Deinem Opa gehört zu Deinem Leben und sollte in Deiner Erinnerung auch einen positiven Platz erhalten!

Alles ist nun mal endlich, und es gibt kein anderes Leben! Dein Opa hatte - wie ich entnommen habe - sein Schicksal angenommen und war vorbereitet auf sein Lebensende. Er brauchte nicht lange zu leiden; insofern war ihm das Schicksal gnädig. Nimm dies als gegeben hin und verabschiede Dich von Deinem Opa in Frieden; er wird in Deinem Herzen immer weiter leben.

Es wird Zeit vergehen, und der tiefe Schmerz der Trauer wird vergehen. Neue Lebensinhalte werden sich ergeben, die Dir Freude bereiten werden. Blicke positiv in die Zukunft; das Leben geht weiter. Ich übermittle Dir für Deinen weiteren Lebensweg beste Wünsche.

Kommentar von Christa251248 ,

@katwal,du hast diese Frage mit sehr viel Einfühlungsvermögen und grosser menschlicher Anteilnahme beantwortet. Respekt und DH

Kommentar von katwal ,

Danke für die Auszeichnung. Das freut mich.

Antwort von Alex313,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

"Man sollte das Leben nicht mit Jahren füllen, sondern die Jahre mit Leben" ... (Herkunft?)

Als mein Vater vor 1 1/2 Jahren an Krebs verstarb, hatte er schon mehrere Jahre versucht dagegen anzukämpfen. Wäre es nach ihm und seinen Erwartungen gegangen, hätte er nicht einen so langen Leidensweg gehabt, aber meine Mutter und meine Schwester wollten nicht loslassen. Die letzten 2 Jahre meines Vaters hatten kaum noch wünschenswerte Lebensinhalte, sondern bestanden im Wesentlichen aus für ihn lästigen Theraphien, u.a. 3 bis 4 Mal pro Woche zur Dialyse (4-6 Stunden, wenn man die Anfahrten und manchmal vorkommenden Wartezeiten hinzurechnet) ...

In den letzten Monaten sah mein Vater aus wie Skelett und als in einem Bein und einem Arm eine Sepsi auftrat, kamen meine Mutter und meine Schwester doch tatsächlich auf den Gedanken, dass man die faulenenden Gliedmaßen doch amputieren lassen könnte, um "sein Leben" (welches er schon längere Zeit nicht mehr wollte) noch etwas zu verlängern ...

Nach einem Gespräch mit meinem Vater (ca. 1 Woche bevor er starb), welches ich mit ihm alleine bei einem Krankenhausbesuch geführt hatte, setzte ich mich mit meiner Mutter und meiner Schwester an einen Tisch und erzählte ihnen von dem Gespräch mit meinem Vater. Als ihnen bewusst wurde, welche Prozedur sie meinem Vater noch zumuten wollten (Amputationen) und ich sie an den Satz "die Würde des Menschen ist unantastbar" erinnerte, fingen an zu weinen ...

Der letzte Wunsch meines Vaters war es nach Hause zu kommen. Als er zu Hause angekommen war, legte er sich vollkommen entkräftet ins Bett. Drei Stunden später - ich war inzwischen wieder in meine Wohnung gefahren - rief mich meine Mutter an und meinte, dass mein Vater sterben würde. Eilig fuhr ich zum Haus meiner Eltern. Mein Vater lag auf dem Boden. Seine Augen waren weit offen und er atmete kaum noch. Ich hob ihn auf sein Bett und setzte mich neben ihn. Meine Mutter lief zum Telefon und rief den Notarzt, während ich bei ihm blieb und seine Hand hielt. Kurz darauf schlief er ein ...


Bei dem Gottesdienst, der vor seiner Beerdigung stattfand, laß ich einen Text aus einem Buch von Francois Lelord (Hector & Hector... und die Geheimnisse des Lebens). In dem nachfolgenden Auszug geht es um einen Jungen (der kleine Hector), dessen Schulfreund (Eloi) vor kurzem an Krebs gestorben ist und er sich nun Gedanken über dessen Tod macht:

"...

