Frage von Kianga, 127

Empfehlung DSLR / DSLM?

Hallo zusammen! Ich bräuchte ein paar Empfehlungen von euch. Ich suche eine gute DSLR oder DSLM für den Einstieg - also dementsprechend im eher nicht ganz so hohen Preissegment.

In meiner näheren Auswahl stehen mittlerweile aufgrund div. Nachforschungen und Testberichte die Nikon D3300, Sony SLT-A58K und die Olympus PEN E-PL7. Was für mich beispielsweise für Letztere sprach, war die Wi-Fi- und Selbstauslöserfunktion, während mich bei dieser allerdings das schlechtere (?) Objektiv von 14-42 mm irritiert. Die anderen beiden kommen mit 18-55 daher. Für den Anfang wäre es natürlich schön, nicht erst in ein weiteres Objektiv investieren zu müssen, um gute Schnappschüsse machen zu können. Das soll dann am Besten alles erst später kommen.

In erster Linie suche ich etwas für gute Schnappschüsse, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen. Eine gute Einsteigerkamera. Wifi und sowas wäre natürlich ultra praktisch, aber wenn sie es nicht kann, dann ist das halt so - meine Digicam kann das auch nicht, also muss ich mir nichts abgewöhnen! ;-) Sie sollte auch mal gute Videos drehen können, aber soweit ich gesehen habe, können das alle drei.

Ich bin natürlich für weitere Anregungen offen und habe mich nicht auf diese Auswahl festgeschossen. Es wäre super, wenn ihr mir mit ein paar Empfehlungen weiter helfen könntet!

Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Airbus380, 45

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet. Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera. Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein Schaubild gibt es hier:

:

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden" entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000 Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony (Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony) bis riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony, Olympus und Panasonic mFT, Samsung NX, Fuji X) bieten fuer die allermeisten ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier (oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst. Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will, welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen, welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden. Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche, Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel) fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Antwort
von torfmauke, 40

Jede Mutter liebt ihr Kind, deswegen wirst Du hier in den meisten Antworten hören, wie gut die Kamera ist, die der Beantwortende selber benutzt und/oder die ihm gefällt! Neben der Tatsache, dass die Kamera bestimmte Funktionen ausführen muss, die man von ihr erwartet, ist für den Fragesteller die Frage wichtig, ob sie die erwarteten Funktionen wirklich ordnungsgemäss ausführt und wie sie ihm optisch und haptisch gefällt.

Wichtig für erfolgreiches Arbeiten ist aber weniger der Body der Kamera, sondern in erster Linie derjenige, der den Auslöser betätigt und danach erst einmal die Optik, durch die aufgenommen wird. Erst danach kommt die Kamera und ihre Fähigkeiten.

Welcher Typ Kamera es sein soll, hängt davon ab, welche Art von Aufnahmen der Benutzer damit realisieren will und natürlich auch, ob er professionell, semiprofessionell oder rein privat fotografieren möchte und wie viele Aufnahmen damit täglich gemacht werden sollen.

Also ist die erste Überlegung:

1.) Soll es eine kompakte Kamera sein, die man für Aufnahmen, die ins „Familienalbum“ sollen, benutzen will und wovon keine Drucke im Posterformat erwartet werden?

2.) Soll es eine Bridgekamera sein, die etwas größer ist, Aufnahmen in etwas besserer Qualität macht und schon über ein paar Funktionen verfügt, die besondere Fotobereiche ermöglichen.

Bei diesen beiden vorgenannten Kameraarten muss man noch entscheiden, wie groß der Zoombereich des Objektivs und die Pixelanzahl des Aufnahmechips sein sollen. Auch muss sich der Käufer die Frage stellen, ob er mit der Kamera Videos aufnehmen möchte.

3.) Soll es eine semiprofessionelle Systemkamera mit oder ohne Spiegel sein und welche Erwartungen stelle ich an das zur Verfügung stehende Objektivsortiment in Beziehung auf Vielzahl, Qualität und Preisbereich? Welche Mindestanforderungen habe ich an Auflösung und andere Funktionen, wie ISO-Bereich, Serienaufnahmen, Videofunktionen u.v.m.?

