Frage von Janomanic, 124

Einzelfallfrage: Kann ich auch ohne Erlaubnis des Vermieters meine Wohnung untervermieten?

Hallo liebe Juristen und Mietrecht Kenner,

ich werde mein 1-Zimmer-Appartement zum 5. Juli kündigen. (Kündigungsfrist 3 Monate) Ich möchte daraufhin am 15. Juli in eine WG ziehen.

Mir ist wichtig, dass ich keine Doppelte Mietbelastung habe (Miete für beide Wohnungen bezahlen). Ich habe meinen Vermieter schon um eine Erlaubnis zur Untermietung gebeten aber noch keine Antwort bekommen, muss aber bis heute Abend meinen neuen Mitbewohnern mitteilen ob ich einziehe oder nicht.

Falls der Vermieter mir die Untermiete nicht erlaubt, könnte ich trotzdem eine Person ab dem 15. Juli als Untermieter in meinem Appartement wohnen lassen?

Hinzuzufügen wäre, dass meine Mutter die Hauptmieterin ist und ich das Appartement bewohne.

Gibt es denn Tricks wie ich ein berechtigtes Interesse zur Untermiete erzwingen könnte. Z.B. mein Appartement teilweise möbiliert untervermieten oder als berechtigtes Interesse die doppelte Mietbelastung angeben.

Da die Kündigungsfrist nur bis zum 30.9. geht, bräuchte ich nur einen Untermieter der diese 2 1/2 Monate das Appartement bewohnt und die Miete an mich zahlt.

Ich hoffe ich habe jetzt alle wichtigen Informationen genannt. Falls ihr noch was wissen wollt, dann fragt.

Vielen Dank für eure Mühen schon mal!

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 22

Deine Mutter ist Mieter der Wohnung in der Du, mit Erlaubnis des Eigentümers, wohnst.

Hast Du mit Deiner Mutter einen Mietvertrag bzw. zahlst die monatliche Miete an sie?

Wenn ja ist sie Dein Vermieter, nicht der Eigentümer (Vermieter Deiner Mutter).

Heißt Du müßtest Deine Mutter um Erlaubnis zur Unter-/Weitervermietung fragen und auch den Vertrag bei Deiner Mutter kündigen.

Hast Du aber keinen Mietvertrag mit Deiner Mutter bzw. zahlst an sie keine Miete, sondern an ihren Vermieter, bist Du schlicht Bewohner und kannst ausziehen ohne zu kündigen.

Netterweise solltest Du Mutti aber darüber informieren das Du das tust und sie doch bitte die Miete ab Tag/Monat x selbst an ihren Vermieter zahlen soll.

Antwort
von DerHans, 37

Ein Untermietverhältnis in einem 1-Zimmer-Appartment ist schlecht denkbar.

Das wäre eine Überlassung der kompletten Wohnung. Dafür könnte der Vermieter dir fristlos kündigen und dich zum Schadensersatz verklagen.

Dein "Mieter" müsste evtl. ins Hotel ziehen und seine Möbel einlagern lassen.

Das kann dann böse teuer werden.

Antwort
von ChristianLE, 77

Warum schlägst Du den Untervermieter nicht einfach als Nachmieter vor? Einer Untervermietung für den Zeitraum der Kündigungsfrist wird der Vermieter kaum zustimmen, da hier das berechtigte Interesse fehlt (Die Kündigungsfrist muss jeder einhalten, nicht nur Du).

Falls der Vermieter mir die Untermiete nicht erlaubt, könnte ich trotzdem eine Person ab dem 15. Juli als Untermieter in meinem Appartement wohnen lassen?

Das hätte dann eine Abmahnung und mittelfristig eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses zur Folge.

Wenn fristlos gekündigt wird, dann kann der Vermieter dir einen Nutzungsausfall in Höhe der monatlichen Mieten bis Mietende in Rechnung stellen.

Kommentar von Janomanic ,

Falls er dem zustimmt, könnte dieser Nachmieter in der Kündigungsfrist schon meine Wohnung bewohnen?

