Frage von masas, 66

Epiktet über die Annahme des Schicksals als Weg zur Glückseligkeit?

Könnte mir jemand seine Aussage genauer erläutern

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Albrecht, Community-Experte für Philosophie, 26

Epiktet (Ἐπίκτητος [Epiktetos], etwa 50 – 125 n. Chr.) war ein  stoischer Philosoph. Seine Aussage ist im Gesamtzusammenhang der
stoischen Philosophie zu verstehen. Wichtige Bestandsteile für die
Aussage sind:

  • Der Logos, ein zugleich geistiges und stoffliches Prinzip, durchwaltet als Weltvernunft/Allvernunft die ganze Welt/Wirklichkeit (den Kosmos) und leitet/lenkt sie.
  • Der Logos wird mit Gott/Gottheit/dem Göttlichen, Vorsehung und Schicksal gleichgesetzt .Die Natur wird als der Logos verstanden, der unter einem bestimmten Gesichtspunkt (Entwicklung von einem Bewegungsursprung her) auftritt.
  • Schicksal wird als Notwendigkeit verstanden, etwas, das feststeht und unausweichlich geschieht.
  • Für ein richtiges und glückliches Leben ist es erforderlich, Einklang/Übereinstimmung zu leben, mit der Natur bzw. der Vernunftnatur  des Menschen bzw. der Weltvernunft/der Ordnung des Logos (was alles auf das Gleiche hinausläuft). Der menschliche Geist, der ein Teil der  Allvernunft ist, befindet sich in Harmonie mit dem großen Ganzen.
  • In der Ethik ist eine Unterscheidung zwischen dem, was in der Macht/Verfügungsgewalt Menschen ist, und dem, was nicht in der  Macht/Verfügungsgewalt der Menschen ist, von großer Bedeutung. Das, was nicht in der Macht/Verfügungsgewalt der Menschen ist, soll als ethisch  gleichgültig beurteilt werden. Wer sich an so etwas bindet, macht sich  abhängig von etwas, das nicht zu beeinflussen ist, erreicht Dinge nicht  oder verliert sie/büßt sie ein. Dies führt zu Unruhe, Aufgeregtheit,  Traurigkeit und macht unglücklich bzw. verhindert Glück.
  • Ziel ist die Apatheia, ein Zustand der Erleidenslosigkeit, der zu Seelenruhe  und einer fröhlichen, heiteren Gelassenheit führt. Dies ist mit innerer  Freiheit verbunden.
  • Die äußere Stellung (z. B. Körper, Besitz, Ehrungen, soziale Lage) ist nicht in der Macht/Verfügungsgewalt der  Menschen, sondern nur die eigene innere Einstellung und entsprechend ist Tugend/Vortrefflichkeit das einzige moralisch Gute. Tugend/Vortrefflichkeit besteht darin, unter den von außen  herantretenden Vorstellungen nur den auf richtigen Meinungen beruhenden  Vorstellungen Zustimmung zu geben, dagegen auf irrigen oder mangelhaft begründeten Meinungen beruhenden Vorstellungen (die Leidenschaften  auslösen könnnen, die zu Unglück führen) Zustimmung zu verweigern. Daher gilt Tugend/Vortrefflichkeit allein als für Glück ausreichend.

Nach stoischer Auffassung gibt es daher Gründe, die

Annahme des Schicksals

(das Schicksal anzunehmen/zu akzeptieren) als

Weg zu Glückseligkeit

zu verstehen:

a) Das Schicksal ist mit dem Logos gleichzusetzen, ist also von Vernunft

und einer vernünftigen Ordnung bestimmt. Wer das Schicksal annimmt, ist

auf Einklang/Übereinstimmung ausgerichtet, befindet sich in Harmonie mit

dem großen Ganzen.

b) Das Schicksal ist notwendiger Verlauf und

wird sich vollziehen, egal ob ein Mensch dies will oder nicht. Wer sich

nicht fügen will, wird gezwungen und erleidet es also dennoch, was eine

unangenehme Empfindung bewirkt. Wer sich fügt und das Schicksal annimmt,

auch wenn er den Sinn vielleicht nicht vollständig versteht, verspürt

keine solchen unangenehmen Empfindungen. Er ist frei von Leidenschaften,

die ihn an nicht verfügbare und nicht zu beeinflussende Dinge fesseln,

und daher Enttäuschungen und Unbefriedigtsein aussetzen. Auf diesem Weg

tritt eher ein Zustand der Seelenruhe, eine heitere Gelöstheit ein.

Glückseligkeit ist von Stoikern auch als gutes Fließen beschrieben

worden.

