Frage von ConCrafter8, 7

Epoche der Aufklärung: Wie kam auf einmal die Vernunft und was hat die Politik für eine Rolle, die Fragen interessieren mich und sind keine Hausaufgabe?

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 5

Die Aufklärung kam nicht "auf einmal", also plötzlich und gewissermaßen über Nacht. Aufklärung ist ein sehr langer, geistiger Prozess, der seine Wurzeln in der Antike hat. Die Wiederentdeckung der antiken Geisteswelt in der Renaissance und durch den sog. Humanismus hat bei den gebildeten Menschen kritische Denk- und Emanzipationsprozesse in Gang gesetzt, die sie dazu veranlassten, angeblich unumstößliche, sog. "göttliche", von der Kirche behauptete Wahrheiten auf ihre Plausbilität und Vernünftigkeit zu hinterfragen. Es entstand u. a. eine Hinwendung zur Naturerforschung, die mehr und mehr die kirchlichen Dogmen nachweislich infrage stellte. Weil alle menschlichen Lebensäußerungen zunehmend der Vernunft unterworfen wurden, konnte der kirchliche Einfluss nach und nach zurückgedrängt werden. 

Die Politik hat der geistigen Freiheit der intellektuellen Denker vorgearbeitet. Die Reformation führte zur Kirchenspaltung und schwächte die katholische Kirche. Die evangelischen Kirchen (Lutheraner, Calvinisten bzw. Reformierte) ordneten sich schon früh der Staatsgewalt unter, weil sie diese zur Absicherung ihrer Stellung brauchten, und konnten die Renaissance und den Humanismus und ihr Streben nach aufklärerischer Vernunft kaum noch behindern. Auch katholische Landesherrschaften nutzten aufklärerische Bewegungen für politische Zwecke, etwa der Aneignung oder Unterwerfung von Kirchenbesitz zu staatlichen Zwecken. Das aufklärerische Denken wurde auch deshalb vom Staate gefördert, weil es z. B. im Verwaltungswesen, in der Wirtschaft und der Wissenschaft für den Staat sinnvolle, nützliche Errungenschaften hervorbrachte. Letztlich gelang es den evangelischen und katholischen Staatsgewalten im 17. und 18. Jahrhundert, die Kirchen von entscheidendem politischen Einfluss auf die Staatsgeschäfte fernzuhalten. Einen Höhepunkt dieser Entwicklung bildete die völlige Abschaffung aller geistlichen Staatsgebilde im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation durch den sog. "Reichsdeputationshauptschluß" von 1803.

MfG

Arnold


Antwort
von voayager, 7

In der Steinzeit ging es gewiß recht vernünftig zu, denn Unvernunft konnten sich die damligen Menschen garnicht leisten, es wäre entweder ihr Untergang, oder zumindest ihr Schaden gewesen.

Mit dem Entstehen einer Überschußroduktion und damit einhergehend einer Klassengesellschaft setzte sich auch Willkür der Herrschenden durch und damit zusammenhängend irrationale Entscheidungen dieser, was die Nachvollziehbarkeit deren Handelns erschwerte oder unmöglich machte.

Die Aufklärung des Bürgertums rückte als Kontrapunkt  zur Willkürherrschaft,  des Adels die Vernunft in den Mittelpunkt. So sollte erkennbar und nachvollziehbar sein bzw. werden, was an staatlichen Entscheidungen und sonstigen maßgeblichen Entscheidungen  getroffen wurde.

Mit dem Einzug der Vernunft sollte nicht nur Transparenz der staatlichen und sonstigen (bedeutsamen) Entscheidungen, sondern auch deren Kontinuität so gesichert werden.


Antwort
von Pfennigfuchs, 4

Das Zeitalter der Aufklärung ging davon aus, dass nur die Vernunft imstande ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Vernunft sollte die dogmatische Unterdrückung und den Autoritätsglauben der christlichen Religion überwinden und Freiheit und Wohlstand für alle bringen.

Die Rolle der Politik war damit eng verbunden, denn die politischen Ereignisse und Umbrüche zur Zeit der Französischen Revolution 1789 waren maßgeblich von der Aufklärung bestimmt. Die Leitgedanken der Revolution waren "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit".

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