Frage von gehirnfehler, 95

Entbindung der ärztlichen Schweigepflicht unter Zwang?

Guten Abend allerseits!

Ich habe folgendes Problem: Ich bin Mitglied in einem Fitnessstudio (Holmes Place, sprich auch Sauna, Schwimmbad etc.) Nun bin ich aber erkrankt, habe ein Attest vorgelegt und damit mein Sonderkündigungsrecht wahrnehmen wollen. In diesem Attest stand zunächst nichts über meine Erkrankung, nur das sie chronisch ist und es mir nicht möglich ist das Studio aufzusuchen. In einem wohl für solche Fälle vorgefertigtem Brief stand u.a. 'Wir kennen uns mit Erkrankungen dieser Art aus' oder 'Unsere Physiotherapeuten stehen Ihnen sicher zur Seite und begleiten Sie'. Dieses Schreiben habe ich meinem Arzt vorgelegt der, zurecht, empört reagierte und schrieb das es a) ein Fitnessstudio und kein Krankenhaus ist, b) die Heilung wenn dann ihm und nicht dem Studio obliegt und c) Er sich fragt, woher die von meiner Erkrankung wissen, wenn doch gar keine aufgeführt ist. Das Studio verwies ebenfalls darauf, dass ja noch andere Teilbereiche wie Schwimmbad oder Sauna genutzt werden können. In einem Antwortschreiben meines Arztes wies er darauf hin das auch dies nicht möglich sei.

Heute erreichte mich wieder ein herzerwärmender Brief meines geliebten Studios, dass nun auch noch fordert ich solle meinen Arzt von der Schweigepflicht entbinden, um dann nach ermessen zu entscheiden. Außerdem so heisst es, sei es eine reine Kulanzentscheidung im Falle von Krankheit. Es steht so '' Anhand Ihres Attests können wir keine dauerhafte Erkrankung feststellen, sodass wir hoffen, Sie bald wieder gesund in unserem Club begrüßen zu dürfen.''

Weiter heisst es 'Selbstverständlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, dann jedoch bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir ohne erforderliches Attest keine Prüfung vornehmen können.''

Gibt es hier Sachkundige, ggf. sogar Rechtsanwälte, die mir nun sagen können was ich machen soll? Dieses Unternehmen erlaubt sich eine Frechheit nach der anderem und nagt an meinem Geduldsfaden noch mehr als manch Behörde.

Lieben Dank bereits jetzt! gehirnfehler

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ramay1418, 46

Hallo, 

wenn es noch nicht einmal den Arbeitgeber etwas angeht, woran Du erkrankt bist (er bekommt nur ein Attest über Beginn und Dauer der Krankschreibung), hat ein Fitnessstudio erst recht keinen Anspruch auf ein in die Tiefe gehendes Attest. 

Sie müssen akzeptieren, dass der Arzt es Dir verbietet, fertig. Wie schon erwähnt, gehe mal zur Verbraucherberatung. Entweder Du rufst eine 0900er-Nummer an (darüber finanziert sich die VB) oder Du machst über eine Festnetznummer einen Termin für eine persönliche Beratung aus - und frage nach den Kosten. 

Die VB nennt Dir dann ihren Preis und umgerechnet auf die monatlichen Gebühren des Fitnessstudios kommst Du bestimmt gut dabei weg. 

Dass das Studio keine dauerhafte Erkrankung feststellen kann, ist klar: Die wollen den Mitgliedsbeitrag. Gleichzeitig wollen sie Dich aber bald gesund wiedersehen. Ja, was denn nun? 

Ich würde das Studio noch einmal anschreiben: 

1) Du machst von Deinem Sonderkündigungrecht Gebrauch 

2) Das Attest liegt vor 

3) Das Studio hat keine Handhabe, die Einzelheiten zu wissen 

4) Woher weiß das Studio, dass es sich nicht um eine dauerhafte Erkrankung handelt? Welcher Arzt hat das per Ferndiagnose festgestellt? Frage nach dem Namen! 

5) Sag, dass Du die Verbraucherzentrale einschalten wirst - und es erst danach weitere Infos gibt.  

OK, dass ist natürlich keine Rechtsberatung, sondern nur eine Empfehlung. 

Kommentar von gehirnfehler ,

Wunderbar, danke für die Hilfe! ich werde das mal in meinen weiteren Brief einbinden und die VZ einschalten, vielleicht brauchen die ja diesen Druck. 

Antwort
von diroda, 38

Ordentlich, fristgerecht, kündigen. Bis zum Vertragsende deinen Beitrag weiter zahlen. Sonst muß du ihnen deine Erkrankung mitteilen damit sie erkennen können ob du ein Sonderkündigungsrecht hast. Ein Sonderkündigungsrecht ist eine seltene Ausnahme. Freiwillig verzichten sie nicht auf das Geld. Die verdienen ja das meiste Geld mit denen deren Vertrag noch läuft die aber nicht mehr kommen (können). Das sie die Entbindung von der Schweigepflicht von dir fordern ist eine (taktische?) Frechheit.

Kommentar von gehirnfehler ,

Habe ich ja gemacht, ich habe Attest beigelegt, ich habe den Einspruch auf dieses Attest meinem Arzt vorgelegt. Der hat nochmal einen ausführlichen brief geschrieben und die Antwort darauf war nun 'na dann lassen sie ihn mal uns gegenüber plaudern'' sofern ich richtig recherchiert habe, ist es auch keine Kulanz wie in diesem brief behauptet wird. Paragraph 314 BGB besagt das Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund 

es reicht nicht das Krankheit plagt, nein das unternehmen plagt direkt mit .....

Kommentar von AalFred2 ,

Sie können doch ganz klar anhand des Attest erkennen, dass ein Sonderkündigungsrecht vorliegt. Der Arzt attestiert, dass krankheitsbedingt eine Nutzung des Studios nicht mehr möglich ist. Was will das Studio mehr?

Antwort
von flirtheaven, 52

Wenn du nicht im Rechtschutz bist, gehe damit mal zur Verbraucherzentrale

Kommentar von gehirnfehler ,

Ich bin im Rechtsschutz, allerdings liegt diese Angelegenheit nicht im Zeitraum, da sie schon länger vor sich hin kocht. ist die Beratung bei der VZ denn relativ erschwinglich oder vergleichbar teuer? Ich bin Schüler thats it :D 

Kommentar von flirtheaven ,

Also bei uns würde die Erstberatung 10 € kosten, wenn die VZ einen Brief schreibt, kommen etwa 15 € hinzu. Das ist aber regional unterschiedlich.

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