Frage von DaijDjan, 53

Einzelkosten und Abgrenzung?

Hallo Ihr Lieben,

ich bin gerade dabei die erste Abgrenzungsrechnung auf Basis der Zahlen des RK I vom Jahr 2014 zu erstellen. Mein Ziel ist es die Vertriebs und Verwaltungskostenstellen anteilig auf die Fertigungskostenstellen umzuverteilen und für jede Fertigungskostenstelle einen gesonderten Stundensatz auf Basis dieser Zahlen zu errechnen. Für das Material möchte ich einen allg. Materialgemeinkostenzuschlag errechnen.

Jetzt habe ich viele gebuchte Rechnungen über Norm- und Zukaufsteile, die dem Produkt in unserer Kalkulation direkt als Einzelkosten zugerechnet werden. Meinem Verständnis nach darf ich diese Kosten dann ja nicht mit in den BAB übertragen, sondern muss diese als Neutralen Aufwand abgrenzen? Genauso verfahren wir auch mit dem benötigten Material (Einzel und Kleinserienfertigung ohne eigenes Produkt).

Ich habe mich darauf geeinigt, lediglich das Material in den BAB zu übergeben und die Norm und sontigen Zukaufsteile abzugrenzen um zumindest das Hauptmaterial welches wir auch lagern müssen als Grundlage für den MGK-Satz zu verwenden.

Ist das so richtig? Kann man das so machen? Oder bin ich einem schrecklichen Anfängerfehler aufgesessen?

Über Erleuchtung wäre ich mehr als Glücklich.

DaijDjan

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mrlilienweg, 53

Materialkosten sind   k e i n e    Gemeinkosten folglich werden sie auch nicht in den BAB übergeben, dass sind als Zuschlags-Basis für die Materialgemeinkosten  zu verwenden sind,  hast du richtig erkannt,  jedoch die Idee mit den neutralen Aufwendungen ist nicht richtig. In den BAB werden die Kosten-Arten übernommen die  wirklich Gemeinkosten darstellen die Einordnung wird in der Sachkonten-Verwaltung eines ERP Systems entsprechend festgelegt.

Man muss die Kostenrechnung so organisieren, dass Sie das vom Unternehmen  gewünschte Ergebnis erfüllen kann, das hat weniger mit Buchungen über neutralen Aufwand zu tun, sondern der Kontenplan muss so organisiert sein dass die entsprechende Zuordnung zur Auswertung in der Kostenrechnung richtig ist.  

Kommentar von DaijDjan ,

Das heißt, dass ich folglich auch alle Normteile etc die an sich schon in der Produktkalkulation enthalten sind, an sich nicht abgrenzen sollte, sondern als volle Kosten in die Betriebsergebnisrechnung übergebe?

Stehen sie jedoch in der Betriebsergebnisrechnung, übergebe ich sie doch automatisch an den BAB und die Hauptkostenstelle "Material" um anschließend den Zuschlagssatz errechnen zu können, oder bin ich hier völlig mit dem Klammerbeutel gepudert?

Danke erstmal für Deine Antwort :)

Kommentar von mrlilienweg ,

Natürlich gehören diese in die Betriebsergebnisrechnung, jedoch nicht als Gemeinkosten der Kostenstelle Material, sondern als Materialeinzelkosten. Fertigungslöhne sind ja auch in der Betriebsergebnisrechnung, die sind ja schließlich auch keine Gemeinkosten.

Kommentar von DaijDjan ,

Fertigungslöhne kann ich aber recht einfach einer Kostenstelle zuordnen. Lohn vom Laserbediener gehört auf die Kostenstelle Laser. Wie aber mache ich das nun mit Normteilen und Zukaufteilen? Kosten, okay.. also nicht abgrenzen sondern in die BER übergeben. Vorn stehen die Kostenarten.. in meinem Fall das Konto 3100 Fremdleistungen. Wie ordne ich dieses nun den Kostenstellen zu wenn ich es egtl. nur einem Produkt zuordnen kann, dass mit den Kostenstellen an sich nichts zu tun hat (da ich ja wie ganz oben beschrieben gern die Stundensätze für die Produktionsarbeitsplätze errechnen würde). Nehme ich die Fremdleistung, die Kosten sind, nun in den BAB und würde sie auf die Kostenstellen verteilen, verfälscht das meiner Ansicht nach die Stundensätze.. ich kauf schließlich ein Teil für 10 Euro und nehm dies als Basis für die Kalkulation.. in das Teil schneiden wir dann bspw. noch Gewinde mit einem Stundensatz in Höhe x Euro. Nahm ich die 10 Euro vom Ausgangsteil jetzt Anteilig auf die Kostenstelle Zerspanung, verändert dies doch den Stundensatz nachteilig nachh oben obwohl die Kosten gedeckt sein sollten. Ich bin verwirrt :(