"Maman?"

"Ja?"

"Ist Eloi wirklich tot?"

Er spürte, dass diese Antwort seiner Manan Mühe bereitete.

"Ja", sagte sie, "er ist wirklich tot."

"Wie die überfahrenen Katzen am Straßenrand?"

"Ähm ... ja ... aber es ist doch nicht dasselbe! Eloi ist schließlich ein Junge! Und jetzt wohnt er im Himmel."

"Ist es sicher, dass er im Himmel wohnt?"

"Ja", sagte seine Maman.

Aber es war komisch - Petit Hector spürte, dass selbst seine Maman sich nicht völlig sicher war.

Und dann umarmte si in und sagte, dass sie nächsten Sonntag bei der Messe gemeinsam für Eloi beten würde, damit er im Himmel bleibt oder damit er dorthin gelangt, falls er noch nicht angekommen sein sollte.

Danach kam sein papa zum Gutenachtsagen.

"Papa", sagte Petit Hector, "kannst du mir erklären, wie es im Himmel ist?"

"Maman hat mir schon erzählt, dass Du immer noch an Eloi denkst"

"Ja", sagte Petit Hector. "Wie ist der Himmel?"

Sein Papa schien ein bisschen überlegen zu müssen.

"Erinnerst du dich daran, wie es vor deiner Geburt war?"

"Bevor ich geboren wurde?"

Das war vielleicht eine komische Frage. Sein papa stellte oft komische Fragen, aber diese hier war wirklich der Rekord.

"Nein, natürlich habe ich keine Erinnerungen daran. Niemand kann sich daran erinnern, wie es vor seiner Geburt war. Sogar die Zeit gleich danach habe ich vergessen."

"Siehst Du, und wenn man stirbt, ist es ähnlich - es ist so, als wenn man noch nicht geboren ist."

"Und dann ist man im Himmel? Und vor der Geburt auch?"

"Ja, aber man hat keine Erinnerung daran."

"Also ist man im Himmel, bevor man geboren wird, und wenn man gestorben ist, kehrt man dorthin zurück?"

"Genau."

"Und Maman sagt das auch?"

"Ja."

"Aber wie kann man wissen, wie der Himmel ist, wo sich doch niemand erinnert?"

"Manche Personen haben ihre Vorstellungen über den Himmel, andere wissen nicht so recht."

"Aber auf jeden Fall gibt es einen Himmel?"

"Ja", sagte sein Papa, "es gibt einen. Besonders für brave Kinder wie Eloi oder dich."

Danach fühlte Petit Hector sich besser. Man musste sterben, das stimmt, aber wenigstens gab es den Himmel, auch wenn nicht alle dieselbe Meinung darüber hatten, was in diesem Himmel drin war; auf jeden Fall war es der Ort, an dem wir vor unserer Geburt waren, und also waren wir wirklich irgendwo. Und über diese Frage schienen sich sein Papa und seine Maman sogar einig zu sei, selbst wenn seine Maman mehr Vorstellungen vom Himmel hatte, weil sie ja in die Kirche ging.

Er dachte noch einmal an Eloi mit seinem ganz dünnen Haaren, die ihm wieder zu wachsen anfingen, ...

Kommentar von Alex313 ,

... und es beruhigte ihn zu wissen, dass er im Himmel war, denn Eloi war wirklich ein netter Kerl gewesen.

Und dann schlief Petit Hector endlich ein.

..."

Kommentar von Alex313 ,

(Therapien anstatt Theraphien)

Antwort von BreitenSportler,

Man wird geboren um zu sterben.

Das Leben geht weiter.

Du kannst sowieso nichts ändern, also guck nach vorne, das bringt sowieso nichts jetzt noch so traurig zu sein usw

Kommentar von HvonB ,

Dann hast Du noch nie einen geliebten Menschen verloren? Wenn ich Deine Antwort so lese, vermute ich es fast!