Logos

Die stoische Philosophie lehrt in ihrer Naturlehre (Physik), es gebe ein zugleich geistiges und materielles/stoffliches Prinzip, dargestellt als ein feinstoffliches Feuer, als ein warmer Hauch (πνεῦμα [pneuma]) und als die Weltvernunft, der Logos (λόγος). Der Logos durchwirkt alles, mit unterschiedlicher Konzentration (Reinheit und Stärke). Der Logos ist ein aktives Prinzip, das die Materie als passives Prinzip durchdringt, prägt, formt/gestaltet(wobei beide Prinzipien als Körper verstanden werden) und so die ganze Welt/Wirklichkeit zu einer organischen Einheit verbindet, den Kosmos. Der Logos ist weltimmanent (der Welt innewohnend) und belebend. In jedem Wesen ist keimhafte Vernunft anwesend. Es gibt also Ausflüsse oder

Absplitterungen des universalen Logos, unvergängliche Samen oder Keime.

Der Logos lenkt den ganzen Kosmos. Er bestimmt also das Weltgeschehen.

Der Logos bringt gemäß einer festen Gesetzmäßigkeit die Entwicklung des

Kosmos zustande. Alles hat seinen Platz in der universalen Ordnung.

DerLogos wird mit Gott/der Gottheit/dem Göttlichen, der Vorsehung

(griechisch: πϱόνοια [pronoia]; lateinisch:

providentia

) und dem

Schicksal (griechisch: εἱμαϱμένη [heimarmene] und πεπρωμένη [pepromene;

lateinisch:

fatum

) gleichgesetzt. Der Logos kann als eine Art

von Träger von Information/geistigem Gehalt gedeutet werden, während er

unter dem Gesichtspunkt einer Entwicklung von einem Bewegungsursprung

her als Physis/Natur (griechisch: φύσις; lateinisch:

natura

) auftritt.

Vernunftbegabung des Menschen

Vernunftbegabung gilt als eine Eigentümlichkeit/ein wesentliches Merkmal des Menschen, eine ihn besonders kennzeichnende Eigenschaft und Fähigkeit. Sie ist beim Menschen zunächst nur als Anlage vorhanden und entwickelt sich,

wobei Reifung und Einübung wichtig sind. Der menschliche Geist  (lateinisch:

animus

) wird als Teil einer göttlichen, den Kosmos lenkenden Allvernunft, eines ihn erfüllenden Logos (lateinisch:

ratio

) verstanden. Der Logos ist eine mit der Natur (φύσις [physis])  gleichgesetzte Norm des Handelns. Ein Individuum, das Wissen erreicht, stimmt mit der richtigen/aufrechten Vernunft (ὀρθός λόγος [orthos logos];

recta ratio

) des Kosmos überein.

Übereinstimmung/Einklang

Die ethische Hauptforderung besteht im Erlangen dieser vernunftgeleiteten

Übereinstimmung. Die Vollkommenheit des Kosmos kann nicht verneint

werden, da sie nach stoischer Lehre auf unentrinnbare Weise durch den

göttlichen Logos verwirklicht wird. Der Mensch hat die Aufgabe, den individuellen Logos mit dem universalen Logos in Übereinstimmung zu

bringen.

Er soll einstimmig/in Einklang/in Übereinstimmung leben (Zenon: ὁμολογουμένως ζῆν) bzw. in Übereinstimmung mit der Natur leben/der Natur gemäß leben (ὁμολογουμένως τῇ φύσει ζῆν;

secundum naturam vivere

/

naturae convenienter vivere

) bzw. in Übereinstimmung mit dem Logos/der Vernunft leben/vernunftgemäß leben (κατὰ λόγον ζῆν;

secundum rationem vivere

), was inhaltlich alles auf das Gleiche hinausläuft.

Apatheia

Eine zentrale Lehre in der stoischen Ethik ist das Anstreben von „Apatheia"

(ἀπάθεια; lateinisch impassibilitas; nicht einfach mit „Apathie" als Mattheit, Stumpfsinn und Gleichgültigkeit gleichzusetzen). Dies bedeutet wörtlich einen Zustand der Erleidenslosigkeit. Dieser wird durch Leidenschaftslosigkeit erreicht, eine seelische Verfassung, die gegen das Erleiden einer Gemütsbewegung unempfänglich macht. Die Gleichgültigkeit bezieht sich auf nicht Verfügbares. Der ideale Mensch, der stoische Weise, ist frei von den Leidenschaften. Diese beruhen auf irrigen Meinungen und der Weise verweigert solchen von außen an ihn herantretenden Vorstellungen seine bewußte Zustimmung. Damit wird nicht das Gefühlsleben schlechthin verworfen, sondern nur unangemessene Gefühle.

