Frage von economie94, 52

Entwicklungshilfe/ freiwilligen Arbeit selber leisten im Ausland?

Hallo zusammen, bevor ich nächstes Jahr an die Uni gehe möchte ich noch etwas besonderes machen. Mein Augenmerk ist auf die Entwicklungshilfe / freiwilligen Arbeit gefallen. Jedoch bin ich mir noch nicht sicher in welcher Form es so etwas überhaupt gibt. Tendenziell bin ich offen für allerlei Länder. Nur der Zeitraum ist begrenzt (1-3 Monate). Ich würde entweder gerne Kinder / Erwachsene unterrichten (da ich Lehramt studieren will) oder in irgendeinerweise wirtschaftlich unterwegs sein (gelernte Industriekauffrau). Habt ihr Ideen was ich machen könnte? Welche Projekte gibt es da? Welche Länder sind empfehlenswert? Bin dankbar für jede Info.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von InaThe, 27

Wie sieht's denn mit deinen Fremdsprachen aus? Meine Nichte hat sowas jetzt erst beendet, sie war für ein Jahr (blockweise dort, dann wieder Schulungen hier in D) in Italien, hat dort mit behinderten Kindern gearbeitet und gewohnt. Das lief über die kath. Kirche, sie selbst ist aber ev., das hat aber nichts ausgemacht. Demnächst fängt sie ihr Jurastudium an. 

In der Bild der Frau gibt's regelmäßig Portaits über deutsche Frauen, die sich dauerhaft im Ausland sozial engagieren und da ist oft von freiwilligen Helfern auf Zeit die Rede, die ihnen unter die Arme greifen . Vielleicht kannst du auf der BdF-Homepage dazu etwas finden. 

Kommentar von economie94 ,

Mit englisch und niederländisch sieht es super aus, französisch ist solide mit dabei :) ich werde mal schauen, was genau mit "den Helfern auf Zeit" gemeint ist.

Antwort
von teafferman, 13

Es gibt manche Kritik an solchen kurzzeitigen sogenannten Entwicklungshilfegeschichten. 

Die jungen Menschen gehen wieder, wenn sich die Kinder gerade an sie gewöhnt haben. Das ist eine zusätzliche Belastung für die Kinder. 

Weiter kommen manche Möchtegern-Helfer mit reichlich sinnfreien Geschenken an. 

Wenn Du tatsächlich sinnvoll noch ein Jahr tätig sein willst, dann schaue doch mal bei greenpeace nach. Sie bieten - neben vielen Organisationen die Du auf change dot org findest - immer mal wieder verschiedenste Praktika oder Zeitarbeiten an. 

Ich schreibe Dir ein Beispiel auf: 

Damit wir hier billig Rotbuschtee kaufen können hat die EU dafür gesorgt, dass im Produzentenland die einheimische Bevölkerung, mehrere Volksstämme, in eine Gegend umgesiedelt wurde, die eh schon an einer Bevölkerungsexplosion litt. Die Folgen sind vorstellbar. 

Wenn Du auf Lehramt studieren willst, kann es sehr viel Sinn machen, in einem Altenheim zu arbeiten, welches die dort lebenden Menschen aktiviert. Doch. Glaube mir: Hier kannst Du dann sehr Viel lernen. 

Da werden alte Kinderlieder gesungen, alte Spiele betrieben, alte Geschichten aufgewärmt.... . Und, vor allen Dingen: Du lernst, auf die Bedürfnisse des Individuums unter Zeitdruck einzugehen. 

Gehst Du mehr Richtung Technik und Naturwissenschaften, kann eine Zeit bei THW oder ähnlicher Organisation viel Sinn machen, denn hier lernst Du den praktischen Nutzung der Theorie kennen. Und kannst ihn anschließend im Unterricht nutzen. 

Denn tatsächlich leiden die meisten Hochschulen mit ihrer Wissensvermittlung daran, dass sie keinen praktischen Bezug vermitteln. So werden Nachplapperer und Bulemielerner erzeugt. Das braucht keine Gesellschaft. 

Kommentar von grubenschmalz ,

hat die EU dafür gesorgt

Aha! Die EU hat dafür gesorgt! Da ist dann der EU-Kommissar dorthin und hat befohlen, dass die Volksstämme umgesiedelt werden?

Nur damit die ganze EU-Bevölkerung billigen Roiboostee kaufen kann!

Wie genau hat "die EU" denn dafür gesorgt? 