Kommentar von ChristianLE ,

Kommt auf den Vermieter an. Grundsätzlich hat dieser nämlich bis zu 3 Monate Zeit, den Nachmieter auf "Herz und Nieren" zu prüfen. Im Zweifel bringt Dir das also gar nichts.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 13

Untervermietung ist nur über einen Teil der Wohnung möglich. Du musst mindestens für dich ein Zimmer behalten Du bleibst natürlich weiter Mieter der Wohnung. Der V. kann bei wirtschaftlichem Interesse deinerseits in der Regel die Untervermietung nicht untersagen. Trotzdem benötigst du seine Zustimmung. Ohne diese könnte er dir fristlos wg. unerlaubter Gebrauchsüberlassung an Dritte kündigen. Und evtl. Schadenersatz fordern.

Antwort
von TrudiMeier, 32

Sollte dein Vermieter dir die Untervermietung erlauben, dann bedenke bitte, dass du immer noch Hauptmieter bist und für alles geradestehen musst was dein Untermieter in der Wohnung so anstellt. Hinterlässt er Schäden, dann haftest du - und nur du - gegenüber dem Vermieter.

Habe gerade gelesen, dass deine Mutter die Mieterin ist. Dann haftest nicht du , sondern allein deine Mutter gegenüber dem Vermieter.

Antwort
von uni1234, 55

Wenn der Vermieter Dir die Untervermietung nicht gestattet, kannst Du in diesem speziellen Fall nichts machen. § 553 BGB, der grundsätzlich einen Anspruch auf Zustimmung regelt, dürfte hier nicht anwendbar sein. Mit anderen Worten: Die Untervermietung wäre unberechtigt.

Also das schlimmste was Dir passieren könnte wenn du unberechtigt untervermietest, ist eine fristlose Kündigung. Wenn ich Dich richtig verstehe wäre das nicht weiter schlimm für dich. Solange die Wohnung nicht übermäßig abgenutzt wird durch die Untermiete, hat Dein Vermieter keine Ansprüche gegen Dich, mit der Ausnahme der Räumung.

Allerdings könntest Du natürlich Probleme mit Deinem Untermieter bekommen, wenn er die Wohnung von heute auf morgen verlassen muss.

Kommentar von Janomanic ,

Also brauche ich zwingend die Erlaubnis zur Untermiete?

Was hat es denn damit auf sich?

"Ihr habt vor, für eine bestimmte Zeit ins Ausland
oder eine andere Stadt zu gehen? Wenn ihr nur einen Teil eurer Wohnung
vermieten wollt, bspw. ein Zimmer, sollte das kein Problem sein, denn
euer Vermieter ist rechtlich ebenfalls dazu verpflichtet, seine
Zustimmung zu geben.

"Doch wenn die Wohnung komplett untervermietet wird,
ist es wichtig, sich 'ein Eckchen' reserviert zu halten und dass die
Möbel noch da sind", weiß Ulrich Ropertz. Sind sie nämlich komplett weg
und die Wohnung wird völlig leergeräumt vermietet, liegt es im Ermessen des Vermieters, ob man untervermieten darf oder nicht."

http://www.unicum.de/zwischenmiete/

Kommentar von uni1234 ,

Ja Du brauchst zwingend die Erlaubnis.

Dein Link bezieht sich genau auf das, was ich in meiner Antwort bereits angedeutet habe, nämlich § 553 BGB. Hiernach hast Du nur dann einen Anspruch auf Gestattung der Untervermietung, wenn Du einen Teil der Wohnung für Dich behältst.

Dies dürfte allerdings bei einem 1-Zimmer-Appartement rechtlich wie faktisch nicht möglich sein. Es reicht nämlich nicht aus, wenn Du - wie in dem Link angedeutet - "ein Eckchen" für Dich reservierst. Zumindest nach der bisherigen BGH - Rechtsprechung würde ich immer davon ausgehen, das der Mieter zumindest ein Zimmer für sich behalten muss. Dies kann man in einem 1-Zimmer-Appartement nicht gewährleisten.

