Frage von taniavenue, 103

Elterngespräch?

Ich hab jetzt in 1 1/2 oder 2 1/2 ein ziemlich wichtiges Gespräch mit meinen Eltern und einem Sozialarbeiter (glaub jedenfalls, dass es einer ist). Naja, auf jeden Fall wird dieser Gespräch entscheiden, ob ich meine Familie nicht für immer verloren habe usw. Ich bin jetzt schon so hyper nervös und angespannt. Bis zu dem Tag wird das noch schlimmer werden (Panikattacken) habt ihr irgendwelche Tipps, wie ich mich bis dahin vielleicht nicht völlig verrückt mache und auch in das Gespräch relativ entspannt gehe? Bin für jede hilfreiche Antwort dankbar.
Liebe Grüße
Taniavenue

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hertajess, 23

Schreibe von Hand auf Papier Tagebuch. Bestenfalls bevor Du einschläfst täglich eine gute halbe Stunde.

Auf youtube findest Du das Sonnengeflecht. Erlerne die Übung. Geht schnell. Du kannst sie jederzeit und überall anwenden. 

Haushaltsarbeiten sind nachweislich ebenso sehr nützlich und hilfreich. Und Bewegung an frischer Luft.

Bitte beachte:

Du kannst einen anderen Menschen nicht ändern. Wir können nur unsere Einstellung zu unseren Mitmenschen ändern.

UND, ganz wesentlich:

Nur Du kannst entscheiden ob Du Deine Eltern lieben willst oder nicht. 

Willst Du sie lieben ist es sicherlich nicht leicht zu akzeptieren dass sie sind wie sie sind .Eben mit all ihren Mängeln, manchen verletzenden Verhaltensweisen und Ansichten. 

Stellt sich heraus dass sie Dich tatsächlich nicht haben wollen so behalte bis zu Deinem eigenen Tot diese ihre Ablehnung schriftlich auf. Stecke entsprechende Nachweise in einen Karton oder eine Tasche.

Kein Mensch kann wissen wie die Zukunft aussieht. 

Ich gehöre zu jenen Menschen die von der eigenen Mutter nicht nur ausgestoßen wurden. Bei mir wie bei vielen anderen Menschen die ich kenne gab und gibt es nicht mal ein Staubkorn welches dieses Verhalten begründen könnte.

Manchmal verändern sie die Einstellungen der Mitmenschen nach Jahrzehnten. Manchmal nicht.

Wie auch immer:

Kümmere Dich um Dein eigenes Leben. In der Regel ist es die einzige Möglichkeit Veränderung auszulösen. 

Selten liegt es an den Kindern. Häufig sind es nichtstoffliche Kriegsschäden. Die werden eben gerne erst manche Generation nach der kriegführenden sichtbar. Nach Schuld suchen zu wollen ist also reichlich sinnfreie Energievergeudung. 

Lebe Dein Leben nach Deinen Fähigkeiten und Interessen. Hast Du es am Ende geschafft erlebte Verletzungen nicht zu wiederholen waren die Fehler Deiner Eltern nicht umsonst denn Du hast daraus gelernt. Denn wesentlich ist

Gestern ist gewesen

Wir können es nicht ändern

Morgen ist noch nicht geboren

Wir haben noch keinen Einfluss darauf

Bleibt Heute

Das Heute gut gelebt bereitet es gutes Morgen vor.

Kommentar von taniavenue ,

Danke für deine Antwort. Ich schreib bereits Tagebuch aber die Idee im allgemeinen ist gut

Antwort
von Bgjvc, 17

Sport, Tagebuch schreiben, duschen bzw ein Bad nehmen, Musik hören, versuchen viel zu schlafen um deinen Körper von deinem Stress etwas zu erholen und generell Stress vermeiden, viel trinken und mehrmals tief durchatmen.

Viel Glück!

Antwort
von Nordseefan, 44

Für IMMER verliert man seine Familie NIE! Es sei dann man selber will keinerlei Kontakt mehr zu keinem!

Besser helfen könnte man natürlich wenn man konkret wüsste um was es geht

Kommentar von taniavenue ,

Meine Eltern wollen mich loswerden, nicht ich sie

Kommentar von HobbyPianistin ,

Ah, keine Sorge: Kinder u. Jugendliche können sich nur selbst In Obhut nehmen lassen, vom Jugendamt. Eltern können weder ihr Sorgerecht "abgeben" (das kann nur von einem Gericht "entzogen" werden - auch wenn manche Eltern im Zoff gerne mal was anderes behaupten ;) ), noch können Eltern beim Jugendamt ihr Kind "abgeben" oder eine Jugendliche gegen ihren Willen zur Adoption frei geben ;). Das hängt alles von deiner Einwilligung ab - wenn du nicht in eine Gruppe möchtest, können dich weder deine Eltern, noch das Jugendamt dazu zwingen. Gegen deinen Willen kannst du nur in eine psychiatrische Kinderklinik eingewiesen werden, wenn du ausrastest oder mit Suizid drohst - und dann nur mit Polizei (sog. Eigen- oder Fremdgefährdung).