Leidenschaften stören nach stoischer Auffassung die Seelenruhe und sind ein Hindernis für das glückliche Leben. Ein Antrieb (ὁρμή) kann als Handlungsauslöser wirksam werden, aber nur wenn die Vernunft, die eine Kontrolle ausübt, dies zuläßt. Wenn eine (aufgrund verführerischer

Überredung der Außendinge oder schlechter Unterweisung der Mitmenschen) verdrehte Vernunft falsch urteilt, entstehen Leidenschaften.

Tugend/Vortrefflichkeit

In der stoischen Ethik ist das einzige moralisch Gute dieTugend/Vortrefflichkeit. Allein die innere Einstellung ist zu beeinflussen, bei der die Vernunft von außen an sie herantretenden Vorstellungen, die ein Streben in Bezug auf eine Verwirklichung auslösen können, ihre bewußte Zustimmung erteilt oder nicht. Die menschlichen Entscheidungen bestehen in der dabei vorgenommenen Wahl (zustimmen oder nicht). Tugend/Vortrefflichkeit, auf die Vernunft gestützt, besteht dabei darin, nicht irrigen und mangelhaft begründeten Meinungen zu

verfallen, sondern den auf richtigen meinungen beruhenden Vorstellungen

zuzustimmen und so den richtigen Weg zum Glück zu beschreiten.

Schicksal

In der Welt vollzieht sich das Geschehen nach stoischer Auffassung mit

Notwendigkeit. Freiheit hat eine Person in der Innerlichkeit, in der Einstellung zum Geschehen (dies steht in Spannung zur Annahme der Schickalsnotwendigkeit und schafft ein Vereinbarungsproblem, weil

eigentlich zu denken wäre, die Notwendigkeit erstrecke sich auch auf die

innerliche Zustimmung/Nicht-Zustimmung).

Der Gang des Schicksals des Menschen wird nach stoischer Auffassung als feststehend angenommen. Wer sich nicht fügen will, wird nachgezwungen und erleidet es also dennoch.

Der Weise hat Einsicht darin, daß eine göttliche Vernunft (der Logos) die Welt durchwaltet und ist bereit, ihre Sinnhaftigkeit anzuerkennen, auch wenn das begrenzte menschliche Wissen nicht immer dazu ausreicht, dies voll zu durchschauen. Daher fügt er sich in das Schicksal/das Göttliche/die göttliche Ordnung.

Eine Veranschaulichung der auf notwendige Weise geschehenden Bestimmung durch das Schicksal ist ein Gleichnis von Hund und Wagen: Wenn der an einen Wagen angebundene Hund folge und neben dem Wagen herlaufe, spüre er die Leine nicht. Wenn er sich zu widersetzen versuche, werde er mitgeschleift/fortgezogen. Entsprechend heißt es bei Seneca, Epistulae morales ad Lucilium 107, 11:

Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.

(Den Wollenden führt das Schicksal, den Nicht-Wollenden zieht es.)

Epiktet

Epiktet,Eincheiridion (ἐγχειρίδιον; Handbüchlein) 53 enthält in der Wiedergabe

von Versen, die offensichtlich von dem Dichter Euripides stammen, den

Ausspruch:

ὅστις δ᾽ ἀνάγκῃ συγκεχώρηκεν καλῶς, σοφὸς παρ᾽ ἡμῖν, καὶ τὰ θεῖ᾽ ἐπίσταται.

„Wer aber sich der Notwendigkeit/dem Schicksal auf schöne Weise fügt/auf

schöne Weise. der ist bei uns/nach unserem Urteil ein Weiser und versteht/kennt das Göttliche.“

Vorher werden Verse aus dem Zeus-Hymnus des Stoikers Kleanthes zitiert, nachher Stellen aus Platon, Kriton 43 d und Platon, Apologie 30 c – d (Sokrates unabhängig und autonom gegenüber äußerlichen Einflüssen, die Ankläger Anytos und Meletos mit ihren Drohungen können ihm nicht wirklich schaden), in denen es um Einverständnis mit göttlicher Lenkung geht.

Epiktet gibt  ein Vorziehen (προαίρεσις [prohairesis]) als die Instanz der Person an, die den Umgang mit Eindrücken regelt und Zustimmung erteilt oder nicht erteilt.

