Devildog am 08.04.2008 um 23:42 Uhr
Hatte gestern eine Diskussion mit einer Freundin. Sie sagte, das es Entzündungen im Körper geben kann, die man über eine Blutanalyse nicht feststellen könne, nur durch eine Haaranalyse, weil diese viel genauer sei. Sie sagte es gibt Entzündungen, die können nur auf der "Zellebene" gesehen werden und das würde von den Kassen nicht getragen, müsste man selbst zahlen, deswegen blieben die Ursachen vieler Leiden unendeckt, stimmt das? was meint ihr?

BSG und CRP sowie Leukozyten sind klar nachweisbare, sofort meßbare und valide Parameter, man muß keine Haare ausreißen!
Dort würde man auch nichts finden, außer nicht abbaubare Stoffe..
neurodoc am 8. April 2008 23:55 In erster Linie und am schnellsten das C-reaktive Protein, etwas langsamer aber sicher und eifach meßbar BSG, etwas unspezifischer und träger: Leukozyten.
Pestopappa am 9. April 2008 00:04 Moin Neudo...Ich brauche es nicht quer zu lesen... Wäre ich Schrauber... oh, oh... Da kommen bestimmt noch Erklärbär Fragen... lol
Wieselchen1 am 9. April 2008 00:16 Na, dann erklär mal, lieber Bär...
Ich versteh nämlich wieder nur den berühmten Kofferklau...
Devildog am 9. April 2008 00:30 Aha, dachte ich es mir doch...

siehe Qetan

Leukozyten reagieren immer auf Entzündungen, das ist ihr Job.
Haare koennen, weil sie keine Zellen enthalten, auch nichts ueber Entzuendung aussagen. Sie koennen aber u.A. Schwermetallbelastung, Gifte, und bestiimte Defizite zeigen.
Die Tests, die der Arzt zur Verfuegung hat (Leukozytenzahl, BSG, C-reaktives Protein, Homocystein, usw) koennen Entzuendung anzeigen. Ich fuerchte nur, sie zeigen nicht alle an. Bestimmte Krankheitssymptome wie Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen sprechen fuer eine Entzuendung im Koerper, aber sie zeigt sich nicht immer in den genannten Tests.
Ich denke, unsere Tests sind noch nicht genau genug. Das heisst aber nicht, dass man auf Geschaeftemacher reinfallen soll. Immer denken: Wenn der, der den Test anbietet, auch das Gegenmittel verkauft: VERDACHT!!
Alexa Fleckenstein M.D., Aerztin, Authorin.
neurodoc am 9. April 2008 06:15 Absolut richtig!
schließe mich da Qetan an..

Hab ich noch nie gehört.
In der Blutanalyse werden Entzündung indirekt über die vermehrte Anwesenheit von Leukozyten festgestellt (was übrigens Zellebene ist), soweit ich mich recht erinnere. Wie soll das denn bei den Haaren gehen?

Das CRP oder die BSG sind eigentlich bei jeder nachweislichen Entzündung erhöht. Kenne zwar auch Fälle, wo diese Werte im Normalbereich waren, obwohl andere Symptome auf eine Entzündung hingedeutet haben. Aber da war es vermutlich keine Entzündung. Und nur weil ein Urin irgendwie auffällig ist, spricht das nicht automatisch für eine Entzündung. Ich vermute mal eher, daß deine Freundin den Begriff Entzündung anders definiert hat.
neurodoc am 9. April 2008 06:16 darin liegt des Pudels Kern.

sowohl Haare als auch Blutu aus Zellen bestehen und beide wohl eine "Zellebene" (was immer das ist) haben. Abgesehen davon müsste eine Blutanalyse doch erheblich aussagekräftigere und aktuellere Analyse-Ergebnisse liefern als Haare, die erst "auswachsen" müssen, wenn sich die Entzündungen auf die Zellstruktur beziehen. Welche Art von Entzündungen meist du denn überhaupt? Eine Entzündung der Zellstruktur (?) oder des Inhalts der Zelle?
weil ich kein arzt bin.

