Frage von Alesina, 91

Eltern unterstützen ihr eigenes Kind finanziell über ein paar Monate, können sie das Geld irgendwann zurückfordern/ als Druckmittel verwenden?

Wie sieht es rein objektiv und juristisch aus: Während des Studiums war der Vater arbeitslos und das Kind hat sein Studium vollständig selbst bezahlt (Miete, Literatur, Bahnticket, Lebenshaltungskosten, etc.) alles mit diversen Nebenjobs selbst finanziert. Nach dem Beenden des Studiums überweisen die Eltern (aus freien Stücken!) ihrem volljährigen Kind für eine bestimmte Zeit jeden Monat 300 Euro für die Miete (Kind hatte in der Zeit keine Arbeit, war aber nicht Hartz IV Empfänger, bezog kein Geld vom Staat).Können die Eltern das Geld irgendwann zurückfordern, wenn es zu einem Streit zwischen Eltern und Kind kommt? Können die Eltern das Geld einklagen? Können Eltern das Kind damit erpressen/ unter Druck setzen? Können Eltern das Geld bei der Bank des Kindes einfordern. Eine schriftliche Vereinbarung besteht nicht. Es ist doch eine Schenkung oder?

Antwort
von DerHans, 64

Wenn sie ihr eigenes Kind unterstützen, können sie daraus alleine, keine Rückforderung erheben.

Da hätten sie eben mit dem Kind einen regelrechten Darlehensvertrag abschließen müssen.

Antwort
von AriZona04, 59

Ich bin kein Jurist - den bräuchtest Du jetzt. Aber ich sage Dir: Selbst wenn Deine Eltern Geld zurückfordern würden, lass es drauf ankommen! Ich hab von so einem Fall noch nie gehört, ich kann mir nicht vorstellen, dass die damit durchkommen. Warte ab! Mach Dich nicht verrückt, so lange nichts gefordert wird! Und wenn es dazu kommt: Ruhig Blut! Du hast keinen Vertrag mit Deinen Eltern unterschrieben. Und DANN mach Dich juristisch schlau - aber auch erst DANN.

Antwort
von Zappzappzapp, 7

Wenn es keinen Darlehensvertrag (oder eine entsprechende mündliche Rückzahlungsvereinbarung) gibt, haben sie kein Recht, das Geld zurück zu fordern, könnten es also auch nicht einklagen. Folglich können/dürfen sie das Kind auch nicht damit erpressen/unter Druck setzen.

Selbst wenn sie das Recht auf Rückzahlung hätten, wäre erpressen/unter Druck setzen nicht zulässig, das wäre letztlich sogar strafbar. Ohne mich mit den Rechtsspezialisten hier streiten zu wollen, ich glaube das wäre Nötigung.

"Von der Bank einfordern" geht schon mal gar nicht. Das Kind ist volljährig und hat als einziger Zugriff auf sein Konto.

Ausnahmen hiervon wären Kontovollmachten, die es erteilt hat oder Kontopfändungen, aber das trifft für hier nicht zu.

Antwort
von Akka2323, 34

Sie können das Geld aber bei der Einkommenssteuererklärung absetzen als Unterstützung eines bedürftigen Familienangehörigen.

Antwort
von doolboy, 38

Fordern können sie es, aber die Forderung ist juristisch nicht durchsetzbar, so wie Du den Fall schilderst. Deine erste Ausbildung hätten sie dir finanzieren müssen, bzw. Du hättest dafür Bafög oder spezielle Grundsicherung beantragen können, wobei gegen die Eltern ein Anspruch besteht. Lesen: http://www.anwaltonline.com/info/pressemitteilung\_anwaltonline\_33.pdf. Man könnte also argumentieren, dass sie nur nachträglich ein bisschen ihrer Pflicht nachgekommen sind. Wenn sie mit dem Thema "Enterben" drohen, kannst Du ganz ruhig bleiben, sofern Du keine Straftat gegen sie begangen hast. Du hast auf jeden Fall den gesetzlichen Pflichtteilanspruch, den man sogar vorzeitig fordern kann.

Antwort
von soga57, 18

Also ich habe meine Kinder ja auch über mehrere Jahre nach der absolvierten Ausbildung finanziell unterstützt bis sie auf eigenen Beinen stehen konnten. Mir würde es im Traum nicht einfallen, je irgendetwas davon zurückzufordern. Es ist die Pflicht von Eltern ihren Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Irgendwie ist ja auch der Gedanke im Hinterkopf, dass es vielleicht mal zurückkommt, falls ich im Alter angewiesen darauf bin, dass sich jemand um mich kümmert.

Aber wer weiss wie's kommt. Schauen wir mal.

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