In der Welt vollzieht sich das Geschehen nach stoischer Auffassung mit Notwendigkeit. Freiheit hat eine Person in der Innerlichkeit, in der Einstellung dazu (dies steht in Spannung zur Annahme der Schickalsnotwendigkeit und schafft ein Vereinbarungsproblem, weil eigentlich zu denken wäre, die Notwendigkeit erstrecke sich auch  auf die innerliche Zustimmung/Nicht-Zustimmung, streng logisch untersucht ein Widerspruch auftritt).

Epiktet setzt das Schicksal (das er manchmal auch mit dem von Kleanthes verwendeten Begriff πρεπομένη [prepomene] ausdrückt) mit Gott/Gottheit(en)/dem Göttlichen gleich.

Der Gang des Schicksals des Menschen wird nach stoischer

Auffassung als feststehend angenommen. Wer sich nicht fügen will, wird

nach Epiktet gezwungen und erleidet es also dennoch. Der Weise hat

Einsicht darin, daß eine göttliche Vernunft (der Logos) die Welt

durchwaltet und ist bereit, ihre Sinnhaftigkeit anzuerkennen, auch wenn

das begrenzte menschliche Wissen nicht immer dazu ausreicht, dies voll

zu durchschauen. Daher fügt er sich in das Schicksal/das Göttliche.

μέμνησο,ὅτι ὀρέξεως ἐπαγγελία ἐπιτυχία, οὗ ὀρέγῃ, ἐκκλίσεως ἐπαγγελία τὸ μὴ περιπεσεῖν ἐκείνῳ, ὃ ἐκκλίνεται, καὶ ὁ μὲν ‹ἐν› ὀρέξει ἀποτυγχάνων  ἀτυχής, ὁ δὲ ‹ἐν› ἐκκλίσει περιπίπτων δυστυχής. ἂν μὲν οὖν μόνα ἐκκλίνῃς

τὰ παρὰ φύσιν τῶν ἐπὶ σοί, οὐδενί, ὧν ἐκκλίνεις, περιπεσῇ

·

νόσον δ᾽ ἂν

ἐκκλίνῃς ἢ θάνατον ἢ πενίαν, δυστυχήσεις. ἆρον οὖν τὴν ἔκκλισιν ἀπὸ

πάντων τῶν οὐκ ἐφ᾽ ἡμῖν καὶ μετάθες ἐπὶ τὰ παρὰ φύσιν τῶν ἐφ᾽ ἡμῖν. τὴν

ὄρεξιν δὲ παντελῶς ἐπὶ τοῦ παρόντος ἄνελε

·

ἄν τε γὰρ ὀρέγῃ τῶν οὐκ ἐφ᾽

ἡμῖν τινος, ἀτυχεῖν ἀνάγκη τῶν τε ἐφ᾽ ἡμῖν, ὅσων ὀρέγεσθαι καλὸν ἄν, οὐδὲν οὐδέπω σοι πάρεστι. μόνῳ δὲ τῷ ὁρμᾶν καὶ ἀφορμᾶν χρῶ, κούφως

μέντοι καὶ μεθ᾽ ὑπεξαιρέσεως καὶ ἀνειμένως.

Epiktet, Anleitung  zum glücklichen Leben : (Handbuch der Moral) ; griechisch-deutsch = Encheiridion. Herausgegegeben und übersetzt von Rainer Nickel.

Düsseldorf : Artemis & Winkler, 2006 (Sammlung Tusculum), S. 11 - 13

„WAS MAN BEGEHREN UND WAS MAN ABLEHNEN SOLL (2)

Merke dir: Begehren zielt darauf, daß man das, was man begehrt, auch bekommt; Ablehnung zielt darauf, daß einem das, was man ablehnt, nicht zuteil wird, und wer sein Begehren nicht befriedigen kann, ist unglücklich;

unglücklich ist aber auch, wem das zuteil wird, was er vermeiden möchte.

Wenn du also nur von den Dingen, die in deiner Macht stehen, das

ablehnst, was gegen die Natur ist, dann wird dir auch nichts von dem

zustoßen, was du ablehnst. Wenn du aber Krankheit, Tod oder Armut zu

entgehen suchst, dann wirst du unglücklich sein. Hüte dich also vor

Abneigung gegenüber allen Dingen, die nicht in unserer Macht stehen, und

gib ihr nur nach gegenüber den Dingen, die in unserer Macht stehen,

aber gegen die Natur sind. Das Begehren aber laß für den Augenblick ganz

sein. Denn wenn du etwas begehrst, was nicht in unserer Macht steht,

dann wirst du zwangsläufig unglücklich, und von den Dingen, die in

unserer Macht stehen und die du gern begehren könntest, weißt du noch

nichts. Beschränke dich auf den Willen zum Handeln und auf den Willen,

nicht zu handeln, doch nicht verkrampft, sondern mit Zurückhaltung und

Gelassenheit.“

μὴ ζήτει τὰ γινόμενα γίνεσθαι ὡς θέλεις, ἀλλὰ θέλε τὰ γινόμενα ὡς γίνεται καὶ εὐροήσεις.