Kommentar von BreitenSportler ,

Was sollte ich denn sonst schreiben oder machen wenn ich jemanden verliere?

Wenn jemand tot ist ist man tot, das kann man nicht ändern.

Kommentar von RettSan ,

Sorry BreitenSportler; in diesem Sinne hast Du ja Recht, mann kann den Tod nicht rückgängig machen und das ist vielleicht auch ganz gut so... aber man kann vielleicht ein wenig rücksichtiger die Worte wählen und es nicht so hart klingen lassen, wie Du es geschrieben hast...!

Kommentar von laberhannes ,

Dann hast Du noch nie einen geliebten Menschen verloren? Wenn ich Deine Antwort so lese, vermute ich es fast!

nein, und hüte dich vor Urteilen (setz die zwei letzten Worte mal zusammen...).

das ist einfach SEIN Konzept, mit dem Unausweichlichen klar zu kommen. es gibt für beide Varianten die volle Berechtigung, ebenso wie es die Berechtigung für das Schlechte gibt in der Welt.

Ok, nicht für alles, aber für vieles.

Antwort von elenore,
13 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo cocotequilla87, mein herzliches Beileid.........ich kann deinen Schmerz und Traurigkeit vollens verstehen. Mein Mam ist am 19.2.11 in ihrem Zuhause in meiner Anwesenheit verstorben.

Sie schaute mich 2 mal erschrocken und mit grossen Augen an, es war 12.15 Uhr.....sie wusste in dem Augnblick, dass sie uns verlässt.......aber sie hat die Augen selbst geschlossen, was ein Zeichen sein soll, dass sie diese Welt zufrieden und mit allem abschliessend verlassen kann.

Es ist schon so, wen wir lieben wollen wir nicht loslassen, sie war mit der wichtigste Teil meines Leben und wird es auch immer bleiben. Ich wollte sie nicht hergeben und habe bei Kerzenschein Nachtwache gehalten und erst nächsten Tag gegen 11 Uhr habe ich sie abholen lassen. Ich konnte sie streicheln, mich zu ihr setzen und mit ihr sprechen....nur mit ihr allein Abschied nehhmen.

Die Beerdigung hat mir viel abverlangt, zumal ich die Beerdigungsreede, die Abschiedsreede gehalten habe.

Die ersten Wochen und Monate werden für dich sehr schwer werden, die Sehnsucht und das Endgültige macht einen zu schaffen. Ich bin jetzt etwas ruhiger, abe rdie innere Sehnsucht ist geblieben nach ihrer Nähe und Herzenswärme...aber gedanklich spreche ich mit ihr, ich weiss, sie muss nicht mehr leiden und sie wird trotzdem ein Teil meines Lebens bleiben, die guten Momente, Erlebnisse und die immer gegebene Liebe halten sie mir lebendig.

Vielleicht können dir die aufgeschriebenen Zeilen meiner Mutter trösten......sie sind so warm und herzlich, vielleicht hätte es auch dein Opa zu dir gesagt:

Weinet nicht Ihr Lieben, schwer ist es für Euch und mich, ich wär so gern bei Euch geblieben, doch meine Kräfte reichten nicht.

Was ich getan in meinem Leben, ich tat es nur für Euch, was ich gekonnt hab´ich gegeben – als Dank seit einig unter Euch.

In ewiger Liebe Eure Mutti und Omi

Ich wünsche dir Kraft, der Schmerz wird nachlassen, aber die Sehnsucht nie. LG elenore

Kommentar von taigafee ,

schöne zeilen.

Antwort von HabNenVorschlag,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Mein herzliches Beileid erst einmal.

Man kann jetzt vieles schreiben was man tun oder besser lassen kann. Aber wichtig ist doch glaube wohl eher, wie du in diesem Augenblick deiner tiefen Trauer besser klar kommst. Der Tot ist ein sehr schmerzhafter Begleiter eines jeden einzelnen hier auf Erden. Da muss jeder durch und keiner kann sich noch davor drücken - leider nicht.

