Frage von malor22, 170

Emotionalen Einsatz gehabt , wie verarbeiten?

Ich hatte gestern im Rahmen der freiwilligen Feuerwehr einen schweren Einsatz . Ein PKW mit 3 Personen davon ein Kleinkind ist auf auf einer Landstraße schwer verunglückt . Alle Insassen waren sofort tot . Obwohl ich schon oft verstorbene Menschen im Rahmen von Einsätzen gesehen habe, hat mich dieser stark mitgenommen . Meine Freundin hier auf Fortbildung und ich kann nicht mit ihr reden ...der Einsatz geht mir kaum aus dem Kopf .

Antwort
von Nonameguzzi, 36

Wichtig ist mit leuten drüber zu reden also Familie, Frwunde, Kollegen evtl auch Seelsorger.

Und auch wichtig: Ablenkung! Unternehm was lustiges spannendes mit deinen freunden deiner Freundin.

Mir hilft nach nem Einsatz ne runde Motorrad fahren ok bei dem Wetter eher fragwürdig.

Ohne Ablenkung ist das aber echt verdammt schwer und sowas kann echt an deine Substanz gehen.

Finde es auf jeden Fall top das du selbst merkst das dich die Sache mit nimmt und dir Hilfe suchst!

Wirklich vergessen kannst du so eine Sache leider niemals kannst sie aber so weit verdrängen das du kaum mehr dran denkst und das geht am besten mit Reden und Ablenken meinen ersten Einsatz mit Toten hab ich auch nie vergessen aber ich bin genau wie oben beschrieben gut drüber weg gekommen.

In dem Sinne "Gute Nacht und bekomm den Kopf frei"

Kommentar von malor22 ,

Ich hab mich eben mit dem Pfarramt auseinandergesetzt und einen Termin mit einer Seelsorgerin bekommen ....

Antwort
von Dirndlschneider, 41

Hast du nicht Kontaktdaten von feuerwehreigenen Psychologen - oder eine Person beim Roten Kreuz ? Die haben doch geschultes Personal für solche Fälle ....

Zur Not würde ich beim Pfarramt nachfragen - eig. egal , Hauptsache , du sprichst mit jemand darüber ! Ich wünsche dir viel Kraft....das solltest du nicht mit dir alleine ausmachen !

Expertenantwort
von Nomex64, Community-Experte für Feuerwehr, 25

Wie ich gelaesen habe hast du schon einen Termin mit der Seelsorge. Für jemanden der dem Glauben nahe steht kann das hilfreich sein. Du solltest aber drauf achten das es Leute sind die in Notfallseelsorge geschult sind. Die wissen in aller Regel besser wie Einsatzkräfte von so einer Situation betroffen sind.

Eigentlich sollte es so sein das du dich an deinen direkte Vorgesetzten in deiner Feuerwehr wenden. Der sollte dir dann einen Termin bei einem Einsatznachsorgeteam machen. Die sind genau auf solche Einsätze geschult. Eigentlich sollte ein Gespräch mit den Einsatzkräften und einen ENT bei solchen Einsätzen Standard sein. Manche Führungskräfte haben das leider immer noch nicht begriffen.

Deine Reaktion ist übrigens ganz natürlich. Das kann bei belastenden Einsätzen immer vorkommen. Wenn du jetzt vielleicht unruhig schläfst oder andere Symptome hast dann mach dir darüber nur nicht zu viele Gedanken. In aller Regel geht das in 3-4 Wochen wieder weg. Sollte es allerdings länger anhalten dann brauchst du professionelle Hilfe. Dann reicht auch die Seelsorge im kirchlichen Sinn nicht mehr.

Da du aber schon das Gespräch suchst denke ich nicht das es bei dir so weit kommen wird. 

Kommentar von malor22 ,

Da ich religiös bin hoffe ich dass es mir hilft , habe auch erfahren dass noch 2 weitere kameraden mit der Situation nicht klargekommen sind.Die wehrleitung ist schon informiert und es wird eine "erweiterte Einsatznachbesprechung" stattfinden. Was mir!unter anderem nicht aus dem Kopf geht sind nicht nur die Bilder sondern auch der Gedanke an den Verlust für die angehörigen , aber ich hoffe wirklich auf Besserung .

Kommentar von Nomex64 ,

Malor22 ich kann nicht sagen wie dir dein Glauben da weiter hilft. Ich glaube auch aber nun nicht an einen Gott, jedenfalls nicht im Sinn einer Amtskirche.

