Frage von Enya30, 49

Enkelin soll Beerdigung mitzahlen?

Hallo!

Vor einer Woche ist leider meine Oma verstorben. Sie hat 6 Kinder (schwierige und zerstrittene Familienverhältnisse). Ich bin die älteste Enkelin von etwa 25! So, mir wurde letzte Woche gesagt, dass ich das dazugeben soll/kann was wir können und es eine schöne Geste wäre.

Mein Mann und ich haben mit unserem Sohn gerade auch so unser Ein- und Auskommen und haben uns entschieden 150€ beizusteuern. Anstelle einen Kranz oä zu kaufen. Es hieß auch, dass dies völlig okay sei. Jetzt hat mir vor zwei Tagen einer meiner Onkel (der die ganze Bestattung in Auftrag gegeben hat) gesagt, dass wir mehr dazugeben müssen, weil es insgesamt Kosten von 6000€ sind. Vier seiner anderen Geschwister melden sich nicht und drücken sich und wollen nichts zahlen. Ich als Enkelkind soll aber mitzahlen, obwohl es hieß wir sollen das geben, was wir können! So jetzt kommt aber der Knaller: die Beerdigung ist soweit schon komplett bezahlt! Mein Onkel sähe es aber nur nicht ein die Kosten alleine zu tragen und versucht allen ernstes jetzt nur von mir als Enkelkind mehr Geld zu bekommen. Was soll ich da bitte zu sagen? Davon ab, können wir auch gar nicht mehr Geld dazugeben. Daraus ist jetzt auch leider auch noch kurz vor der Beerdigung ein extremer Streit entbrannt.

Nach etlichen, sehr unschönen Nachrichten wurde ich nun von der Beerdigung ausgeschlossen.

Mit der Begründung, man sieht ja nun was Oma mir wert war. Ich bin völlig fassungslos.

Zwischendrin sendete mir dieser Onkel noch einen Screenshot seines onlinebanking, worauf die OnlineÜberweisung an das Bestattungsunternehmen ersichtlich ist. Und mal eben einen Kontostand von rund 179.000€.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Der Kontakt wurde jetzt beiderseits abgebrochen und ich bin völlig verwirrt und geschockt, dass der Tod meiner Oma sowas herbeigeführt hat...

Wie kann man nur so unmenschlich sein??

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 26
  1. Zunächst fallen die Bestattungskosten als Nachlassverbindlichkeit dem Nachlass der Verstorbenen zu. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, das Erbe ungeschmälert einzustecken und den Hut für die Beerdigung rumgehen lassen zu dürfen.

  2. Nur wenn die 6.000 EUR die Kosten einer angemessenen Beisetzung nicht hergeben, wären die nächsten Angehörigen zur anteiligen Kostenübernahme verpflichtet.

  3. Deren Anteil bemisst sich an ihren verfügbaren Einkünften oberhalb ihres Selbtbehaltes, nicht an deren Vermögen oder Verbindlichkeiten.
  4. 2,5 % Kostenübernahme sind da schon beleidigend, wenn man nicht an der Armutsgrenze lebt. Zuviel, wenn der Onkel oder Geschwister ein Mehrfaches monatlich verdienen sollte oder als Kranzspende zu verstehen, wenn Oma für ihre eigen Beerdigung Vorsorge traf.
  5. Auch wenn es dafür bereits zu spät ist: Man darf sich durchaus ein bilanziertes Nachlassverzeichnis vorlegen lasssen um herauszufinden, ob der Nachlass tatsächlich so wertlos ist, dass damit eine grds. Bestattungskostenübernahmepflicht überhaupt besteht :-)
  6. Es bleibt den Angehörigen überlassen, unerwünschte Gäste von der Trauerfeier auszuschliessen. An der Beisetzung teilzunehmen werden sie allenfalls zu verhindern suchen; verbieten können sie es auf einem öffentlichen Friedhof eher nicht.
  7. Will man das aber? Nimm allein und in Frieden zu anderer Zeit Abschied. das kann dir niemand nehmen und für die anderen machst du es nicht.

G imager761

Antwort
von Chefelektriker, 49

Wende Dich an einen Rechtsanwalt.Normal zahlen die nächsten Angehörigen,dazu zählst Du aber nicht.

Kommentar von BlackRose10897 ,

Sehe ich auch so.

Des weiteren geben viele zur Beileidskarte auch noch Geld dazu. 

Und einfach von der Beerdigung ausschließen kann er Dich auch nicht.

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