Der Tot gehört zum Leben, wie auch lachen, glücklich sein usw. niemand verlangt von dir das du lachen und gesprächig sein sollst. Wenn du weinen möchtest weine, wenn du lachen willst dann tu auch das. Kein davongeschiedener würde seinen Verwandten wünschen das die sich gänzlich zurück ziehen und nie mehr wieder lachen. Ich persönlich würde mir wünschen das zumindesten meine Kinder lachen wenn die mich beisetzen. Die Traurigkeit meiner Kinder wäre für mich sehr viel schlimmer - und dein Opa hätte sich das bestimmt auch so gewünscht, das alle die ihn lieb hatten, angemessen trauern jedoch nicht die Lebenslust verlieren - lächel auch mal für deinen OPA <3

Du solltest dir genau soviel Zeit für deine Trauer nehmen wie du auch brauchst. Es ist manchmal hilfreich wenn man sich vorstellt, das der geliebte Mensch auch ein erfülltes und/oder langes Leben hatte. Und das ihr die Möglichkeit hattet auch euren Opa um euch zu haben. Ich habe meinen Schwiedervater in den letzten 5-6 Jahren leider nicht mehr sehen können und er ist verstorben ohne das ich mich hab verabschieden können. Letzendlich ist dein Opa nicht wirklich Tod finde ich - denn jeder Mensch stirbt erst wenn er vergessen wird.

Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen darüber zu unterhalten sobald man die nötige Kraft dazu. Und manchmal auch sehr viel leichter jemand total unbekanntem seine Ängste und Sorgen mitzuteilen hierfür kannst du auch bestimmt ne Telefonseelsorge in der Schweiz finden - wenn du magst und wenn du glaubst dann kannst du auch mir oder sich auch jemand anderem hier schreiben. Solange es dir hilft bin ich gerne bereit einen kleinen Beitrag dazuzugeben (bin aber keine ausgebildete Person in der hinsicht).

Ich hoffe und wünsche dir, das du bald drüber hinweg kommst.

Sollten dir mein Beitrag wenig hilfreich erscheinen - dann kannst du bei Gelegenheit auch mal hier schauen (wenn :

http://christian-schultze.suite101.de/trauer-der-umgang-mit-dem-eigenen-schmerz-...

Alles Liebe und Gute

Antwort von Lilly2643,
18 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mein Beileid!

Es muss schlimm sein für dich, dass es so plötzlich gekommen ist. Aber für deinen Opa ist es wahrscheinlich besser so. Er hat nicht mehr Monate leiden müssen mit dem Bewusstsein, dass es bald vorbei ist. Sieh es als Gnade für ihn an, dass er so schnell gehen durfte. Vielleicht tröstet dich der Gedanke etwas.

Ihr habt euch von ihm verabschiedet, auch wenn du da noch nicht wusstest, dass es für immer war. Aber dein Vater ist nochmal umgekehrt, es schein fast, als hätte dein Opa nochmal darauf gewartet.

Deine letzten Worte an ihn, waren, dass du ihn lieb hast, und er dich. Viele Mendschen haben diese Möglichkeit gar nicht mehr. Wenn jemand durch einen Unfall oder Herzinfarkt stirbt, kann man ihm nichts mehr sagen, oder man hat vielleicht vorher noch gestritten. Da war es bei euch doch besser, wenn auch viel zu plötzlich.

Niemand erwartet auf der Beerdigung, dass du ein fröhliches Gesicht machst. Du darfst ruhig deine Gefühle zeigen. Man muss auch nicht "auf lustig machen". Aber sich an schöne Erlebnisse und Begebenheiten mit deinem Großvater erinnern, kann doch tröstlich sein.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit, besonders für Freitag.

Kommentar von katwal ,

@Lilly2643: DH!

Antwort von August22,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Es wird gesagt, dass Menschen kurz vor ihrem Tod wissen, dass es soweit ist, dass ihre Zeit gekommen ist und sie nun gehen müssen / können / dürfen.

