Empfinden die Deutschen die Österreicher als Deutsche?

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20 Antworten

Also ich bin Österreicher und ich fühle mich kein bisschen als Deutscher (nicht negativ gemeint ;-)

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Kommentar von earnest
21.05.2017, 14:38

Das ist zweifelsohne eine kluge und hilfreiche Antwort, die das (Schein?-) Problem von der "anderen Seite" beleuchtet.

Es wundert mich allerdings, BeauNom, dass du sie als hilfreichste Antwort ausgesucht hast, denn deine Frageintention war ja eigentlich "anders herum".

(Aber manchmal ist das mit den Identitäten und den gefühlten Identitäten ja auch nicht ganz einfach, und da hilft dann der frische Blick.)

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Hey.

Also ich bin aus Bayern, und mir sind die Österreicher kulturell näher als alle Nord- und Mitteldeutschen. Und sie verstehen mich halbwegs, wenn ich Dialekt spreche. Müsste ich jetzt Nationalitäten definieren, oder zwischen Groß- und Kleindeutscher Lösung wählen, dann wären die Ösis für mich dabei.

Trotzdem, vor 100+ Jahren hat man mal die Grenze gezogen, also sind Österreicher ja per Definition keine Deutschen. Die Österreicher, die ich kenne, haben sich auch selber als Ösis definiert, nicht so, wie die Südtiroler (die man ja beleidigt, wenn man sie Italiener nennt).

Ich hab aber irgendwie dieses nationalstaatliche Prinzip bzw. die Wichtigkeit des Selben nie so verstanden: wenn ich keine Sprachbarriere hatte, dann kamen mir die Leute eines anderen Landes nie so anders vor als "wir Deutschen". Sprachbarriere sei es gedankt habe ich die Erfahrung aber nur im UK, USA, Canada & Frankreich machen können (und natürlich A und CH). Sprich, mit unseren Nachbarn, mit denen wir die westliche Kultur teilen...

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Kommentar von 666Phoenix
19.05.2017, 10:18

Was ist für Dich die "westliche Kultur"??

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Das Bayrische Ostland bzw. (Markgrafschaft) Ostmark ( =Marcha orientalis = Ostarrichi = Österreich) hat selbstverständlich eine gemeinsame Historie mit der heutigen Nation Deutschlands. Ist aber selbstverständlich eben so eine eigenständige Nation.

Der gesamte deutsche Raum war ein loser Bund aus vielen mehr oder weniger autonomen Grafschaften und Herzogtümern, die sich mal im hlg. römischen Reich, mal im deutschen Bund zusammengeschlossen hatten... letzterer wurde übrigens während dem "Wiener"-Kongress gegründet, zusammen mit dem österreichischen König (und Dänemark und Niederlande).

Der deutsche Bund führte zur Gründung des deutschen Reichs, allerdings unter widerstand Österreichs, die am deutschen Bund festhalten wollten, was zur sog. "Herbstkrise" 1850 führte - eine militärische/politische Auseinandersetzung zwischen Österreich und deutsches Reich.

Politisch hat man es hier also mit 2 völlig verschiedenen Nationen zutun, die auch mal unterschiedliche Interessen verfolgen.

Kulturell und historisch sind Deutschland und Österreich natürlich eng miteinander verwoben. Trotzdem versuchen beide Nationen häufig durch negative Integration, immer wieder ihre eigene Identität zu definieren, indem die Leute eher auf die Unterschiede achten, als auf die Gemeinsamkeiten. Daher kommt es, zumindest meiner Erfahrung nach, auch häufig zu ambivalenzen zwischen den Leuten und ggs. Abwertungen. Aber kleine Sticheleien stärken ja die Freundschaft... ;)

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Wenn man die historischen Hintergründe sieht: Die Frage ist berechtigt, denn bis 1866 war Österreich ja Teil des Deutschen Bundes, also seit den Babenbergern immerhin ca. 900 Jahre zusammen mit den anderen deutschen Fürstentümern im HRRDN. Meine Heimatstadt in Baden-Württemberg gehörte z. B. 500 Jahre zu Österreich. 