Haare haben die Fähigkeit, bestimmte Stoffe über lange Zeit zu speichern. Mit jedem Zentimeter Haar wächst dieses Informationsarchiv. Die Gerichtsmedizin kommt mit Hilfe der Haare Drogensündern und so manchem Giftmord auf die Spur. Eine chemische Analyse der Haare kann außerdem die Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen oder eine eventuelle Belastung des Organismus durch Schwermetalle feststellen. Mangelt es an lebenswichtigen Stoffen oder sind schädliche Substanzen erhöht, kann das zu vielen Störungen führen, etwa zu Konzentrationsschwäche, Infektanfälligkeit, Hautproblemen oder auch Haarausfall. Quelle: Focus.de
neurodoc am 8. April 2008 23:49 und kein Wort über Entzündungen, weil das nicht geht!
littletiger am 8. April 2008 23:50 Also keine Entzündungen mittel Haaranalyse nachweisbar, oder? Wäre mir auch noch nie zu Ohren gekommen.
neurodoc am 8. April 2008 23:52 Nein, klingt nach irgendwelchen geldmachenden Ideen.
sunpoint am 8. April 2008 23:55 Die Befürworter der Haar-Mineralanalyse sehen den Vorteil gegenüber den üblichen medizinischen Laboruntersuchungen außerdem in ihrer Langzeitinformation. Blut und Urin könnten immer nur den Ist-Zustand des Organismus zeigen, einschließlich der tagesaktuellen Schwankungen der Nährstoffe. So könne der Blutspiegel unauffällig sein, während in den Knochen Kalzium fehle oder zu viel Blei im Gewebe lagere. Im Haarschaft steckten die Infos der letzten Wochen, Monate oder auch Jahre.
neurodoc am 8. April 2008 23:57 Außer: Entzündungen!
Raimund1 am 9. April 2008 01:41 jetzt werde ich SEHR neugierig, neurodoc. Bitte sag mal, warum das nicht gehen soll/kann. Danke schon mal vorab
neurodoc am 9. April 2008 06:46 Weil eine Entzündung eine akute Reaktion ist mit bestimmten Abläufen des Immunsystems, die danach reversibel sind, und danach auch nicht mehr nachweisbar sind. So ist die Normalisierung der Entzündungswerte ein Anhalt, daß die Entzündung ausgeheilt ist. Nichts davon hat überhaupt Zeit, ein Haar zu erreichen.In den Haaren kann man sicherlich "Stoffe", die nicht abgebaut werden nachweisen, der Nachweis wiederum, heißt noch nicht Krankheit, die Behandlung also auch nicht indiziert. Damit aber und mit dem Trugschluß diese nachweisbaren Stoffe hätten irgendwas mit einer "Entzündung" des Körpers zu tun wird den Leuten das Geld abgeknöpft.
Devildog am 9. April 2008 13:45 Zusatzinfo: Meine Freundin bezieht sich auf eine "Trigeminusentzündung", der ihr von einem Arzt,ausgelöst durch einen Herpesvirus, diagnostiziert wurde. Sie hat seitdem immerwieder kehrende Schmerzen, kann oft nichts essen, weil im Mundbereich starke Schmerzen und Schwellungen entstehen. Weil für sie der Alltag dadurch oft erschwert wird und sie keine Arbeit mehr nachgehen kann, hat sie Rente beantragt, was wiederrum neue Untersuchungen nachsich zieht. Sie war schon bei unterschiedlichen Neurologen, der eine sagt, es sei garantiert eine Trig., der ander sagt, es wäre eine A-typische Trig. weil sie es beidseitig habe und jenes wäre bei Trig. unüblich, einweiterer glaubt ihr nicht (eben wegen der Blutanalyse) und noch ein anderer Neuro. sagt das, mit der Haaranalyse auf Zellebene (das was ich eben schon am Anfang geschrieben habe). Deswegen entstand bei uns eigentlich ursprünglich die Disku., weil ich das, mit er "Zellebene" eben auch skeptisch sehe. Auf der anderen Seite erlebe ich meine Freundin, mit welchen Schmerzen sie sich im Kopfberich rumquält und ich habe ihre Gesichtslähmung, die sie am Anfang, der darauhin folgenden Diagnose der Trigeminusentzündung, gesehen. Die "Experten" sind sich nicht einig und sie hat weiterhin starke Schmerzen. Jetzt hält sie sich an allem fest, das sie hört und evtl. weiterbringen kann....uff jetzt hab ich aber viel geschrieben :-D
neurodoc am 9. April 2008 19:20 Jetzt vergessen wir den Haar-Neuro. Hier meine Idee: Wenn ein Zoster vorausging, der sehr wohl beidseitig sein kann und der Schmerz mit zeitlicher Verzögerung von ca. 10 Tagen auftritt hat man es mit einer der schwerst behandelbaren Schmerzsituationen zu tun, dem postzosterischen Schmerz. Der kann eben da vorkommen, wo vorher Virus war. Und ist keine Entzündung. Hat auch nicht mit der üblichen Trigeminusneuralgie zu tun, die gibts ohne Zoster voraus und ist einseitig, bei Menschen unter 50 symptomatisch, d.h. im Rahmen einer anderen Erkrankung wie MS. Aber das hat sie nicht, sondern einen postzosterischen Schmerz. Und der will behandelt werden. Die wirklich wirksamen Mittel sind in erster Linie: Antiepileptika, Carbamazepin (Tegretal), Valproinsäure (Ergenyl) oder auch weil besser verträglich die neueren Antiepileptika wie Lyrica. Das ist der erste Behandlungsschritt. Zweitens : ein Antidepressivum zur Schmerzdistanzierung wie Aponal. Dann nochmal Neurologen aufsuchen. Ich denke mit dieser Reihenfolge sollte ihr Schmerz gelindert werden können.
Und keinem Scharlatan auf den Leim gehen, die versprechen viel.
Noch etwas: nichts von allen muss sich im Blut niederschlagen, d.h. keine Entzündungswerte, weil es keine generalisierte Entzündung ist.