Für jeden von uns bricht irgendwann die Stunde an, in der wir vor "der Pforte" stehen und über "die Schwelle" gehen. Solange du das nicht akzeptierst, trauerst du - aber das ist was gutes! Trauer ist immer ein Ausdruck dafür, dass wir diesen Menschen lieb gehabt haben und er uns wichtig war!

Dieses Gefühl, nie wieder unbeschwert glücklich sein zu können, ist sicherlich der erste Schock, es ging ja auch wirklich wahnsinnig schnell, unerwartet schnell! Die Beerdigung ist gewissermaßen ein Trauerritual, um dem Verstorbenen die Letzte Ehre zu erweisen und ihn in Frieden gehen zu lassen. Da kommen nochmal die ganzen Erinnerungen aus vergangenen Zeiten hoch, das ist ganz normal.

Das zu verarbeiten ist eben richtige Trauerarbeit, da kommt man nicht drum herum. Die muss man bewältigen und überstehn, danach gehts einem auch wieder gut. Hat ja keiner gesagt, dass das leicht ist, aber auf lustig und gesprächig machen, musst du und solltest du auf keinen Fall. Das käme ja fast einer Verspottung gleich! Es darf dir beschissen gehen und du darfst auch Weinen, das gehört eben mit dazu.

Bei einer anständigen Trauerfeier kommt man nicht ohne Grund "in Schwarz" und hält sich bedeckt. Man sollte versuchen diesen Abschied mit Würde zu nehmen und zu tragen, damit man den Hinterbliebenem seinen Respekt erweist und in Frieden Ruhen lassen kann.

Ist das Schlimmste überstanden, gehts wieder zu den eigenen Aufgaben und Pflichen zurück, denn er würde nicht wollen, dass du dir auf ewig aus Trauer selbst das Leben schwer machst und einschränkst. Irgendwann gehts auch wieder weiter, wenn der "Beziehungskreis" geschlossen ist.

Alles Gute!

Antwort von Anarchrist,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mein allerherzlichstes Beileid liebe Coco!

Du musst auch nicht auf Lustig und Gespraechig machen bei der Trauerfeier. Das wird auch niemand sonst, glaube ich. Sprecht doch einfach stuetzend mit einander ueber die tollen Dinge, die dein Opa so gemacht hat, wie ihr ihn gesehen habt usw.

Bedenke: Das Leben hat irgendwann einmal ein Ende, bei jedem. Damit muss sich jeder Abfinden. Und deine Traurigkeit und auch Hilflosigkeit wird vergehen und du hast dann nur noch die schoenen Dinge von deinem Opa im Kopf und dir waechst automatisch ein Grinsen ins Gesicht. Ich und sogut wie jeder andere ueber 30 hat so etwas schon mehrfach erlebt, die Trennung von einer geliebten Person ist nie einfach.

Also... Sei jetzt stark und auch am Freitag und verabschiede dich nocheinmal gemeinsam mit der Familie von einem geliebten Menschen. Er hat jetzt keine Qual mehr und das sollte dir auf jeden Fall ein Trost sein. Glaubst du etwa, die kommenden Monate waeren fuer ihn keine Qual gewesen? Darmkrebs ist enorm schmerzhaft, sogut wie jeder stirbt daran, wenn es ihn erst einmal erwischt hat, es ist also gut, dass ihm und auch euch das erspart geblieben ist. Die Schmerzen kann man nur noch mit Morphium in den Griff bekommen, was dem Tode gleichkommt. Man liegt flach da und kann sich nicht ruehren.

Versuch auch gerade jetzt wenig allein zu sein. Trauere gemeinsam mit der Familie und/oder suche Trost bei deinem Freund oder Freundin! Geteiltes Leid ist halbes Leid!

Und nun: Kopf hoch, ja?

P.S. Zu Drogen, egal welcher Art (auch kein vom Arzt verordnetes Beruhigungsmittel) wuerde ich AUF GAR KEINEN FALL greifen. Das verursacht nur ein intensives Schluesselerlebnis, welches dich leicht in die Sucht treibt. (Der Tipp von Dude1983)

Antwort von Carlita19,
14 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hi coco natürlich auch mein Beileid. Ich kann dich verstehen, du weißt auch sicherlich das tod zum Leben dazu gehört u.s.w damit will ich dich auch garnicht vollschreiben.