Noch 1919 nannte sich der Staat Deutschösterreich und wollte Deutschland beitreten, was die Siegermächte verhinderten. 
Hitlers Politik sorgte dann dafür, dass die Weg sich endgültig trennten. Sein Anschluss Österreichs wurde 1938 von der Mehrheit noch bejubelt, aber die Exzesse des Faschismus und der Weltkrieg führten dann schnell zu einer Abwendung Österreichs von Deutschland. Eine neue Nation war entstanden. 


Als Deutscher empfinde ich die Österreicher als eigenständige Nation, aber als sehr nahe, angenehme Verwandte, mit denen mich sehr viel verbindet.

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Nicht direkt als Deutsche, aber verbunden fühle ich mich in jedem Fall und als Ausländer sehe ich sie überhaupt gar nicht.
Ich war natürlich schon häufig in A und mag Land und Leute sehr.

Österreicher sind Österreicher und Deutsche sind Deutsche, aber es gab ja Zeiten, in denen wir ein Land waren. Also von dem her....
Ich fühle mich als Deutsche nicht als Österreicherin, klar, aber ich mag A sehr und fühle mich gut und wohl.

Ich freue mich sehr, Österreicher zu treffen......
Da ist schon eine Verbundenheit da.

Ich wäre sofort damit einverstanden, mit Österreich (wieder) ein Land zu bilden, was jedoch nicht gerade wichtig sein könnte, aber ich hätte die Offenheit dafür.

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Nein. Österreicher sind Österreicher
Nicht alles was deutsch redet, muss heim ins Reich.

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Nach deiner Schlussfolgerung sind Australier also gleichzeitig Engländer, Schotten, Iren, Kanadier, US Bürger etc. und anders rum. Glaube nicht das die das so sehen.

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Deutsche sind Deutsche und Österreicher sind Österreicher!

Bloß weil man die gleiche Sprache spricht, hat man doch nicht die (gefühlt) gleiche Nationalität.

Sonst müssten sich fast alle US Bürger auch als Engländer fühlen.

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Auf die Idee bin ich bisher noch nie gekommen.

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Kommentar von earnest
19.05.2017, 10:41

Auf die Idee kommen "bei uns" doch eigentlich nur diejenigen Spinner, die die Ösis heim ins Reich holen wollen.

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Du stellst zwei verschiedene Fragen. Erstens, ob die Deutschen die Österreicher als deutsch sehen und zweitens, ob sich die Österreicher selbst als Deutsche sehen.

Zur ersten Frage kann ich als Deutscher nur sagen, dass Österreicher einen österreichischen Pass haben und deshalb für mich Österreicher sind. Ich gebe nichts auf irgendwelche ethnischen oder schlimmer völkischen Kriterien. Das sehen viele Deutsche aber sicher anders.

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Kommentar von earnest
19.05.2017, 10:50

"Viele Deutsche"?

Ich kenne KEINEN Deutschen, der Österreicher für Deutsche hält.

Aber das muss ja nichts heißen. Vielleicht kenne ich die falschen Leute.

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Ne, ebensowenig wie man Schweizer als Deutsche empfindet. Natürlich ist eine gewisse Nähe durch die gemeinsame Sprache vorhanden, was den gegenseitigen Zugang erleichtert, trotzdem sind das völlig verschiedene Länder mit einer andere Mentalität und Lebensart.

Das typisch deutsche sind vor allem die alten preußischen Tugenden, Ordnung, Fleiß, Pünktlichkeit und vor allem Disziplin - Österreicher machen sich gerne  darüber lustig, dass der Deutsche an sich immer so korrekt ist und gelten in dieser Beziehung eher als etwa "gschlampert" - wir sind eben die "Piefkes"; von großartiger Freundschaft kann also keine Rede sein.

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Kommentar von OlliBjoern
19.05.2017, 09:59

Hmm... also ich selber bin zwar Deutscher, habe aber keine "preußischen Tugenden" (ich bin kein Preuße, davon mal abgesehen).

