Frage von Panolingus, 81

Eltern Hartz IV: darf ich VOR meinem Studium noch Geld verdienen, wohne nämlich die 3 Monate meiner Arbeit noch zu Hause, bekommen meine Eltern Abzüge?

Also hallo erst einmal,

Ich stecke in folgender Situation. Ich bin zurzeit Abiturient und möchte gleich nach meinem bestandenen Abi jobben gehen (habe den Job schon). Das ganze würde als kurzfristige Beschäftigung deklariert werden, da das ganze nur mindestens 70 Tage lang dauern würde -> keine Abzüge.

Hat sogar noch den Vorteil, dass wenn ich Bafög beantrage, ich nicht über die 7.5oo € - Grenze rutsche, und somit auch keine Probleme mit Bafög bekommen sollte.

So weit so gut, mein Bafög ist 'sicher' und mein bissl eigenes Geld fürs Studium auch. Problem? Meine Eltern bekommen Arbeitslosengeld und nun weiß ich nicht, wie das wird wegen Abzüge bei denen. Sprich: wenn ich bis zu meinem Studium jobben gehe, also eigenes Geld verdiene, wohne ich ja noch zu Hause und gehöre ja somit zur Bedarfsgemeinschaft gemeinsam mit meinen 2 Brüdern (beide unter 18). Erst wenn ich dieses Jahr im Oktober dann ausziehe, gehöre ich ja nicht mehr zur Bedarfsgemeinschaft und bin dann ja im Prinzip 'eigenständig'.

Meine Frage nun also: Wie sieht das aus, darf ich arbeiten gehen, solange ich in dieser Bedarfsgemeinschaft lebe? Bzw ist das Geld ja dann auf meinem (erst diese Woche beantragten) eigenen Konto, und nicht für meine Eltern. Es ist ja für mein Studium und beißt sich auch in keinster Weise mit meinem Bafög .. Müssen da jetzt meine Eltern mit Abzügen rechnen? Wenn ja, wie kann ich/ könnte man dem entgehen?

Meine Eltern haben nämlich logischerweise nicht sehr viel Geld und mein eigenes Vermögen beträgt grob überschlagen 0 Euro, weswegen ich auf die Arbeit angewiesen bin, da ich nicht ständig meinen Eltern auf der Tasche liegen will, und auch nicht unbedingt alles Bafög bekommen möchte, sondern eher einen Teil, damit ich nach dem Studium nicht SO VIEL zurückzahlen muss ..

In anderen Foren/ Fragen habe ich meine Situation nirgends gefunden, weswegen ich sehr verbunden wäre, wenn mir jemand helfen kann.

Liebe Grüße,

Panolingus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Geld, Hartz 4, Hartz IV, 20

Die Sache ist ganz einfach !

Ich nehme mal an das du schon min. 18 bist,dann steht dir vom Jobcenter min. ein Regelsatz von derzeit 324 € zu und dazu kommt dein Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),der berechnet sich aus der Warmmiete,geteilt durch die Personen im Haushalt.

Ihr seid 5 Personen,also angenommen die Warmmiete beträgt 750 €,dann würde der Kopfanteil bei 150 € liegen und der käme dann zu deinem Regelsatz von 324 € dazu,ergibt dann gesamt min. 474 € an Bedarf.

Solange du noch Abi machst,steht deinen Eltern ja eh noch Kindergeld zu,solange du noch keine 25 bist,würdest du jetzt mit deinem Abi fertig sein und innerhalb von 4 Monaten dein Studium beginnen,dann hättest du auch in dieser Zeit Anspruch auf Kindergeld.

Würde der Beginn nach Beendigung des Abis länger als diese 4 Monate Übergangszeit dauern,der Beginn des Studiums aber feststehen und nachweisbar sein,dann könnte diese Zeit auch überschritten werden und es würde auch da weiter Kindergeld geben.

Das würde selbst dann der Fall sein wenn du Vollzeit arbeiten gehen würdest,dass hätte keinen Einfluss auf das Kindergeld,solange du noch keine abgeschlossene Berufsausbildung / Studium hättest.

Dann dürftest du neben einer weiteren Ausbildung / Studium bzw.in der Wartezeit auf den Beginn nicht mehr als durchschnittlich 20 Stunden pro Woche nebenbei arbeiten,dass würde dann schädlich für den Anspruch sein.

Das nur mal so am Rande.

Nun zu deiner Beschäftigung.

Wenn du eine Erwerbstätigkeit beginnst,müssen deine Eltern das vorher dem Jobcenter mitteilen,du musst dann Nachweise ( Arbeitsvertrag ) erbringen,dass kannst du vorlegen oder in Kopie mit einsenden.

Deine Eltern können dann aus dem Internet eine ALG - 2 Veränderungsmitteilung ausdrucken,mit dieser ausgefüllten schickst du dann die Kopien mit.

Dann würde es darauf ankommen wann du dein erstes Einkommen auf dein Konto bekommst,denn das darf erst angerechnet werden ( Zuflussprinzip ),wenn es auf deinem Konto eingegangen ist und du es zur Verfügung hast.