Kommentar von mrlilienweg ,

Das ist alles richtig was du da anführst, ich denke es liegt bei Euch am System, denn Sachkonten kann man in einem vernüftigen ERP System entsprechend einordnen ob es sich um  Einzelkosten  oder Gemeinkosten handeln, falls ihr das nicht habt musst du eine Kostenstelle kreieren, die eben keine wirkliche Kostenstelle ist und die nicht einbezogen wird z.B. "Ausgliederung". Diese wird beim BAB nicht bei den Gemeinkosten umgelegt. Wenn ich per Hand einen BAB gemacht habe, hatte ich diese Spalte immer gemacht, dort habe ich alle "Nichtgemeinkosten"  aufgeführt, die Ausgliederung ging dabei nirgends mit ein. 

Antwort
von berndkleve, 48

Wieso neutraler aufwand ? Einzelkosten koennen dem produkt direkt zugeordnet werden.

Kommentar von DaijDjan ,

Ja, wir ordnen das Material sowie benötigte Normteile und Fremdfertigung/Dienstleistungen dem Produkt als Einzelkosten in der Kalkulation zu. Damit sind diese Kosten an sich ja gedeckt. Daher mein Gedanke diese Kosten abzugrenzen. 

Kommentar von berndkleve ,

Da ist ein anfaengerfehler drin. Das sind keine neutralen aufwendungen. Neutrale auwendungen sind aufwendungen in der buchfuehrung, aber keine kosten in der kostenrechnung. Mal abgesehen davon hast du doch mit der buchfuehrung und der abgrenzung zur kostenrechnung nichts mehr zu tun, das wird doch in der regel.dann gemacht , wenn.die belege in der buchhaltung gebucht werden.

Kommentar von DaijDjan ,

Ich mache das erste mal die KLR fürs Unternehmen, da dies bisher noch nicht gemacht wurde, mich aber mal die tatsächlichen Zahlen auf Basis des RK I interessieren. 

Ich bin im Augenblick etwas verwirrt.. siehe meine Korrespondenz mit Mr Lilienweg ein Kommentar weiter oben.

Ich kauf ein Teil für 10 Euro ein und schneide Gewinde zum Stundensatz x rein. Nehme ich die 10 Euro jetzt in den BAB und verteile sie auf die Kostenstellen um, erhöht dies meiner Ansicht nach den Stundensatz des Gewinde schneiden ungerechtfertigt, da die 10 Euro dem Produkt als solches ja bereits Kostendeckend zugeordnet sind.

Kommentar von berndkleve ,

Irgendwie scheinst du da einiges durcheinander zu schmeissen.

Aus der Buchführung, dem Rechnungskreis 1, wird der Rechnungskreis 2 bestimmt, das nennt man in der Regel "abgrenzen"; also die Aufwendungen von den Kosten zu trennen.

Neutrale Aufwendungen sind z.B. Spenden, die stehen nur in der Buchführung und haben keinen Kostenchrakter.

Im Rechnungskreis 2 hat man dann die gesamten Kosten und Erlöse stehen.

Danach trennt man die Kosten in die einzel und Gemeinkosten.

Dann folgt die Kostenstellenrechnung mit der Verrechnung der Gemeinkosten im BAB; Einzelkosten kann man im BAB miterfassen, muss man aber nicht. Sie werden aber nur erfasst als Einzelkosten, damit das ganze etwas plastischer wird; sie werden natürlich nicht weiter verrechnet. Die10 Euro für das Teil sind denn Einzelkosten, werden natürlich nicht weiter verrechnet im BAB; das Gewindeschneiden sind eventuell auch Einzelkosten.

Das ist zumindestens die Standard Kostenrechnung in der Fertigungsindustrie.

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