Frage von Youareme, 33

Eltern die Wahrheit sagen, über die aktuellen Umstände?

Mein Problem ist, ich bin jetzt seit ca. 1 Woche in einer offenen Psychiatrie eingetreten, wobei ich durch kurzzeitige Umstände in die Isolation verlegt wurde. Düs geschah im ersten Schritt auf freiwilliger Basis, so gesehen müsste alles gut sein. Mein Problem ist, dass ich mich meinen Eltern dadurch aufgehört habe, alles mitzuteilen, da ich auch nicht mehr minderjährig bin. Es ist mein Recht Ihnen nicht mehr alles mitzuteilen müssen. Aber ich habe Angst, dass wenn meine Eltern mich fragen, warum ich Ihnen nicht immer geschrieben habe, was sie glaube ich erwarten, da ich sonst zuhause wohne, erzählen soll. Soll ich Ihnen die Wahrheit sagen und riskieren dass sie enttäuscht von mir sind, dass ich rückfällig wurde oder einfach sagen, was ich das erste mal gesagt habe, dass ich nicht 24/7 immer alles mitteilen möchte, da ich versuche für mich zu klären. Damit gehe ich auch das Risiko ein, dass mein Vater oder vielleicht auch meine Mutter sich mit Unverständnis von mir abwenden. Ich habe nur Angst, weil ich weiss es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

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von violatedsoul, 33

Ich weiß ja nicht, weshalb du dich hast einweisen lassen, aber Fakt ist, dass Rückschläge bei jeder Therapie dazugehören. Von daher kommt es nur darauf an, wie deine Eltern zu dir und deinem Problem stehen und wie du zu ihnen stehst.

Kommentar von Youareme ,

Ich lasse mich therapieren auf der offenen Station wegen SVV, Suizidgedanken, Selbsthass, Selbstwertproblemen, wobei mir sogar noch mehr dazukommt, aber das sind meine grössten Probleme. Ich habe mich das zweite mal, in meiner Therapiezeit verlegen lassen, da ich durch Stress unter akutem Selbstmorddrang stand. Also kurz davor, aus dem Fenster zu springen. Ich stehe zu meinen Eltern in dem Thema nicht sonderlich gut. Mein Vater hat die Situation nicht verkraftet und sich während meines ersten Psychiatrieaufenthalt gegenüber anderen geäussert, dass das alles meine Probleme wären und meine Mutter hat gemeint, als sie zum ersten Mal meine Ritzereien gesehen hat, ich müsse damit sofort aufhören, sonst gehöre ich in eine geschlossene Anstalt. Meiner Mutter habe ich am Schluss alles verschwiegen, damit sie sich nicht von mir abwendet. Wenn ich lache, lüge ich mir und meiner Familie ins Gesicht wenn ich weine tue ich allen anderen weh, weil sie trostlos überfordert sind. Jetzt kennst du meine Familienverhältnisse. Es ist einfach nicht tragbar, wenn ich darüber nachdenke konnte ich auf der Stelle tot umfallen. Aber dabei will ich doch das sich etwas ändert, ich verstehe nicht was daran zu viel verlangt ist.

Kommentar von violatedsoul ,

Wenn das schon dein 2. Aufenthalt ist: Was haben die ersten Ärzte und Therapeuten an möglichen Ursachen und Auslösern zutage gefördert?

Wo siehst du die Ursachen?

Wenn deine Eltern deiner Krankheit ablehnend gegenüberstehen, bringt es nicht viel, sie zu involvieren. Man muss sich nämlich damit auseinandersetzen wollen.

Von daher konzentriere dich ganz auf dich. Wer Redebedarf hat, sollte sich von sich aus bemerkbar machen.

