Einziges verbliebenes Elternteil, zu dem wir lange keinen Kontakt hatten, soll im Sterben liegen. Was wird auf uns zukommen, wie sollen wir uns verhalten?

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4 Antworten

Aus der Fülle Ihrer Fragen versuche ich folgende wesentlichem Antworten zu geben:

1. Es gibt keine amtliche Stelle, insbesondere nicht das Nachlassgericht, die Ihnen Auskunft über den Vermögens- bzw. Nachlassbestand Ihes Vaters geben kann oder geben wird. Solche Feststellungen obliegen allein Ihnen. Auch ein Anwalt wird Ihnen bei solchen Feststellungen nicht helfen können, zumal Sie zu Lebzeiten des Vaters keinen Anspruch auf Auskunft über sein Vermögen bzw. seine Schulden haben. Dieser Anspruch stünde nach dem Tod des Vaters auch nur seinen Erben gegenüber den Personen zu, die Nachlassgegenstände von ihm in Besitz haben (z.B. eine nicht erbende Lebensgefährtin müsste Auskunft über den Nachlass des Vaters geben, soweit sie ihn besitzt oder mitbesitzt, auch über etwaige gemeinsame Bankkonten).  Wenn Ihr Vater Sie enterbt hätte, indem er andere Personen testamentarisch zu Erben eingesetzt hätte, könnten Sie Ihre Pflichtteile in Geld fordern (aber natürlich nur bei "aktivem" Nachlass !) und zu diesem Zweck auch Auskunft über den Nachlassbestand verlangen und einklagen.

2.Wenn Ihr Vater verstorben ist, sollten Sie sich beim Nachlassgericht als gesetzliche Erben melden, damit das Gericht Sie über etwa eingereichte Testamente informieren kann und Sie die Möglichkeit haben, innerhalb von 6 Wochen nach dem Erbfall und Kenntnis von Ihrer etwaigen Erbfolge entscheiden können, ob Sie das Erbe annehmen oder ausschlagen wollen.Parallel dazu sollten Sie zu ermitteln versuchen (z.B.durch Kontakt mit Ihrem Vater nahe stehenden Personen), ob das Erbe positiv oder negativ (d.i. überschuldet) ist. Das NG kann und wird dazu nichts sagen können.

3. Mir scheint zweckmäßig, dass Sie noch zu Lebzeiten Ihres Vaters versuchen, in Kontakt mit ihm oder ihm Nahestehenden zu kommen. Gehen Sie dabei aber sensibel vor, damit nicht der fatale Eindruck entsteht, Sie würden nun als "Erbschleicher" nur mit Blick auf das Vermögen kommen. Das wird nicht leicht sein; aber Sie werden da durch gehen müssen.

4. Die Bestattungskosten sind grundsätzlich von den Erben zu tragen; wenn der Nachlass die Kosten nicht hergibt, wäre wohl Ausschlagung des Erbes sinnvoll. Schlimmstenfalls übernimmt das Sozialamt dann die Kosten, kann sie aber unter Umständen von den Angehörigen zurück holen, soweit deren Einkommen und Vermögen über der Sozialhilfegrenze liegt. Der ALG II- Empfänger wird wohl kaum dafür herangezogen werden.

5. Sollte der Vater nennenswertes Vermögen hinterlassen, dürfte eine Ausschlagung nicht in Betracht kommen. Falls er kein Testament gemacht hat, würden Sie und die Geschwister zu gleichen Teilen seine Erben sein, und es würde dann Ihnen obliegen, ob und wie Sie den Nachlass Ihrem ALG II-Geschwister letztendlich zukommen lassen wollen (z.B. interfamiliärer. nicht amtlicher Verzicht zugunsten des ALG-Ii-er. 

 

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Auch wenn in der Vergangenheit viel Schlimmes passiert ist, finde ich es wäre jetzt der richtige Moment für eine Kontaktaufnahme. (unabhängig der juristischen Fragen)

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Die Erbausschlagung dürfte auch bei Hartz-IV-Bezug sanktionslos möglich sein. Wenn Du sicher gehen willst, suche Dir einen Fachanwalt für Sozialrecht oder am besten RAin Döring-Striening, die schreibt immer dazu: http://www.rue94.de/ Gerne auch mal Info an mich, was sie sagt.

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Schwieriger Fall,

ich mö nicht in eurer Haut stecjen,is schon alles schlimm und für alle hier sicher unvorstellbar,das man sich mit den Elternteil nicht versteht,grausam.

er /sie liegt im Sterben und Ihr denkt über das Erben nach,habt euch jahrzentelang um die Person nicht gekümmert,wisst nicht was auf euch zukommt,

anstelle dessen würd ich meine Koffer packen,alle zusammentrommeln und die Person besuchen,egal was vorgefalleb war,denn meistens erübrigen sich dann die Fragen

alles Gute

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