Also, was das betrifft kannst du auf der sicheren Seite sein. Allerdings wird es ja einen Grund haben, warum deine Eltern dich "loswerden" wollen - und wenn du nicht in eine Gruppe möchtest, solltest du zumindest einige Gegen-Angebote bringen, wie du deinen Eltern im gemeinsamen Leben entgegenkommen möchtest, damit es weniger Konflikte zu Hause gibt und ihr euch alle wohler fühlt. Auch dabei kann oder sollte es dann in dem Gespräch gehen ;).

Antwort
von HobbyPianistin, 29

Was meinst du damit, es entscheidet darüber ob du deine Familie für immer "verloren" hast ? Soll darüber entschieden werden ob du in eine Wohngruppe kommst, oder in einer solchen bleibst ?

Wenn ja, kann ich verstehen, dass du das vielleicht erstmal als "verlieren" empfinden würdest. Rein faktisch kann das jedoch nicht sein: I.d.R. behalten deine Eltern das Sorgerecht für dich und sie, sowie du, haben natürlich das Recht auf regelmäßige Kontakte, Beurlaubungen von dir nach Hause (i.d.R. zweimal im Monat + Besuche deiner Eltern in der Gruppe). Ohne gewichtigen Grund darf keine Kontaktsperre erhoben werden und dauerhaft sowieso nur mit Beschluss - dann müsste deinen Eltern das Umgangsrecht entzogen werden. Das ist sehr selten und dafür muss es schwerwiegende Gründe geben - mal ganz davon abgesehen, dass das sowieso kaum möglich ist, wenn DU es nicht willst, da auch du ein Umgangsrecht zu deinen Eltern hast ;).

Was die Wohngruppe betrifft: Nehme mal an, du bist jugendlich. In diesem Alter braucht das Jugendamt deine Einwilligung, ansonsten kann gar nix umgesetzt werden. Auch wenn du in einer Gruppe bist, wo du nicht mehr bleiben willst, kannst du dort nicht gegen deinen Willen festgehalten werden.

Kommentar von taniavenue ,

Nein also ich wohne noch bei meinen Eltern aber dieses Gespräch ist meine letzte Chance dass die verstehen dass die mir Schaden.

Kommentar von HobbyPianistin ,

Sie "schaden" dir ? Also dann solltest du dich freiwillig in Obhut nehmen lassen, wenn sie dein Wohl gefährden ;). Falls du meinst, sie schaden dir, weil sie dich "loswerden" wollen - siehe mein Kommentar unten - ohne deine Einwilligung geht Nix (außer natürlich dass deine Eltern dich mal für ein paar Stunden/einen Tag rausschmeißen wenn du dich nicht an die Regeln zu HAuse hälst).

Antwort
von steffenOREO, 39

Nimm ein heißes Bad.

Kommentar von taniavenue ,

Danke für deine Antwort. Das werde ich sicher an dem Abend vor dem Gespräch mal probieren.

Kommentar von HobbyPianistin ,

Wenn du das Gefühl hast, du brauchst selbst noch einen Beistand (schließlich sind deine Eltern auch zu zweit ;) ), kannst du beim Jugendamt nachfragen ob du eine Freundin oder einen vertrauten Erwachsenen (eventuell Verwandten) für dich noch dazu mitbringen kannst - der dich unterstützen kann deine Situation zu erklären. Das Jugendamt kann versuchen das mit deinen Eltern besprechen, falls diese das nicht wollen würden. Letztlich müssten diese natürlich einwilligen, da alles andere sonst gegen die Schweigepflicht des Jugendamtes verstoßen würde. Aber ich erlebe es eigentlich oft, dass Eltern da zustimmen.

Antwort
von AmandaF, 36

Da kann ein Außenstehender nichts sinnvolles dazu beitragen.

Kommentar von taniavenue ,

Was machst du denn wenn du zum Beispiel nervös bist oder angespannt wegen irgendetwas?

Kommentar von HobbyPianistin ,

Bitte ?!  Gerade Außenstehende KÖNNEN bei Konflikten (familiär oder andere Bereiche), da unbeteiligt und zu emotional unbelasteten Sichtweisen fähig, viel zu einer Lösung beitragen - durch kommunikative Anleitung der Beteiligten/Gesprächssteuerung. Die Betonung liegt allerdings tatsächlich auf KANN - die Hebel letztlich umlegen müssen die Beteiligten natürlich immer selbst. Aber eine Chance ist sowas immer. Google mal "Mediation", "Supervision", "Beratung" ;)

Kommentar von AmandaF ,

Ich habe mich nicht eindeutig ausgedrückt. Mit Außenstehende meine ich nicht Fachleute. Diese können bestimmt helfen.

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