Kommentar von Youareme ,

Was meine Ärzte bei meinem ersten Aufenthalt rausgefunden haben, dass weiss ich nicht. Ich nehme an gar nichts, denn es wurde weder eine Diagnose gestellt noch wurde mir ein Austrittsbericht überreicht. Der erste Psychiatrieaufenthalt in einer Akutstation war genauso unnötig wie er nur sein kann. Mir wurde nicht geholfen sondern ich war einfach nur untergebracht, damit ich mich nicht umbringe. In dieser Zeit haben sie sich nur für etwas interessiert. Meine Medikamente. Es war nur qualvolle Stunden, in denen ich mich genauso gut hätte umbringen können und sie hätten es nicht mal mitbekommen. Darüber möchte ich aber keine genauen Angaben machen. Wäre ich da nicht zwischendurch mithilfe von Medikamenten so ermüdet gewesen, wäre ich schon längst tot. Aber ich sollte mit dem Mist von gestern mich  nicht quälen.

Der Grund warum meine Eltern mich nicht verstehen ist offensichtlich Überforderung. Ich mag es nicht, sie anzulügen, aber manchmal ist es die einzige Möglichkeit sie nicht vollständig zu verlieren.

Kommentar von violatedsoul ,

Du brauchst offensichtlich eine Spezialklinik und nicht eine von vielen.

Sicher sind deine Eltern überfordert. Trotzdem sollten sie versuchen, deine Nöte zu verstehen und nicht einfach sinngemäß sagen, "sieh zu, dass du damit fertig wirst".

Meine Familie war damals auch mit meinen Phobien und meinen seelischen Absturz überfordert. Wer gesund ist, für den sind solche Dinge auch nur irreal. Aber ich bekam trotzdem ihre Unterstützung, nachdem ihnen klar wurde bzw. in einem Angehörigengespräch klargemacht wurde, dass auch sie ihren Beitrag leisten müssen, damit es für mich einen Weg nach vorn geben kann.

Du solltest nicht lügen, denn nur mit der Wahrheit findet sich ein Weg nach draußen.

Antwort
von hertajess, 16

Ich gönne Dir von ganzem Herzen ein mindestens vierwöchiges Kontaktverbot zu Deinen Eltern. Ernsthaft und im Interesse Deiner Genesung. Kontaktverbot ist durchaus eine Therapie bei manchen Erkrankungen. 

Ok. Wenn Du magst schreibe ihnen einfach eine Karte. Schreibe dass Du aktuell in der geschlossenen Psychiatrie lebst. Nein. Keinen Brief. Eine Karte. 

Und dann kümmere Dich um Deine Genesung. 

Kommentar von Youareme ,

Ich bin nicht mehr in der geschlossenen aber das Risiko wieder von der Therapiestation zurück ist bei meinen Stimmungsschwankungen wahrscheinlich gross. Ich werde ihnen nichts schreiben, vor allem keine Karte. Willst du das ich ihnen sage.;
"Liebe Eltern,
Ich habe euch so selten noch geschrieben, da ich mal in die geschlossene Psychiatrie verlegt wurde. Besucht mich nicht, dann wird alles okay.
Liebe Grüsse eure Tochter"

Da wäre sich aus dem Fenster werfen noch eine bessere Lösung. Dass würde sie nicht nur schocken, dafür würden sie mich mein Leben lang hassen. Bitte, auch wenn es gut gemeint sein sollte, aber ich bin doch nicht auf diese Weise lebensmüde  

Kommentar von hertajess ,

Naja, ich ging davon aus dass Du noch behandelt wirst und Deine Eltern fachliche Unterstützung benötigen die bestenfalls dann begonnen wird wenn Du noch in Behandlung bist. 

Antwort
von oxygenium, 29

ich denke mal in deiner Lage sehen es die Psychologen sogar gerne, das ein Kontakt vorerst einmal Zuhause von den Familienmitglieder abgebrochen wird.

Dann kann man besser erkennen wo das eigentliche Problem herkommt.

Oft ist es sogar im Elternhaus entsprungen.

Du kannst das ja deinen Eltern ja sagen, aber möchtest vorerst bitte keinerlei Kontakt zu ihnen haben.

Wichtig ist auch das du auf der Station bescheid sagst, du möchtest keinen Besuch haben von deinen Eltern oder Geschwistern.

Gute Therapie und viel Erfolg

Kommentar von Youareme ,

Vielleicht ist es besser so, aber ich habe trotzdem noch Angst. Ich hoffe sehr, dass der Schmerz aufhört.

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