Ich hatte selbst schon solche Einsätze. Gestorbe kleine Kinder oder jemand den ich kannte. Ich war sogar mal so weit den Job hin zu schmeißen. Immer nur Tote aus den Fahrzeugen raus zu holen, da habe ich ernsthaft an dem Job gezweifelt.

Aber dann gab es den Einsatz wo ich eine Frau aus dem Auto befreit habe. Die hat auf Grund dessen weil ich den Job gemacht habe überlegt hat. Oder eine Einsatz wo wir mit einer eingeklemmten Person geredet habe. Das war schon fast lustig, obwohl es fast eine Stunde gebraucht hat sie raus zu bekommen. Wir habe hinterher erfahren das sie nicht mal im Krankenhaus bleiben musste.

Der Einsatz bei dem ich eine Frau gerettet habe war auch der Tag wo ich mir überlegt habe das du Der sein musst der THL kennen muss. Ich habe den TH-Grund gemacht und bin heute Kreisausbilder TH. Ich habe Lehrgänge bei http://www.weber-rescue.com/ gemacht. Nächste Jahr fahre ich zu einer Weiterbildung über LKW-Rettung.

Ich bin schon seit 36 Jahren bei der Feuerwehr. Aber ich lerne immer weiter. Wer solche Einsätze beherrscht kann einen guten Job machen. Wir werden aber akzeptieren müssen das wir nicht jeden retten können. Manchmal ist eben die Geschichte gegen uns. Das ist aber das Leben.

Antwort
von Laarraaaaa, 32

Kameraden sind auch dafür da mein Freund! Ich kenn das leider auch, aber wenn man einfach mal mit Kollegen drüber redet, werden die das bestimmt verstehen.

Ansonsten gibts auch eine Notfall-Seelsorge auf die du als Mitglied anspruch hast.

Stark bleiben Kamerad :)

Lg Lara

Kommentar von malor22 ,

Meine Kameraden? Wir sind alle arbeiten und sehen uns nur zu Einsätzen und Übungen ...ich ruf morgen bei einem Kamerad an auf ein Bier ...ich hoffe das hilft ..weil eigentlich will ich meine Freundin auch nicht damit belasten ..

Kommentar von Tuffi111 ,

Oh das klingt nicht nach guter Kameradschaft 

Bei uns ist es so das es bei solch schlimmen Einsätzen einsatznachbesprechungen gibt bei der man offen oder allein mit der Vertrauensperson reden kann

Kommentar von Laarraaaaa ,

Keine Sorge, wenn du eine tolle Freundin hast wird sie das umso mehr verstehen. (!!)

Das beste ist wirklich reden, und das am besten mit Kameraden deinem Gruppen- order Zugsführer, weil die das total nachvollziehen können :) 

Das wichtigste ist, das du dich nicht von den Emotionen auffressen lässt, sondern diese bewältigst.. denn das wird noch einige male passieren.

Mach das Beste draus,

Gut Heil mein Freund.

Antwort
von Tuffi111, 26

Es gibt extra Seelsorger für feuerwehrleute das kann helfen 

Antwort
von MrWorker, 28

Ich bin 5 Jahre lang hauptamtlichen Rettungsdienst gefahren. Das geht Dir gar nicht mehr aus dem Kopf, soll es auch nicht. Wichtig ist nur zu verstehen, dass das Ganze auch dann passiert wäre, wenn Du es nicht gesehen hättest und dass Du dafür nicht verantwortlich bist. Schlimme Sachen passieren, ob wir wollen oder nicht.

Denke an die Familie in respektvoller Art und Weise und freue Dich, dass Du am Leben bist.

Antwort
von FineTrine, 23

Wende dich an deine Wehrführung, sie sollen dir Kontaktdaten der Notfallseelsorge bzw. PSU geben. Nimm das in Anspruch!

Außerdem sollte eine Unfallmeldung geschrieben werden, so kannst du später psychologische Unterstützung bekommen, falls notwendig.

Alles Gute für dich!

Antwort
von comhb3mpqy, 27

Hallo,

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das
Telefon kostenlose Seelsorge. Auch kannst Du zu einem Psychologen gehen.

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, ich bin Christ. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

Kommentar von malor22 ,

Ja meine regelmäßigen kirchebesuche haben mir auch schon oft geholfen , nur dieses Mal ist es eine Spur zu krass gewesen ...

Kommentar von comhb3mpqy ,

ich bete und hoffe für Dich, dass Du das verarbeiten kannst.

Antwort
von Matzeee12345, 23

Rede mit deinen Kollegen oder mit dem Notfall Seelsorger

Antwort
von Lestigter, 25

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