Pünktlichkeit? Schon mal mit der deutschen Bahn gefahren?
Der Shinkansen in Japan ist pünktlich - daher müsste man eher
von japanischer Pünktlichkeit sprechen.

Ich komme mit der gschlamperten österreichischen Art besser klar als mit so mancher deutschen Art (natürlich gilt auch hier: auch Deutsche sind untereinander sehr unterschiedlich). Mir ist es lieber, wenn jemand humorvoll ist, klar ist Pünktlichkeit nicht verkehrt, aber davon habe ich auch wenig, wenn derjenige sonstige positive Eigenschaften vermissen lässt.

Von aufgeklebten Etiketten halte ich recht wenig, ich schaue mir die Dinge und die Leute lieber selber an (und da habe ich in Österreich nur gute Erfahrungen gemacht).

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"Die Deutschen" , "die Österreicher"... wenn ich so einen Mist immer lese. Die gibt es nicht, wenn man mal etwas differenziert.

Mag sein, dass sich diverse Bayer und diverse Österreicher sprachtechnisch gut verstehen, das gilt aber definitiv nicht für alle und erst recht nicht für die restlichen Deutschen in der BRD. Ich (aus NRW und sprachbegabt) hatte mal einen Autounfall mit einem Bayern auf einer Autobahn in Hessen, da musste tatsächlich ein Schwabe aus Stuttgart dolmetschen. Soviel dazu, dass man "die gleiche Sprache" nicht einmal innerhalb der BRD spricht.

Ich kann mich dagegen mühelos in englisch, französiscch, portugiesisch und griechisch verständigen....deshalb käme ich doch nicht im Traum darauf, diese alle als Deutsche zu sehen.

Himmel, lass doch mal ein wenig Hirn regnen...

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Ich empfinde mich nicht als Deutscher.

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Das lässt sich erst beantworten, wenn man alle befragt hat - oder eine repräsentative Stichprobe.

Wer könnte das denn hier aus dem Stand leisten? Eigentlich selbstverständlich!


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Kommentar von medmonk
19.05.2017, 08:45

oder eine repräsentative Stichprobe.

Es heißt »repräsentative Umfrage« und nicht Stichprobe.
Eine Stichprobe ist etwas anderes.  ;) 


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In den Augen der Deutschen sind ihnen die Österreicher sehr nah. Die Österreicher sehen das allerdings ganz anders. Aus diesem Grund bekommen wir beim ESC auch nie Punkte aus Wien.

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Kommentar von thetee99
19.05.2017, 09:06

Dafür geben den Deutschen die Schweizer statistisch gesehen die meisten Punkte beim ESC bisher ;)

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nein, glaub ich nicht - das ist ja kein logisches, historisches Urteil, sondern ne Empfindung: die Deutschen werden irgendwie als Piefkes empfunden und viele Deutsche empfinden wohl die Österreicher als Deutsche, aber mit zahlreichen Schönheitsfehlern :D

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ich lerne deutsch und ich finde  deutsch von österreich ein wenig anders , aber deutsch von Schweiz ist schwierig für mich  ,ich glaube deutsch von österich  ist mehr dialekt  swabisch  ,bayern    

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Kommentar von adabei
19.05.2017, 15:44

Für Norddeutsche ist es oft schwer, bairische und österreichische Dialekte zu unterscheiden.

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Dich als Schweizer empfinde ich auch nicht als Deutschen.

Ich finde die Frage, pardon, absurd.

Aber natürlich kann ich nicht für DIE Deutschen sprechen.


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Kommentar von BeauNom
21.05.2017, 06:13

Wie kommst du darauf, dass ich Schweizer bin?

Das stimmt weder betreffend das Geschlecht, noch betreffend die Staatsbürgerschaft...

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Also wir Bayern empfinden uns schon irgendwie mit den Ösis verbunden

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wir sprechen im Dialekt, aber ja so gesehen die selbe Sprache, aber wir haben nicht wirklich was mit euch Deutschen zu tun :-)

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