4.) Soll es eine professionelle Systemkamera mit oder ohne Spiegel sein, welches Aufnahmeformat soll sie haben, Mittelformat, KB-Vollformat, APS-C oder MFT? Welche Erwartungen stelle ich an das zur Verfügung stehende Objektivsortiment? Welche Anforderungen habe ich an Auflösung und andere Funktionen, wie ISO-Bereich, Serienaufnahmen, Videofunktionen u.v.m.?

Also solltest Du besser ein Fachgeschäft aufsuchen, dort die ein oder andere Kamera in die Hand nehmen und Dich beraten lassen, welche Funktionen sie haben, welche Objektive es dafür gibt, was sie taugen und kosten und wie ausbaufähig sie sind! Ob Du sie dann dort auch kaufst, ist eine andere Frage.

Antwort
von BurkeUndCo, 34

Ich bin mittlerweile ein großer Fan von spiegellosen Systemkameras, da heute - in Zeiten guter elektronischer Sucher - keiner mehr einen Spiegel braucht, der bei analogen Filmen unverzichtbar war.

Das spricht aus Deiner Auswahlliste für die Olympus-Kamera mit dem MFT-System.

Achtung: Die Wahl eines Systems sollte nicht an einem einzigen Objektiv durchgeführt werden. Ein anderes Objektiv kann man sich später immer noch als Ergänzung dazu kaufen. Das komplette Foto-System zu wechseln, ist viel aufwändiger/teurer, da dann praktisch nichts mehr passt.

Achtung 2: Die meisten APS-Kameras (Einsteiger-DSLR-Kamera) haben einen Verlängerungsfaktor (Crop-Faktor) von 1,5 bis 1,6. Mit diesem Faktor muss dann die echte Objektivbrennweite multipliziert werden, damit man den Bildeindruck (korrekt den Bildausschnitt) mit dem einer Vollformatfkamera vergleichen kann.
Beim MFT-Format ist der Detektorchip etwas kleiner (aber trotzden die Gesamtqualität durch besser angepasste Objektive gleich gut wie das APS-Format), so dass der Crop-Faktor genau 2 beträgt. Damit hat das 14 - 42 mm Objektiv ein Bildfelsd das dem eines 28 mm - 84 mm Objektiv fürs Vollformat entspricht. Und das ist eigentlich eine ganz gute Wahl, da 50 mm als Standardbrennweite (beim Vollformat) gilt und 28 mm eine gute Weitwinkel-Größe (beim Vollformat)ist und 85 mm bereits als kurzes Tele (Vollformat) zählt.

Aber es gibt von Panasonic/Lumix und Olympus noch viele andere Objektive zum MFT-System. Du kannst Dir da relatriv frei den Brennweitenbereich aussuchen, der Dir am Besten gefällt.

Antwort
von prelude89, 43

Vorteil Olympus, klein und handlich. Die kleinere Brennweite sollte dich nicht irritieren, da dies eine MFT Kamera ist. Der Sensor ist dementsprechend kleiner und somit ist auch der Bildausschnitt kleiner als bei einer Kamera mit APSC oder Kleinbildgrossem Sensor. Das sieht dann so aus alls HÄTTE dieses Objektiv eine viel größere Brennweite.

Vorteil der anderen ist der größere Sensor was sich im Dunkleren positiv bemerkbar macht und auch bei der Möglichkeit die Unschärfe besser zueinflussen.

Entscheident bei dir wird jedoch sicherlich die Kompaktheit sein, da die beste Kamera nunmal die ist, die man auch dabei hat. Du solltest sie also alle erstmal in die Hand nehmen.
Zu überlegen ist auch, ob es Wechselobjektivkameras sein müssen. Da diese ohne entsprechend Lichtstärke Objektive praktisch nichts anderes sind als eine sogenannte Bridge. Im Falle der DSLR und der SLT auch noch eine Übergroße Bridge. Mitschleppen musst du sie ja am Ende.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community