Frage von Shelyin, 182

Eltern verbieten Antidepressiva ?

Hallo liebe Community,

ich habe seit mehreren Jahren Dperessionen und mache auch eine Therapie. Leider sind die Depressionen dadurch aber nicht erheblich besser geworden. Weil ich noch nicht ganz 18 bin müssen meine Eltern einwilligen wenn ich Antidepressiva nehme, was mein Therapeut und mein Arzt auch befürworten und ich selbst habe mich auch dazu entschlossen. Jedoch möchten meine Eltern dies nicht zulassen, da sie die Gefahren zu hoch einschätzen und laut eigener Aussage selbst nicht sehen, dass ich Medikamente nötig hätte... Dagegen kann ich natürlich nichts machen weil ich ihr Einverständnis brauche, jedoch will ich mich auch nicht damit zufrieden geben, dass meine "Heilung" dadurch einfach blockiert wird. Wie schätzt ihr die Situation ein? Könnt ihr die Bedenken verstehen?was würdet ihr machen? LG Shelyin

Antwort
von Anduri87, 79

Nachvollziehbar

Ich kann ebenso die Bedenken deiner Eltern und deine verstehen. Antidepressiva sind immernoch psychopharmaka und Risiken sollten auf jeden Fall sorgsam abgewägt werden. Meine Mutter war auch immer instinktiv gegen eine solche Behandlung.

Für mich war die Entscheidung relativ eindeutig: zunächst hatte ich lediglich in unregelmäßigen abständen depressive Episoden die ich selbst relativ gut unter Kontrolle hatte. Später entwickelten sich die Episoden zu einem dauerhaften Zustand der ohne Medikamente kaum tragbar war! Selbst meine Mutter war der Überzeugung das eine Behandlung ohne kaum noch möglich wäre.

Sobald eine Depression zu einem dauerhaften Zustand wird und sie sich ohne psychopharmaka immer weiter in's negative entwickelt (wie bei mir mit Suizidgedanken) sollte spätenstens eingegriffen werden. Eine Depression ist auch deswegen so gefährlich da sie unberechenbar ist und von vielen (vor allem außenstehenden) falsch eingeschätzt wird.

Hier mal ein paar Tips die deine Eltern eventuell überzeugen könnten:

  • Antidepressiva machen nicht abhängig
  • Antidepressiva sind keine Beruhigungsmittel und sie machen nicht “high“
  • Antidepressiva haben eine ausgleichende Wirkung auf den Neurotransmitterhaushalt im Gehirn
  • Antidepressiva wirken nicht sofort nach der Einnahme
  • Antidepressiva sind nicht das Selbe wie antipsychotische Medikamente

Lg, Anduri87

Kommentar von Patchouli ,

Stimmt soweit, ausser dass es auch sedierende Antideprssiva gibt, die logischerweise nur zur Nacht eingesetzt werden.

Antwort
von Patchouli, 66

Es ist verständlich, dass sich deine Eltern sorgen. Gehe gemeinsam mit deinen Eltern zur Sprechstunde, damit der Arzt sie über die verschiedenen Arten von Antidepressiva aufklären kann. Antidepressiva machen nicht abhängig, dass wissen viele Laien nicht. Deine Eltern können dann auch ihre Bedenken anbringen und sich mit dem Arzt auf ein Präparat einigen. Es gibt gute Antidepressiva, aber durchaus auch welche die bedenklich sind.

Deshalb wäre es gut, wenn deine Eltern sich informieren können.

Antwort
von Weisefrau, 81

Hallo, diese Tabletten können nur deinen Zustand verbessern oder Stabilisieren, Heilen können sie dich von den Depressionen nicht. 

Deine Eltern müssen sich noch mehr informieren. Es gibt viele Bücher zu diesem Thema.

Antwort
von kloogshizer, 71

Wie wärs denn z.B. mit Johanniskraut Extrakt? Das ist nicht rezeptpflichtig.

Ansonsten würde ich deine eltern mal fragen worauf ihre "Einschätzung" basiert, und warum sie glauben das besser zu verstehen als dein Arzt.

Kommentar von BalTab ,

Bei DEPRESSIONEN?

Kommentar von kloogshizer ,

ja.

Antwort
von Ille1811, 36

Hallo Shelyin!

Dass du eine Therapie machst und jetzt Antidepressiva nehmen sollst, macht mich stutzig. Wenn ein Mensch noch nicht therapiefähig ist, dann ist es oft notwendig, erst mal für einen gewissen Zeitraum ein Antidepressivum zu geben, damit er therapiefähig wird.

Das ist bei dir so wie du schreibst wohl nicht der Fall. Da frag mal ganz klar nach, ob Arzt und Therapeut es sich 'einfach machen wollen', indem sie dir ein Antidepressivum geben oder warum sie der Meinung sind, dass du es brauchst.

Du kannst auch mal Kontakt zu Emotion anonymous aufnehmen. Dort findest du Menschen, die dir aus eigener Erfahrung was dazu sagen können.

