Frage von Lifeass, 24

Endosymbiotentheorie....?

Hey ich find keine realtiv kurze, verständliche Erklärung dazu. Hat einer von euch eine Erklärung?:)

Und die Merkmale der Eucyte die durch die Endosymbiontentheorie erklärt werden. Uuund erklären welche Vorteile die beiden Partner aus der Endsymbiose ziehen. Danke:)

Antwort
von DedeM, 15

Moin,

vereinfacht gesagt: Einzeller fressen andere Einzeller, um zu überleben. Dabei "verdauen" die Fresser die Gefressenen normalerweise. In der Endosymbiontenhypothese geht man nun aber davon aus, dass bestimmte heutige Zellorganellen ursprünglich selbst einmal frei lebende einzellerartige Gebilde waren, die von anderen Protoeinzellern gefressen wurden. Irgendwann haben dann die Fresser "gemerkt", dass Verdauen vielleicht nicht die beste Option sei, denn man konnte die Stoffwechselprodukte der Gefressenen prima als weitere (andere) Energiequelle nutzen. Deshalb wurden die Gefressenen nicht verdaut, sondern in den eigenen Zellkörper integriert. Daraus wurden dann heutige Zellorganellen wie zum Beispiel die Mitochondrien bzw. die Chloroplasten.

Merkmale, die für diese Hypothese sprechen, sind,
• dass sowohl die Mitochondrien als auch die Plastiden (Chloroplasten) über eine eigene - vom Zellkern weitgehend unabhängige - DNA verfügen. Das erscheint logisch, wenn man sich vorstellt, dass Mitochondrien und Chloroplasten irgendwann in grauer Vorzeit eigenständige Protocyten waren.
• dass sowohl Mitochondrien als auch Chloroplasten mit einer Doppelmembran ausgestattet sind. Das erscheint logisch, wenn man sich klar macht, dass größere Partikel oder Einzeller auch heute noch durch einen Vorgang in eine größere Zelle gelangen können, den man Endocytose nennt. Dabei umfließt eine Zelle den Partikel bzw. die Zelle, die aufgenommen werden soll, und schnürt dann ihre eigene Membran nach innen ab, so dass sich am Ende der Partikel bzw. die gefressene Zelle in der Fresser-Zelle befindet, wobei der Partikel bzw. die gefressene Zelle  von der Membran der Fresser-Zelle umgeben ist (in einem sogenannten Vesikel). Erst im Zellinneren wird dann die Hüllmembran geöffnet, so dass der Vesikelinhalt in das Cytoplasma gelangt (und dort zum Beispiel verdaut werden kann).

Mit Symbiose bezeichnet man eine Wechselbeziehung zwischen Individuen von mindestens zwei Arten, die zum gegenseitigen Nutzen miteinander zusammenleben. Die Individuen der Arten sind dann Symbionten. Die Vorsilbe "Endo-" bezieht sich darauf, dass dabei ein Individuum der in Symbiose lebenden Arten in einem Individuum der anderen Art lebt.
Der Vorteil für beide bei der Endosymbiontenhypothese liegt eigentlich auf der Hand: Der Endosymbiont wird von der Außenzelle mit Stoffen versorgt, die er für seine Stoffwechselprozesse benötigt. Außerdem gewährt die relativ größere Außenzelle dem Endosymbionten auch einen gewissen Schutz vor anderen Fressfeinden.
Die Wirtszelle wird dafür im Gegenzug vom Endosymbionten mit dessen nützlichen Stoffwechselprodukten versorgt. Im Falle der Mitochondrien durch Energieträger (ATP); im Falle der Chloroplasten durch einen anderen Energieträger, nämlich Zucker.

LG von der Waterkant.

Kommentar von Lifeass ,

Erstmal vielen Dank für die Antwort:)

Und nochmal eine Frage, was davon sind die Procyten und was die Eucyten?

Kommentar von DedeM ,

Eucyten sind Zellen, die über einen Zellkern verfügen (= Eukaryoten) und auch sonst die heute üblichen Zellorganellen besitzen (Mitochondrien, Dictyosomen, raues und / oder glattes Endoplasmatisches Retikulum, Lysosomen, Microbodies, Peroxysomen, Ribosomen, Centriolen - im Falle von pflanzlichen Zellen zusätzlich noch Chloroplasten und Zentralvakuolen).

Mit Procyten meine ich unbestimmte Vorformen von Zellen. Ein Mitochondrium ist ja nichts, was wir so ohne weiteres als Zelle ansprechen würden. Aber nach der Endosymbiontenhypothese waren die Mitochondrien einst frei lebende... ja, was eigentlich? Darum habe ich den vagen Begriff "Procyte" benutzt.

Prokaryoten sind hingegen heute existierende Zellen, die keinen Zellkern haben. Dazu gehören Bakterien und Blaualgen. In diesem Sinne stellen die Prokaryoten quasi das Gegenstück zu den Eukaryoten dar, während Eucyten echte Zellen und Procyten Vorformen von Zellen sind.

Nochmals ein lieber Gruß von der Waterkant.

Antwort
von Cheetah96, 14

Die Endosymbiontentherorie besagt das eine Bakterienzelle eine andere Bakterienzelle  aufgenommen hat.   Plastiden stammen zum Beispiel von Cynaobakterien ab. Das heißt also Kurz das die aufgenommene Bakterienzelle nicht als Nahrung verdaut wurde sondern in ihrer "Wirtszelle" als Organen dient.

 Auf diese Weise sind mit der Zeit die Plastiden und Mitochondrien in eukaryotischen Zellen entstanden. 

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