Ich arbeite u.a. mit Kinesiologie und behaupte jetzt mal, dass es durchaus möglich ist, Entzündungen, die nicht oder noch nicht im Blut feststellbar sind, auf anderem Weg festzustellen.
Ob das auch über die Haare geht, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich glaube aber nicht, dass sich eine akute oder gar beginnende Entzündung durch eine Haaranalyse feststellen lässt. Die Betonung liegt auf: ich GLAUBE
Aus eigener Erfahrung aber auch seit der Story von Christoph Daum weiss ich von der Speicherfähigkeit von Informationen durch die Haare.
Ganz allgemein sage ich, dass wir die Intelligenz unsere sKörpers nicht unterschätzen sollten.
neurodoc am 10. April 2008 18:23 DH für eine Meinung, die nicht ideologisch vorgetragen wird!
Leukozyten reagieren immer auf Entzündungen
Haare haben auch nicht mehr Zellen.
Ich verstehe nicht diese Art von Abstimmung, die ja neu ist. Wenn sich welche melden, die die Frage mit "keine Ahnung" bewerten, warum beantworten sie diese Frage überhaupt? Inzwischen ist die Frage wohl hinreichend beantwortet worden und die wissenschaftliche Erklärung hierfür ist fundiert. Esoterik und Okkultismus gehören hier nicht hin.
Ich kann mir vorstellen, das der zeitliche Ablauf einer Erkrankung im Haar festzustellen ist, was u.U. auch helfen kann. L.G.

Haare aus Horn sind.

es Dinge auf dieser Welt gibt, die wir immer noch nicht wissen und erklären können.
Und weil die Farbe noch nicht vertreten ist ;-p

Danke schön für die Rege Beteiligung. Es sind sehr interessante Kommentare dabei...ist mir immerwieder eine Freude mit euch :-D Devi

es dermaßen vieles gibt, was durch entsprechende Analysen unseres Körpers zutage kommen könnte - aber einfach zu teuer für den Kassenpatienten ist :(