Antwort
von Hardware02, 24

Ich würde mich ans Jugendamt wenden, weil das eine Frechheit von deinen Eltern ist, dir nicht zu helfen!

Antwort
von Coza0310, 32

Eine Information und Genehmigung der Eltern ist meines Erachtens nicht unbedingt erforderlich, da in Deinem Alter bereits die Schweigepflicht gilt.

Antwort
von FlyingCarpet, 73

Verstehe ich sehr gut, die Medikamente ändern ja nicht Dein Grundproblem. Für kurze Zeit sind sie in Ordnung, aber die Gefahr der Abhängigkeit ist sehr, sehr groß. Wenn es irgendwie geht, versuch es bitte ohne!

Kommentar von Shelyin ,

Aber bei neuen Medikamenten gibt es keine Gefahr der Abhängigkeit

Kommentar von kloogshizer ,

die machen nicht abhängig... du würdest wahrscheinlich SSRI bekommen, da merkt man im ersten Monat überhaupt nichts von. Dann hellt sich schleichend die Stimmung auf.

Kommentar von Patchouli ,

Antidepressiva machen nicht abhängig! Bitte gebt nicht solche Antworten, wenn ihr euch mit dem Thema nicht auskennt.

Kommentar von FlyingCarpet ,

Das diese Medikamente nicht abhängig machen, halte ich für einen Vorwand der Industrie. Für einen kurzen Zeitraum halte ich sie schon für ok, wenn man wie gesagt das Grundproblem lösen kann. Sonst fällt man beim Weglassen in ein tiefes Loch.

Kommentar von Patchouli ,

@FlyingCarpet: Dann nenne mir mal eine Substanz in diesen Medikamenten, die abhängig macht. Du verwechselt das mit Benzodiazepinen. Wenn du dich damit nicht auskennst, dann lass es bitte.

Kommentar von Stellwerk ,

@FylingCarpet: Diese pauschale Aussage ist nicht richtig. Es gibt Substanzen wie z.B. Beniodiazepine, die schnell abhängig machen. Es gibt aber auch Antidepressiva, die helfen, ohne einen direkt in die Drogensucht zu schicken. Ich habe selbst Erfahrung damit und kann sagen, dass es zwar drei, vier Wochen dauert, bis man eine Wirkung spürt, aber dass die Medikamente sehr unterstützende wirken und einem echt helfen, wieder langsam in einen "normalen" Zustand zu kommen. Die Absetzung war zwar mit Absetzungssymptome verbunden, aber die waren rein körperlich, NICHT mental-psychisch, was einen massiven Unterschied zu einer Sucht herstellt.

Das Absetzen erfolgt, wenn man über einen Zeitraum von mehreren Monaten stabil ist. Und dann schleicht man das Medikament aus, d.h. man reduziert die Menge Schritt für Schritt und hört nicht von einem auf den anderen Tag aus. Von einem "tiefem Loch" kann bei korrekter Vorgehensweise keine Rede sein.

Im Grunde sind Antidepressiva nichts anderes als Krücken bei einem Beinbruch - sie ersetzen nicht das Bein, aber sie helfen, bis man wieder gesund ist.

Antwort
von BlueDragonG4M3R, 65

Ich weiß nicht, ob du dich jemals objektiv mit dem Thema psychedelische Drogen befasst hast, und möchte dich keinesfalls zum Drogenkonsum animieren, sondern dir hiermit lediglich einen Denksanstoß in eine Richtung geben, an die du vielleicht noch nicht gedacht hast.

Einige Rauschmittel bergen großes heilendes Potential auf psychischer Ebene, allerdings nur unter richtiger Anwendung.

http://www.vice.com/de/read/psychoaktive-pilze-gegen-depressionen-und-angstzusta...

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/magic-mushrooms-pilz-trip-veraendert-p...

http://news.doccheck.com/de/1107/drogen-psychedelische-heilung/

Antwort
von Januar07, 69

Ich würde mich freuen,solch verantwortungsbewußte Eltern zu haben.

Kommentar von Patchouli ,

Es kann auch verantwortungslos sein, die Medikation zu unterlassen. Manche Depressionen beruhen auf einer Stoffwechselstörung, die kann leider nur durch Serotoninwiederaufnahmehemmer therapiert werden.

Kommentar von Stellwerk ,

Was ist daran verantwortungsbewusst, wenn Therapeut UND Arzt eine Medikament empfehlen, es dem eigenen Kind schlecht geht , aber man lieber das Kind leiden lässt anstatt sich gründlich zu informieren? Zumal das Kind 17 ist und durchaus zu eigenen Entscheidungen fähig.

Kommentar von Januar07 ,

Warum müssen wohl die Eltern zustimmen? Doch wohl, weil Antidepressiva doch nicht so harmlos sind!

Kommentar von Barney123 ,

Es gibtr auch Eltern, die eine lebensrettende Operation verweigern, weil die Gefahr besteht, dass eine Bluttransfusion vorgenommen werden muss.

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