Du hast auf dein Bruttoeinkommen Freibeträge nach § 11 b SGB - ll,dass sind dann erst mal deine 100 € Grundfreibetrag,ab 100 € - 1000 € Brutto stehen dir 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag zu.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch von deinem Netto abgezogen und ergibt dann dein anrechenbares Netto und dazu würde dann ggf.dein Kindergeld addiert,wenn es deine Eltern weiter bekommen.

Angenommen du verdienst 1200 € Brutto,dann stehen dir darauf 300 € an Freibeträgen zu,diese würden dann angenommen von den 900 € Netto abgezogen die du dann bekommen würdest.

Dein anrechenbares Nettoeinkommen würde dann bei ca. 600 € liegen und somit würdest du aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Eltern raus sein,sie würden für dich dann gar nichts mehr bekommen.

Würden wir bei dem Beispiel mit 750 € KDU - bleiben,dann müsstest du deinen Eltern deinen Kopfanteil der KDU - von 150 € geben und dazu dann noch den für den Abschlag für Haushaltsstrom usw.

Dann würdest du ihnen noch Kostgeld für deine Verpflegung geben müssen oder du machst das alleine und der Rest würde dann dir gehören.

Anders sieht es dann mit deinem Kindergeld aus,wenn das deine Eltern noch für dich bekommen würden,es wäre also besser für dich wenn die Familienkasse das Kindergeld nach deinem Abi einstellen würde und deine Eltern bzw.ein Elternteil dann ab Beginn deiner Ausbildung eine Veränderungsmitteilung an die Familienkasse gibt bzw.einen neuen Antrag für dich stellt.

Denn das würde den Vorteil für dich haben,dass du dann das Kindergeld ab der Anspruchsvoraussetzung nachgezahlt bekommen würdest.

Wenn es nämlich weiterhin gezahlt würde,dann brauchst du das anhand deines dann hohen anrechenbaren Einkommens zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr und es würde dann auf die übrige BG - verteilt.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von turnmami, 57

Natürlich darfst du arbeiten.

Jedoch wird dann dein Teil der Bedarfsgemeinschaft wegfallen, da du dann nicht mehr bedürftig bist. Somit bekommen deine Eltern den Teil an Geld nicht mehr, der für dich bezahlt wird.

Es ist dabei egal, auf welchem Konto das Geld landet. Ihr seid verpflichtet, jede Änderung sofort dem Jobcenter mitzuteilen!!

Kommentar von Panolingus ,

Welcher 'Teil' ist damit gemeint?
Mein Kindergeld?

Kommentar von turnmami ,

Jeder in der Bedarfsgemeinschaft bekommt einen Grundsatz, sowie Mietanteil usw. Das fällt für dich dann alles weg

Kommentar von Panolingus ,

Von wie viel Prozent kann man in diesem Falle ausgehen?
Wir sind ja ein 5 Personen Haushalt.
Heißt das, dass 20 % grob geschätzt wegfallen, wenn ich arbeiten gehe?

Kommentar von turnmami ,

Sieh dir mal euren Bewilligungsbescheid an, da müsste das aufgeschlüsselt stehen, wieviel für welches Mitglied der BG gezahlt wird.

Kommentar von Panolingus ,

Meinst du, dass unterm Strich ich trotzdem mehr erwirtschaften würde, als reinkommt durch die Sozialhilfe?
Sprich, dass mein Job am Ende mehr rausholt, als meinen Eltern gestrichen wird?

Job = 40 Stunden Woche mit Mindestlohn und das auf 3 Monate

Kommentar von turnmami ,

Ich würde mich vor Beginn der Arbeit nochmal zum Jobcenter begeben und mir die Berechnung schriftlich mitgeben lassen. Dann siehst du genau, wieviel deinen Eltern "abgezogen" wird.

Vermutlich wirst du und deine Eltern aber trotzdem mehr davon haben, wenn du arbeitest!

Antwort
von DerHans, 20

Deine Eltern bekommen IHRE Sozialleistung natürlich genau so weiter. Nur für dich werden sie dann nichts mehr bekommen, weil du von deinem Einkommen leben kannst. 

Das ist vollkommen normal und richtig so.

Antwort
von Rheinflip, 42

Steht doof aus,  aber richtig lohnen wird sich das nur, wenn du nicht mehr zur BG gehörst.  Kindergeld kann weiter laufen,  aber dein Anteil am Sozialgeld/ H4 fällt dann weg.  

Antwort
von Sanja2, 21

Du darfst natürlich arbeiten gehen. Allerdings wird dein Hartz 4 Anteil dann gekürzt, nicht der deiner Eltern. Deinen Anteil bekommen deine Eltern übrigens auch nicht mehr wenn du ausziehst.

Antwort
von MrLifeDoctor, 43

Hallo :-)


Da du zur Bedarfsgemeinschaft gehörst, wird sämtliches Einkommen innerhalb der Bedarfsgemeinschaft verrechnet. Und hier zählt nicht die Definition von Einkommen nach dem Einkommenssteuergesetz, sondern nach dem Sozialrecht.


Viele Grüße :-)


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community