Kommentar von teafferman ,

Kannst Du auf der Seite der EU in deren Archiv nachlesen. So einfach. 

Antwort
von grubenschmalz, 24

Ich würde entweder gerne Kinder / Erwachsene unterrichten (da ich Lehramt studieren will)

Mal ne ganz ehrliche Frage: Inwiefern meinst du, soll das irgendwas bringen? Du hast keinerlei Ausbildung und Qualifikationen in der Richtung. Wieso sollst du das besser machen als irgendjemand, den die in diesen Ländern von der Straße auflesen?

Kommentar von economie94 ,

Ich habe schon oft gelesen, dass es große Probleme in den Drittewelt Ländern mit der Rechtschreibung, Grammatik usw. gibt (englisch als Beispiel genommen), da es dort viele Analpabeten gibt. Und wie wir in unser wesentlichen Kultur allzu gerne sagen, Bildung ist eine Voraussetzung für ein besseres Leben. Meine Englischkenntnisse sind super, mein Französisch ist auch solide. Somit würde ich schon behaupten, dass ich besser die Inhalte vermitteln kann als "irgendjemand, der von der Straße aufgelesen" wird - da dieser jemand mit einer enorm hohen Wahrscheinlichkeit nicht lesen oder schreiben kann (natürlich sind die Quoten von Land zu Land unterschiedlich). 

Kommentar von grubenschmalz ,

Wohin willst du denn? Afghanistan?

Kommentar von economie94 ,

Wenn Sie aufmerksam gelesen hätten, dann hätte Sie gelesen "tendenziell bin ich offen für allerlei Länder"

Kommentar von grubenschmalz ,

In 99% der Fälle läuft es dann doch auf ein warmes Land hinaus, was praktischerweise auch noch Meer hat und eine gute Sicherheitslage. Das ist in der Regel Südamerika und dort sind die Analphabetenraten gering bis nicht vorhanden. 

D.h. du wirst wenn überhaupt Spanisch benötigen, alle Länder, die Englisch als Muttersprache haben, benötigen diese Hilfe nicht. 

Kommentar von economie94 ,

Meine Intension ist kein Strandurlaub - weder noch ein warmes Land, noch eins am Meer, noch eins mit guter Sicherheitslage. Von Südamerika war bisher auch noch keine Rede.

Kommentar von Fangschrecken ,

Also erstmal hat sie eine Ausbildung (Industriekauffrau), und denn scheints Ihr um eine ehrenamtliche Tätigkeit zu gehen bei der Sie helfender Weise Erfahrung sammeln kann.

Wenn "diese Länder" so einfach und simpel hordenweise helfende Hände auf der Strasse auflesen könnten, dann gäbe es keine Organisationen die solche Dinge tun. 

Kommentar von grubenschmalz ,

Wenn "diese Länder" so einfach und simpel hordenweise helfende Hände auf der Strasse auflesen könnten, dann gäbe es keine Organisationen die solche Dinge tun. 

Dieser Umkehrschluss ist etwas schräg. Häufig gibt es diese Organisationen dort, weil genügend Westler dafür Geld bezahlen, dort irgendwas "helfen" zu können. Ansonsten wird auch dort massig Geld verteilt, kein Entwicklungshelfer wird sagen "wir haben hier genug geholfen" weil damit sein eigener Job weg ist. 

und denn scheints Ihr um eine ehrenamtliche Tätigkeit zu gehen bei der Sie helfender Weise Erfahrung sammeln kann.

Die Leute dort sollen auch was lernen, sie sind nicht dazu da, als Staffage für Jugendliche aus Industrieländern zu dienen, die Erfahrungen sammeln wollen. 

Kommentar von Fangschrecken ,

Ich habe nie etwas Gegenteiliges gesagt.

Kommentar von grubenschmalz ,

Damit du siehst, dass ich mit meiner Kritik nicht alleine bin:

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2013/Abiturienten-als-Entwicklungshelfer-...

Kommentar von economie94 ,

Der Beitrag ist informativ, danke hierfür. 

Antwort
von grubenschmalz, 12

Ich persönlich würde dir eher den freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr empfehlen - damit machst du mehr für die Gesellschaft als wenn du Bleistifte von Waisenkindern anspitzt. 


Hier ein Beispiel dafür, was du in Entwicklungsländern machen könntest



Kommentar von economie94 ,

Menschen zu verletzen ist genauso wenig meine Intension wie der Strandurlaub... 

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