Epiktet, Anleitung zum glücklichen Leben : (Handbuch der Moral) ;

griechisch-deutsch = Encheiridion. Herausgegegeben und übersetzt von

Rainer Nickel. Düsseldorf : Artemis & Winkler, 2006 (Sammlung

Tusculum), S. 17:

„NICHT ZUVIEL VERLANGEN (8)

Verlange nicht, daß alles, was geschieht, so geschieht, wie du es willst, sondernwünsche dir, daß alles so geschieht, wie es geschieht, und du wirst

glücklich sein.“

Kommentar von Albrecht ,

ἐπὶ παντὸς πρόχειρα ἑκτέον ταῦτα·

ἄγου δέ μ᾽, ὦ Ζεῦ, καὶ σύ γ᾽ ἡ Πεπρωμένη,

ὅποι ποθ᾽ ὑμῖν εἰμι διατεταγμένος·

ὡς ἕψομαί γ᾽ ἄοκνος· ἢν δέ γε μὴ θέλω,

κακὸς γενόμενος, οὐδὲν ἧττον ἕψομαι.

ὅστις δ᾽ ἀνάγκῃ συγκεχώρηκεν καλῶς,

σοφὸς παρ᾽ ἡμῖν, καὶ τὰ θεῖ᾽ ἐπίσταται.

‘ἀλλ᾽, ὦ Κρίτων, εἰ ταύτῃ τοῖς θεοῖς φίλον, ταύτῃ γενέσθω.’ ‘ἐμὲ δὲ Ἄνυτος καὶ Μέλιτος ἀποκτεῖναι μὲν δύνανται, βλάψαι δὲ οὔ.’

Epiktet, Anleitung zum glücklichen Leben : (Handbuch der Moral) ; griechisch-deutsch = Encheiridion. Herausgegegeben und übersetzt von Rainer Nickel. Düsseldorf : Artemis & Winkler, 2006 (Sammlung Tusculum), S. 71:

„SICH DEM SCHICKSAL FÜGEN (53) Bei jeder Gelegenheit müssen wir uns folgendes vergegenwärtigen: «Ach, Zeus, und du, mein Schicksal, führt mich an den Platz, der mir einst von euch bestimmt wurde. ich werde folgen ohne Zögern. Wenn ich aber nicht wollte, wäre ich ein feiger Schwächling und müßte euch trotzdem folgen.» «Wer sich dem unausweichlichen Schicksal auf rechte Weise fügt, gilt bei uns als weise und kennt das Göttliche".» «Nun, mein Kriton, wenn es den Göttern recht ist, soll es so geschehen".» «Anytos und Meletos können mich zwar töten, aber schaden können sie mir nicht.»“

Antwort
von NichtZwei, 24

Das bedeutet, dass du den Widerstand aufgibst gegenueber dem was ist, also dem Leben. Die meisten sind mit ihren Gedanken entweder in der Vergangenheit oder der Zukunft, eben meistens nicht in der Gegenwart, dem Jetzt, dadurch entsteht Leiden, weil die Menschen in einer Art Traum ihrer Gedanken leben, immer hin und her gerissen zwischen ihren Wuenschen und  der Angst vor der Zukunft, deswegen leben die Menschen zeitlebens nie richtig und befinden sich in einer dauernden Verzweiflung. Die Annahme des Jetzt verbirgt die Glueckseligkeit, nach der die alle suchen. Im Jetzt kann es auch keine Gedanken geben, weil das Leben dich schon voellig ausfuellt. Und wenn die Stimme im Kopf ruhig ist, fuehlst du dich automatisch gleich viel gluecklicher, weil du dann Frieden bzw. Stille erlebst. Alles Gute!

Antwort
von PurpurSound, 18

Recht einfach: alles zu tun um die persönlichen möglichkeiten und grenzen zu erkennen. Und erst dann akzeptieren!

Antwort
von derMannohnePlan, 17

Ich weiß zwar nicht was Epiktet darüber sagte.

Aber Krishnamurti sagte einmal zu seinen Zuhörern: Wollt ihr wissen was mein Geheimnis ist? "Ich habe nichts gegen das, was geschieht"! Ich denke dies kommt dem etwa gleich.

Siehe hier ein Beispiel:

https://www.xing.com/communities/posts/ich-habe-nichts-gegen-das-was-geschieht-k...

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