Antwort
von michi57319, 48

Es liegt doch quasi schon eine Untermietsituation vor, wenn du gar nicht der Hauptmieter bist, sondern deine Mutter.

Diese muss übrigens auch die Kündigung aussprechen, du kannst das überhaupt nicht, weil du gar nicht der Vertragspartner bist.

Kommentar von Janomanic ,

Im Mietvertrag steht, dass ich die Wohnung bewohne und sie vertraglich die Mieterin ist.

Mit meiner Mutter ist das auch schon abgesprochen bzgl. Kündigung und Untermiete.

Sozusagen sucht vertraglich gesehen meine Mutter einen neuen Untermieter, aber ich stehe zurzeit mit meinem Vermieter in Kontakt.

Kommentar von michi57319 ,

Ich wollte darauf hinaus, daß der Vermieter wohl jetzt nicht eine weitere Untervermietung ausschließen kann, wenn er sie bislang akzeptiert hat. Klar liegt noch viel am Untermieter, er muss nicht jeden akzeptieren.

Kommentar von anitari ,

Mit welchem Vermieter?

Antwort
von Soulbottle93, 77

Ich würds für den Zeitraumeinfach machen...So lange die Miete gezahlt wird ist doch alles in Butter. Darf dich nur niemand erwischen, wenn der Vermieter das nicht möchte :D Möchte der Nachmieter denn dauerhaft in der Wohnung bleiben oder suchst du nur jemanden für die 3 Monate?

Kommentar von Janomanic ,

Wenn mir der Vermieter die Untermiete nicht erlaubt, dann natürlich nur für die 3 Monate. Danach ist es ja nicht mehr mein Problem wer in der Wohnung wohnt. Einen Untermieter habe ich noch nicht, aber werde die Wohnung auch nur für 3 Monate "Zwischenmiete" anbieten.

Antwort
von Nightwing99, 59

Wäre es nicht klüger und einfacher einen Nachmieter zu suchen der quasi ab sofort übernehmen kann?

Kommentar von Janomanic ,

Würde ich natürlich machen, wenn ich fristlos kündigen könnte. Da ich aber eine 3 monatige Frist habe, muss ich die Miete bis zum Ablauf der Frist zahlen. Müsste aber ab dem 15. Juli Miete für mein neues Zimmer zahlen. Und 2 Monatsmieten zu zahlen wäre für mich finanziell nicht tragbar.

Kommentar von Sheireen1990 ,

Ih glaube, du hast das Prinzip eines Nachmieters noch nicht ganz verstanden. Wenn du jemanden findest, der die Wohnung ab dem 15. Juli mieten würde und der Vermieter mit dem Nachmieter einverstanden ist, dann kann deine Kündigungsfrist verkürzt und das Mietverhältnis bereits zum 15. Juli aufgelöst werden.

Antwort
von archibaldesel, 62

Nein, nachzulesen im § 540 BGB

https://dejure.org/gesetze/BGB/540.html

Allerdings kann dir der Vermieter die Zustimmung nicht ohne sehr guten Grund verweigern. Das wiederum steht im § 553 BGB

https://dejure.org/gesetze/BGB/553.html

Kommentar von Janomanic ,

Okay, und was hätte ich zu erwarten, falls ich es trotzdem untervermiete? Ein fristlose Kündigung wäre ja ein Vorteil für mich, da ich dann in die neue Wohnung einziehen könnte, aber die Wohnung nicht untervermieten müsste.

Kommentar von archibaldesel ,

Nein, er würde den Untermieter fristlos rauswerfen, du müsstest weiterzahlen und dem gekündigten Untermieter Schadensersatz leisten, weil du den Vertrag nicht einhältst. Der Schaden wäre ggf. die Mehrmiete, die er für eine Ersatzwohnung zahlen müsste.

Kommentar von uni1234 ,

Das stimmt so leider nicht. Es handelt sich um ein 1-Raum Appartement. Hier ist § 553 BGB nicht anwendbar.

Kommentar von archibaldesel ,

Stimmt, hab ich überlesen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community