Frage von Tunichboese, 517

Eiterzahn: verlauf und Behandlung?

Hallo,

vorab: NEIN, Ich leider nicht mehr darunter, ich hatte es mal. Jetzt kam die Diskussion auf der Arbeit auf und Ich würde gerne wissen was genau passiert ist.

Ich in meiner Zeit am Berufskolleg (4 Jahre ist es nun her) einen Eiterzahn, zumindest zahnschmerzen, dann keine schmerzen mehr und auf einmal eine dicke backe. Bin dann zum Notdienst welche mir Antibiotika verschrieben haben. Nach Ich glaub 2-3 Tagen war die dicke backe weg und ich hatte keine Beschwerden mehr.

Was ist da genau passiert? Meine Kollegen sind der Meinung das eine Wurzelbehandlung unabdingbar gewesen wäre.

Antwort
von authumbla, 426

da haben Deine Kollegen völlig recht.

das ist der klassische Verlauf:

Erst tut ein Zahn weh auf Temperatur und Süß,. dann hört das auf, weil  der Nerv gestorben ist. Fein, denkt der Mensch, dann ist ja alles ok.

Stimmt aber nicht, denn die Bakterien breiten sich in dem Wurzelkanal des toten Zahnes nach unten zur Wurzelspitze hin aus.

Dann überschreiten sie die Wurzelspitze und wandern in den Knochen und der Mensch hat Schmerzen bei Zubeißen und Draufklopfen.

Wenn er tapfer aushält und sich weiter weigert zum ZA zu gehen, breiten sich die Entzündungserreger ( =der Eiter) weiter im Knochen aus, bis sie an einer Stelle durch die Schleimhaut durchbrechen.

Dann ist plötzlich Entlastung da und der Schmerz hört auf.

Fein, denkt der Mensch, dann ist ja alles ok...

Aber Pustekuchen.

Der Mensch hat jetzt eine chronische Entzündung im Körper, aus der ständig Eiter suppt ( LLLLecker!).

Wenn sich dieser Gang verstopft, dann kommt es wieder zu Schmerzen und zu einer dicken Backe, einem Abszeß!

Dieser Abszeß ist nicht immer so freundlich irgendwo aufzuplatzen, damit Erleichterung entsteht.

Manchmal breiten sich die Eitererreger auch weiter im Körper aus und werden zu ganz üblen Phlegmonen, die einen Krankenhausaufenthalt nötig machen.

Oder zu einer Sepsis, einer Blutvergiftung, an der schon so mancher gestorben ist.

...und das alles hätte durch eine rechtzeitige Wurzelkanalbehandlung (völlig schmerzlos übrigens!) aufgehalten werden können!

Kommentar von Tunichboese ,

Hm. Jetzt dachte Ich das die antibiotika diesen Eiter "bekämpft" haben, so wie mir die Dame das bei dem Notdienst erklärt hatte.

Kommentar von authumbla ,

Antibiotika Hemmen die akute Eiterproduktion, sodaß erst mal Ruhe ist. Die Ursache ist der tote Zahn. Die muß bekämpft werden, sonst kommt er schnell wieder.

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