Frage von questionanswer7, 53

Entsteht rechtsgültiger Kaufvertrag auch via Mail?

Kunde wünscht einen Artikel zu kaufen, wir einigen uns auf einen Betrag (Schriftlich via E-Mail). Später sagt der Kunde, er hätte kein Geld, um die Artikel zu bezahlen. Kann ich darauf bestehen, dass er den Artikel bezahlt? Beide Parteien waren sich zu dem Zeitpunkt des Verkaufes über den Preis einig.

Rechtslage Schweiz

Danke für die Antworten, LG

Antwort
von Spielwiesen, 15

Kaufverträge kommen selbst mündlich zustande durch einfache Willenserklärung. Früher per Handschlag - da war das alles besiegelt und Ehrensache. Und du hast die E-Mails als Nachweis.

Dieses Herumeiern ist schändlich - schlag dem Kunden doch einfach mal vor, dass er den Kaufvertrag widerrufen und die Ware zurückgeben soll, wenn er nicht zahlen kann. Klingt naiv, aber er hat die Ware ja nachweislich erhalten, oder?

Angenommen (seine Argumentation?), es sei kein Kaufvertrag entstanden, dann hat er immerhin noch die Verpflichtung, 'unbestellt' erhaltene Ware zurückzugeben oder zur Abholung durch den Versender bereitzuhalten. Sonst ist es Unterschlagung.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und gute Nerven.


Kommentar von questionanswer7 ,

Hallo

Herzlichen Dank für Deine Antwort.
Es geht darum, dass es Sammlerstücke sind, welche gekauft wurden. Das lange Warten auf die Bezahlung und Zusammenkratzen dieser seltenen Gegenstände hat mich viel Zeit gekostet und mir auch zusätzliche Kosten beschert. Desweiteren hätte ich in dieser langen Zeit die Waren auch anderen potentiellen Käufern anbieten können.

Der Käufer hat die Waren noch nicht erhalten, sich aber dazu bereiterklärt, diese zum abgemachten Preis zu kaufen (Kaufabwicklung geschieht Zug um Zug - Zuerst bezahlen, dann erhalten). Deswegen will ich darauf bestehen, dass er diese (oder zumindest einen Teil davon) abbezahlt.

LG

Kommentar von Spielwiesen ,

Da hilft nur eins: setz ihm eine Frist für die Vorauszahlung. Falls die Zahlung bis dahin nicht auf deinem Konto eingegangen ist (ALLES KOMPLETT!! und nicht NUR bei PayPal, weil da eine Zahlung wieder zurückgerufen werden kann! ) musst du ihm verdeutlichen, dass dein Angebot mit diesem Termin erlischt. Das wäre rechtlich einwandfrei, denn du hast ihn ja vorher über diese Bedingung in Kenntnis gesetzt (sieh zu, dass du eine E-Mail-Bestätigung mit Empfangsquittung _oder wie das heißt_ nutzt).

Stimmig?

Kommentar von Spielwiesen ,

O, jetzt sehe ich: Du möchtest lieber, dass der Interessent es kauft, um jeden Preis. Ja, da weiß ich auch keinen Rat, wie man ihn dazu zwingen kann. Willst du dich auf ein gerichtliches Verfahren einlassen, wo Gutachen eingefordert werden usw.?

Dann ist es vielleicht einen Versuch wert, doch noch andere Käufer zu finden.

Antwort
von ghdxbfrt, 36

Ein Kaufvertrag kommt zustande, wenn eine beidseitige Willenserklärung vorliegt. Dabei ist es egal ob es mündlich oder schriftlich ist. Egal ob Brief, Email, Fax, persönlich oder per Telefon. 

Antwort
von Antitroll1234, 24

Bei Kauf einer Ware über Mail hat der Kunde ein 14 tägiges Widerrufsrecht wenn Du ein gewerblicher Verkäufer sein solltest.

Du könntest dann zwar auf Zahlung bestehen, der Kunde muss aber nur den Vertrag widerrufen.

 

*Edit*

Sorry, zu spät gelesen das es um die Schweiz geht, vergiss meine Antwort.

Kommentar von questionanswer7 ,

Genau, in der Schweiz gibt es so etwas nicht ;-)
Trotzdem biete ich als Verkäufer ein 7-tägiges Widerrufsrecht an, aber dieses ist schon lange abgelaufen.

LG

Antwort
von roschue, 26

Schwer. Du müsstest dein Geld einklagen und es käme zu einer Gerichtsverhandlung. Entscheiden tut dann alleine der Richter. Normalerweise kommen Kaufvertäge nur mit Unterschrift zustande. Der andere könnte sagen, dass jemand anderst die Mail mit seinem account geschrieben hat.

Kommentar von questionanswer7 ,

Hallo

Unwahrscheinlich, dass der Käufer das behaupten will/kann, dafür sprechen zuviele Beweise gegen Ihn. Meines Wissens ist ein Kaufvertrag zustande gekommen, da er neben all dem auch noch nachgefragt hat, ob ich diesen Artikel auf Lager habe; er hätte Interesse daran. Dann habe ich einen Preis vorgeschlagen und der Käufer hat gesagt, er würde den Artikel zu dem Preis kaufen.

LG

Kommentar von roschue ,

Ok, wenn du denkst, es hat vor Gericht Bestand, dann kannst du klagen. Anderst kommst du nicht an das Geld wenn er nicht bezahlt.

Kommentar von GoodFella2306 ,

damit ein Kaufvertrag zustande kommt, reicht eine Willenserklärung in Form einer Aussage, diese Aussage kann auch schriftlich erfolgen. Es ist aber ein Irrglaube, wenn man annimmt dass ein Kaufvertrag unterschrieben sein muss.

Kommentar von Ronox ,

Achso, unterschreibst du beim Bäcker dann auch immer einen Vertrag beim Brötchenkauf?

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