Du musst nur verstehen, dass die Ärzte bei Krebs sehr hilflos sind, ein Mensch kann den anschein machen das er noch 2 Jahre hat und lebt aber nur noch 2 Monate. Meistens liegt es daran das diese Menschen mit dem Leben, aus ihrer Seite aus abgeschlossen haben.

Ich habe eine Zeitlang im Krankenhaus gearbeitet und auch zum Teil auf einer Kinderkrebsstation. Einen Menschen zu verlieren ist sehr schlimm, ich weiß es.

Meine Tante verstarb vor 2 Jahren, mit 52 Jahren einfach so.

Man will es nciht verstehen, aber das muss man auch garnicht. Stell dir bloss vor wie schlimm das für manch andere Menschen ist, Kinder die ihre Eltern noch Jung verlieren, Eltern die ihre Kinder z früh verlieren.

Du bist nicht allein, aber leider gehört dieses Leid auch zum Leben dazu, leider.

Geh zur Trauerfeier, ich bin zu meiner Tantes nicht gegangen, meine Mutter ist immer noch verletzt deswegen und ich Bereue es bis jetzt. Ich konnte auch nciht hin, weils mir so schlecht ging, aber ich hätte nicht so egoistisch sein sollen, denn nciht nur ich habe gelitten, das war ja auch die Schwester meiner Mutter, die einzige Schwester.

Meine erfahrung wäre, geh hin, sonst bereust du es auch mal, was ich nciht hoffe.

Viel Glück und ich wünsche jedem Menschen die ersparniss dieses Leides, aber ich weiß das das einer der Wünsche ist, die nie in erfüllung gehen werden und können.

Antwort von Alex313,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hier habe ich noch etwas von Khalil Gibran für Dich, falls Dir meine andere Anwort nicht zusagt:

"...

Dann sprach Almitra: Wir möchten nun nach dem Tod fragen.

Und er sagte:

Ihr möchtet das Geheimnis des Todes kennenlernen.

Aber wie werdet ihr es finden, wenn ihr es nicht im Herzen des Lebens sucht?

Die Eule, deren Nachtaugen am Tag blind sind, kann das Mysterium des Lichts nicht entschleiern.

Wenn ihr wirklich den Geist des Todes schauen wollt, öffnet eure Herzen weit dem Körper des Lebens.

Denn Leben und Tod sind eins, so wie der Fluss und das Meer eins sind.

In der Tiefe eurer Hoffnungen und Wünsche liegt euer stilles Wissen um das Jenseits.

Und wie Samen, der unter dem Schnee träumt, träumt euer Herz vom Frühling.

Traut den Träumen, denn in ihnen ist das Tor zur Ewigkeit verborgen.

Eure Angst vor dem Tod ist nichts als das Zittern des Hirten, wenn er vor dem König steht, der ihm zur Ehre die Hand auflegen wird.

Freut sich der Hirte unter seinem Zittern nicht, dass er das Zeichen des Königs tragen wird? Doch gewahrt er sein Zittern nicht viel mehr?

Denn was heißt sterben anderes, als nackt im Wind zu stehen und in der Sonne zu schmelzen?

Und was heißt nicht mehr zu atmen anderes, als den Atem von seinen rastlosen Gezeiten zu befreien, damit er emporsteigt und sich entfaltet und ungehindert Gott suchen kann?

Nur wenn ihr vom Fluss der Stille trinkt, werdet ihr wirklich singen.

Und wenn ihr den Gipfel des Berges erreicht habt, dann werdet ihr anfangen zu steigen.

Und wenn die Erde eure Glieder fordert, dann werdet ihr wahrhaft tanzen.

..."

Khalil Gibran, arabischer Dichter (1883-1931) ... aus dem Buch: Der Prophet

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